Handball

Handballer zeigen sich wenig überrascht

Bis Anne Schmitz wieder Tore für die Panther-Frauen werfen darf, werden noch viele Wochen ins Land ziehen. Die Saison ist für die Handballer beendet. Foto: Doro Siewert
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Bis Anne Schmitz wieder Tore für die Panther-Frauen werfen darf, werden noch viele Wochen ins Land ziehen. Die Saison ist für die Handballer beendet.
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Der vorzeitige Saisonabbruch wird von den meisten begrüßt – Man sorgt sich aber um die Zukunft.

Von Andreas Dach

Letztlich war die vorzeitige Beendigung der Saison nur noch Formsache gewesen. Handball-Verband Niederrhein und Bergischer Handballkreis zogen aus der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz vom Mittwoch vergangener Woche erwartungsgemäß ihre Konsequenzen. Die Politik hatte den Lockdown vorerst bis zum 7. März verlängert. Davon auch betroffen: der Sport.

Was die Verantwortlichen des HVN und des BHK – wie zuvor bereits angekündigt – reagieren ließ. Sie zogen einen Schlussstrich unter die Saison, welche ohne Auf- und Absteiger bleibt. Ausnahme sind die Clubs, die ihre Mannschaften schon vor Beginn der Spielzeit zurückgezogen hatten. Diese Teams müssen runter. Anders als diejenigen, die erst während der laufenden Spielzeit einen Rückzieher gemacht hatten. Korrekte oder falsche Maßnahmen? Wir haben uns in der bergischen Handballszene umgehört.

Für Markus Lies, den 2. Vorsitzenden der Bergischen Soldaten, welche mit zwei Mannschaften in der Bezirksliga der Männer vertreten sind, ist es eine „richtige Entscheidung“. Er begründet: „Die ganzen Spiele nachzuholen, wäre unmöglich zu schaffen gewesen. Ich hoffe nur, dass die Mitglieder alle ihren Vereinen treu bleiben und wir uns alle bald wieder in der Halle sehen.“

„Der Stellenwert des Sports nimmt immer mehr Schaden, gerade im Bereich der Jugend!“

Rudi Lichius, WTV-Frauen-Trainer

Ähnlich klingt es aus dem Mund von Rudi Lichius, der gemeinsam mit Cordi Schwirblat in der kommenden Spielzeit die Verbandsliga-Frauen des Wermelskirchener TV coachen wird. Für ihn ist die Entscheidung „aus humaner Verantwortung nachvollziehbar“. Er beobachtet allerdings auch: „Durch die Pandemielage nimmt der Stellenwert des Sports, gerade im Jugendbereich, immer mehr Schaden.“ Letztlich bleibe der Sport aber halt nur eine wichtige und schöne Nebensache: „Wir sollten nicht vergessen, dass es bedeutsamere Bereiche gibt. Wie den Schutz des Lebens, der beruflichen und wirtschaftlichen Existenzen sowie des Bildungswesens.“

Louisa Boll, Rückraumspielerin der Oberliga-Frauen der Bergischen Panther, gibt zu, „dass wir schon damit gerechnet hatten, dass es so kommt“. Sie halte das für richtig, es sei gerecht für alle Teams. Auch wenn es schade sei, gehe die Gesundheit noch immer vor. Boll fügt an: „Doch ich vermisse den Handball sehr. Vor allem als Ausgleich im Alltag.“

Etwas zu früh ist die Absage aus Sicht von Roman Steinmetzer gekommen. Der Co-Trainer der Bergischen Soldaten hätte sich gewünscht, dass man noch ein wenig gewartet hätte: „Sicherlich geht die Gesundheit vor. Im März hätte man die Saison aber immer noch absagen können. Bis dahin hätte man mehr Infos gehabt, wie die Politik die Situation einschätzt.“

Michael Dedek, Trainer des Männer-Bezirksligisten Wermelskirchener TV II, legt sich fest: „Im Nachhinein betrachtet hätte man die Saison gar nicht beginnen dürfen beziehungsweise sollen. Die Absage ist gut und richtig.“ Er verbindet mit der Coronazeit, in welcher Handball gespielt wurde, sehr spezielle Beobachtungen: „Die Auflagen waren schon immens und wurden auch nicht immer umgesetzt.“ Zudem hätten sich so manche nicht mit Ruhm bekleckert. Dedek konkret: „Je nachdem, aus welcher Stadt man kam, gab es wegen des erhöhten Coronawerts zum Teil Anfeindungen.“

Dedek hat den Verein übrigens darüber informiert, dass er sein Amt mit Ablauf der Saison niederlegen wird. Bis Mai wird er das Online-Training weiterführen. Mehr in der Infobox zu diesem Artikel.

Wermelskirchener TV II

Laut Presseinfo des WTV II seien persönliche Gründe ausschlaggebend für die Ankündigung Michael Dedeks gewesen, seine Tätigkeit als Trainer beim Handball-Bezirksligisten nach nur einer Spielzeit wieder zu beenden. Demnach hätten eben solche Gründe den 50-Jährigen dazu bewogen, welche nicht im Zusammenhang mit dem Verein zu sehen sind. Die fehlende Motivation, welche nicht zuletzt durch die Coronakrise hervorgerufen wurde, sei einer der Auslöser. Man sei im Guten auseinandergegangen. Der WTV II begibt sich nun auf die Suche nach einem neuen Trainer und versucht, Co-Trainer Dirk van Walsem zu halten.

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