Handball

HGR feiert einen späten Derbysieg

Die HGR-Spieler Dominik Jung (r.) und Dominic Luciano kämpften beim BHC II – oft erfolgreich – um jeden Ball.
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Die HGR-Spieler Dominik Jung (r.) und Dominic Luciano kämpften beim BHC II – oft erfolgreich – um jeden Ball.
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Handball-Drittligist Bergische Panther knöpft dem Tabellenführer in Krefeld einen Punkt ab.

Von Peter Kuhlendahl

3. Liga: HSG Krefeld – Bergische Panther 33:33 (13:19). Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Die Leistung der Gäste beim Tabellenführer war grandios. Dennoch hätten sie fast noch mit leeren Händen dagestanden, als der in der zweiten Halbzeit kaum zu stoppende Krefelder Merten Krings 20 Sekunden vor dem Ende zum 33:32 – das war die einzige Führung der Gastgeber – traf. Doch quasi mit der Schlusssirene gelang David Bleckmann aus dem Rückraum der Ausgleich, den die Panther anschließend ausgiebig feierten.

Wenig später mischte sich in die Freude dann aber auch ein wenig Frust. „Wir waren so nah dran. Die Jungs haben eine überragende Leistung gezeigt“, fand Coach Marcel Mutz. „Da ich den Ausgleich geschafft habe, überwiegt natürlich die Freude bei mir. Aber wenn ich mir den Spielverlauf anschaue, ist das Remis schon bitter für uns“, sagte Bleckmann, der wie alle Beteiligten in seinen Emotionen hin- und hergerissen war. Und Justus Ueberholz ergänzte: „Hätte uns vor dem Spiel einer gesagt, wir holen einen Punkt, wäre das grandios gewesen. Aber jetzt?“

Es war eine fast perfekte erste Halbzeit, die die Panther ablieferten. Mehr als 600 Zuschauer in der Glockenspitzhalle rieben sich verwundert die Augen, als die Gäste nach neun Minuten mit 6:0 in Front lagen. Und standen dabei völlig entgeistert auf den Rängen, da der Hallensprecher sie beim Anpfiff dazu motiviert hatte, die Partie bis zum ersten Treffer ihres Teams im Stehen zu verfolgen. In der Folge spielten die Panther weiter wie aus einem Guss und gingen mit einer deutlichen Führung in die Pause.

Dass es auf diesem hohen Niveau nicht weitergehen konnte, war allen Beteiligten klar. Auch weil Keeper Max Conzen und Kreisläufer Max Weiß kurzfristig erkrankt ausgefallen waren. Die Führung schmolz also langsam, aber sicher zusammen. Die Gäste stemmten sich jedoch dagegen. Und als Henrik Heider nach 46 Minuten auf 26:22 erhöhte, lag die Sensation endgültig in der Luft.

Dass es am Ende eben nicht reichte, lag dann auch an der einen oder anderen merkwürdigen Schiedsrichterentscheidung. Ein Treffer von Rechtsaußen Jan Blum zählte in der entscheidenden Phase nicht, weil er angeblich im Kreis stand. „Der stand zehn Zentimeter davor“, kritisierte Panther-Manager Frank Lorenzet die Entscheidung, blickte aber auch bereits in die Zukunft: „Eine bessere Werbung für das Heimspiel am nächsten Freitag gegen Emsdetten konnten wir gar nicht machen.“

Regionalliga: Bergischer HC II – HG Remscheid 28:31 (15:12). Nach einem Derbysieg vor gut gefüllten Tribünen am späten Freitagabend kann ein erster Kommentar auch mit einem Augenzwinkern erfolgen: „Wir machen es mit Absicht spannend, damit die vielen Fans auch auf ihre Kosten kommen“, erklärte HGR-Kreisläufer Dominic Luciano mit einem breiten Grinsen und schob dann aber hinter: „Wir haben uns das Leben erneut wieder unnötig schwer gemacht.“ Das sah auch Rückraumspieler Philipp Hinkelmann so: „Wenn wir doch mal zwei starke Halbzeiten spielen würden, wäre vieles leichter.“ Widersprechen wollte HGR-Coach Alexander Zapf da nicht, der über die Angriffsleistung seines Teams vor der Pause mächtig angefressen war: „Nicht nur die Anzahl der Fehlwürfe vor der Pause war eine Katastrophe. Auch die Art und Weise.“

Dies alles war im zweiten Abschnitt kein Thema mehr. Da liefen die Rädchen endlich ineinander. Keeper Linus Mathes, der lange seiner zuletzt guten Form hinterherlief, war ab Mitte der zweiten Hälfte der gewohnt sichere Rückhalt. Der spät eingewechselte Dominik Hertz ging dahin, wo es wehtat, und erzielte wichtige Tore. Und auch Dominik Jung war in der Offensive neben Hinkelmann und Kaan Taymaz kaum zu bremsen. „Ich glaube“, sagte er, „das war ganz ordentlich.“

Die Gastgeber, die phasenweise – meist relativ erfolglos – auf den siebten Feldspieler setzten, lagen bis zur 37. Minute (20:18) immer in Führung. Doch dann wendete sich das Blatt. Es blieb aber eine Partie auf des Messers Schneide, in der die HGR sich in der Schlussphase vorentscheidend absetzte. Daran konnte auch der überragende BHC-Mittelmann Aaron Exner nichts ändern, der auf 13 Treffer kam.

Tore

Panther: T. Blum (7), Schlösser (7/3), Heider, Ueberholz, Görgen (je 4), Bleckmann, J. Blum (je 2), Wolter, Padeken, Reinarz (je 1).

HGR: Jung, Taymaz (je 6), Hinkelmann (5), Hertz (4), Rath (3), Jansen (3/3), Suiters (2), Luciano, Hermann (je 1).

Einwurf von Peter Kuhlendahl:

peter.kuhlendahl@rga.de

Später Freitagabend in der Sporthalle Wittkulle in Solingen-Wald. Die 2. Mannschaft des Bergischen HC empfängt in der Handball-Regionalliga die HG Remscheid. Vor einer sehr gut gefüllten Tribüne. Die Idee, Meisterschaftsspiele am Freitagabend auszutragen, trägt immer mehr Früchte. Die Bundesliga-Reserve des BHC macht es regelmäßig.

Wie mittlerweile auch der Drittligist Bergische Panther, der am kommenden Freitag auf eine volle Schwanen-Halle in Wermelskirchen setzt, wenn Zweitliga-Absteiger TV Emsdetten dort zu Gast ist. Der Abendtermin kommt bei allen immer besser an. Bei den Spielern sowieso, die anschließend in ein freies Wochenende gehen können. Und auch bei den Zuschauern, die – wie vergangenen Freitag – oft nicht zu einem Fanlager gehören. Aktive, Funktionäre und Ex-Spieler vieler anderer Clubs tummeln sich da auf den Rängen.

Tauschen sich aus, knüpfen Kontakte und trinken vor und nach der Partie noch in aller Ruhe gemeinsam das eine oder andere Bierchen. Ein perfekter Start ins Wochenende, der immer mehr Anhänger in der Szene findet.

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