Fußball

Herz und Beruf machen gemeinsame Sache

Beim Training direkt am Spielfeldrand: Christian Kreckel ist täglich für den Verein seines Herzens unterwegs, für den 1. FC Köln.
+
Beim Training direkt am Spielfeldrand: Christian Kreckel ist täglich für den Verein seines Herzens unterwegs, für den 1. FC Köln.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Der Radevormwalder Christian Kreckel hat beim 1. FC Köln sein Glück gefunden.

Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum. So lautet ein Tipp, der in Ratgeber-Magazinen und im Internet gerne von irgendwelchen Schlaubergern formuliert wird. Als wenn das immer so einfach wäre . . .

Christian Kreckel ist einer, dem die Umsetzung perfekt gelungen ist. Er sagt aus tiefster Überzeugung: „Es ist für mich eine Riesenfreude, jeden Tag für eine Herzensangelegenheit zu arbeiten.“ Der gelernte Journalist, der sein Volontariat beim Remscheider General-Anzeiger gemacht hat und einige Jahre als freier Mitarbeiter in der Sportredaktion des RGA tätig gewesen ist, hat am 1. August des Jahres seine Arbeit in der Medienabteilung des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln begonnen. Die genaue Beschreibung heißt: Manager PR/Unternehmenskommunikation. Grund genug, den 38-jährigen Radevormwalder, der mit seiner Partnerin Daria in Köln-Ehrenfeld lebt, dort zu besuchen, wo er regelmäßig vor Ort ist – im legendären Geißbockheim.

Es ist ein Tag im Dezember, das letzte Spiel der Bundesliga-Hinrunde steht für den 1. FC Köln zwei Tage später gegen den VfB Stuttgart an. Es gibt noch eine Menge zu tun bei den Domstädtern, auf und neben dem Platz. Christian Kreckel, der 2002 sein Abitur auf dem Theodor-Heuss-Gymnasium in Rade gemacht und danach Diplom-Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert hat, kommt zum Parkplatz gleich neben dem Geißbockheim. „Willkommen“, sagt er. Um seinen Arbeitsplatz zu erreichen, müssen wir am Empfang im Clubhaus vorbei. „2G-Nachweis?“ Bitte sehr! „Dann brauchen wir aber auch noch einen Schnelltest!“ Gesagt, getan.

Im Epizentrum des 1. FC Köln überlässt man nichts dem Zufall. Weiter geht es durch lange Gänge, ehe wir links abbiegen. „Hier ist mein Schreibtisch“, zeigt Christian Kreckel auf seinen Platz. Ein großer Raum, in dem auch andere junge FC-Angestellte ihrem Tagwerk nachgehen. Die Stimmung ist locker, konzentriert.

„Ich bin angekommen. Das sieht auch mein Umfeld so.“

Christian Kreckel

Fanservice, Mitgliederbetreuung, Marketing, Ticketservice, Merchandising, FC-Stiftung, Internationalisierung, Partner- und Sponsorenplatzierung, Fußballschule, Startup-Projekte und eSports – alles was an Kommunikation beim 1. FC Köln mit diesen Themenbereichen zu tun hat, läuft über Kreckels E-Mail-Account. Oder, um es anders auszudrücken: Er hat alles zu beackern, was nicht mit dem unmittelbaren sportlichen Bereich zu tun hat. „Ich bin angekommen“, sagt Christian Kreckel. „Das sieht auch mein Umfeld so.“

Auch Torjäger Anthony Modeste kam mal eben zu dem gebürtigen Rader Christian Kreckel, um ihn zu begrüßen.

Sein Herz hat schon immer für Köln geschlagen, im Besonderen für den FC. Die Dauerkarte in der Südkurve, die seit 1997 in seinem Besitz ist, gibt er nun an Freunde weiter: „Da ist eine regelrechte Schlägerei drum entstanden.“ Er selbst braucht keine mehr, ist aus beruflichen Gründen bei fast jedem Spiel dabei: „Nur in Bielefeld war er Anfang Dezember nicht – der vorbereitete Heiratsantrag an seine Daria war an diesem Wochenende dann doch wichtiger.

Strukturierte Tage gibt es bei ihm nur bedingt. Sieht man vielleicht einmal davon ab, dass er meist gegen 9 Uhr beginnt. Kreckel muss immer wieder sichten und entscheiden – nach Dringlichkeit und Relevanz. Da sind in enger Abstimmung mit Geschäftsführung und Vorstand die Vertragsverlängerungen mit Ford und REWE. Da muss das Ticketing in Corona-Zeiten beinahe täglich neu angepasst werden. Kreckel verdeutlicht: „Bei fast jedem Heimspiel herrschen andere Voraussetzungen.“ Es gibt jede Menge zu tun. Immer wieder anders, immer wieder neu. Kürzlich, beim Auswärtsspiel in Wolfsburg, hat er den Live-Ticker geschrieben und die Kollegen aus der Club Media unterstützt. „Grundsätzlich“, sagt er, „dient alles, was wir tun, dem Wohl des 1. FC Köln.“

Auch gesellschaftspolitische Themen werden beim FC sehr bewusst angefasst. Karitatives Engagement, Nachhaltigkeit – in diesen Bereichen ist Kreckel ebenfalls involviert: „Für mich ging es von 0 auf 180.“ Eine rasante Geschwindigkeit. Umso wichtiger, dass es Ruhepole für ihn gibt. Wie seine Daria, mit der er die gemeinsame Zukunft plant. Oder das Elternhaus in Rade, wo er über Weihnachten die Zeit mit Vater Horst und Mutter Gisela genossen hat. Wie seine Geschwister Dorthe (45) und Jörg (48) und seine alten Rader Kumpels. Kreckel weiß, wo er herkommt, ist bodenständig und zuverlässig. Das war schon in seiner Zeit beim RGA so. Bis heute hat er sich das bewahrt.

Konzentriert an seinem Arbeitsplatz: Christian Kreckel.

„Sollen wir mal eben rüber zum Training gehen?“ Na, klar! Es sind nur ein paar wenige Meter, einmal ums Geißbockheim herum. Die morgendliche Einheit findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, es sind an diesem Tag mit Schmuddelwetter also kaum Menschen vor Ort. Man hört jede Anweisung, jede Korrektur. FC-Cheftrainer Steffen Baumgart kommt mal eben zum Spielfeldrand, begrüßt Kreckel per Handschlag. Wie auch Torjäger Anthony Modeste nach Trainingsende – man kennt sich, schätzt sich. Zwischendurch ist da noch eine kurze Unterhaltung mit Erich Rutemöller. Der in beratender Funktion tätige frühere Fußball-Dozent und -Trainer („Mach et, Otze“) ist mittlerweile 77 Jahre alt. Er kommt fast täglich mit dem Rad zum Training: „Ich brauche nur sieben Minuten.“

Kontakte und Netzwerke sind für ihn sehr wichtig

Es geht zurück ins Geißbockheim. Ein kleiner Happen zum Mittagessen im Restaurant, dann steht die Pressekonferenz im Nachbarraum an. Auch die lässt sich Kreckel nicht nehmen, begrüßt einige der Journalisten. Kontakte, Netzwerke – sie sind wichtig und gut. Währenddessen gibt Baumgart seine Einschätzung zum kommenden Gegner Stuttgart ab.

Es wird Zeit, sich zu verabschieden. Nach fast vier Stunden. Mit einem Schoko-Nikolaus im Köln-Dress im Gepäck. Schön, Christian Kreckel so zufrieden zu erleben. So ausgeglichen. Er ist angekommen. Vielleicht sind diese Ratgeber doch nicht immer nur blöde Plattitüden. Und man kann seinen Traum wirklich leben . . .

Werdegang

Christian Kreckel bringt bereits einen großen journalistischen Erfahrungsschatz mit, der ihm beim 1 FC Köln zugute kommt. Neben seiner Zeit beim Remscheider General-Anzeiger kann er unter anderem auf Stationen beim Express (Online, Digital Koordinator), bei RPR 1 (Rundfunk-Studioleiter) und bei der Kölner Agentur Medienprofis verweisen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Handball
Handball
Röntgenlauf: Vieles lässt sich planen, aber nicht alles
Röntgenlauf: Vieles lässt sich planen, aber nicht alles
Röntgenlauf: Vieles lässt sich planen, aber nicht alles
WSV startet mit Kracher in Essen ins neue Jahr
WSV startet mit Kracher in Essen ins neue Jahr
WSV startet mit Kracher in Essen ins neue Jahr
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich

Kommentare