Interview

In Hagen findet sie ihre Tischtennis-Liebe

Sie hat gut Lachen: Monika Otto kann auf eine beeindruckende sportliche Karriere zurückblicken. Im Tischtennis hat sie unter anderem bei Welt- und Europameisterschaften ihre Frau gestanden. Foto: CO
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Sie hat gut Lachen: Monika Otto kann auf eine beeindruckende sportliche Karriere zurückblicken. Im Tischtennis hat sie unter anderem bei Welt- und Europameisterschaften ihre Frau gestanden.
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Monika Otto zeigt im Alter von 66 Jahren immer noch bärenstarke Leistungen an der Platte.

Von Andreas Dach 

Verzeihen Sie unseren spontanen Anruf, Frau Otto. Wobei stören wir Sie?

Monika Otto: Mein Mann und ich lesen gerade den RGA. Kein Problem, dass Sie sich melden.

Sie spielen seit dem Jahr 2011 gemeinsam mit Ihrem Ehemann beim TB Groß-Ösinghausen Tischtennis. Nicht jeder hat in Geografie die Note 1 auf dem Zeugnis gehabt. Mögen Sie uns verraten, wo das genau ist?

Monika Otto: In Hilgen gibt es einen Abzweig in Richtung Witzhelden/Leichlingen. Es handelt sich um einen kleinen Ortsteil, der sehr ländlich und sehr familiär gelegen ist. Der Vorteil ist, dass es dort eine vereinseigene Halle gibt. So müssen wir in den Ferien mit dem Training nicht aussetzen.

Wir bleiben hartnäckig. Sie leben in Remscheid, haben in der Bundesliga in Bonn und Hagen gespielt. Wie landet man dann beim TBÖ? Und das soll keineswegs abwertend klingen.

Otto: Zunächst einmal muss man wissen, dass ich im Alter von zehn Jahren bei WaSpo Remscheid begonnen habe, wo auch mein Vater gespielt hat. Er hat mich immer in die Hallen mitgeschleppt, und da habe ich Feuer gefangen. Ich habe relativ früh Erfolge in der Schülerinnenklasse gefeiert. So entstanden dann auch Kontakte, und ich bin danach bei Olympia Bonn gelandet.

Ein enormer Aufwand, immer zwischen Remscheid und Bonn zu pendeln.

Otto: Aber es hat sich gelohnt. Wir hatten eine ganz junge Mannschaft, und es war eine Superzeit. Teilweise bin ich schon freitags dorthin gefahren und erst sonntags am Abend zurückgekommen. Wir haben auch privat viel unternommen.

Die nächste große Station war der SSV Hagen. Auch mit Spielen in der Bundesliga und der 2. Liga.

Otto: Das war auch eine besondere Zeit. Vor allem deshalb, weil ich meinen Mann dort kennengelernt habe. Er war Jugendleiter, Trainer und hat selbst gespielt.

Eine Tischtennisliebe also.

Otto: Ja, und mittlerweile sind wir halt seit neun Jahren beim TB Groß-Ösinghausen. Wir hatten seinerzeit einen Club gesucht, wo Männer und Frauen spielen können. Dort fühlen wir uns sehr wohl.

Was macht den Reiz des Tischtennissports überhaupt für Sie aus? Sie hätten ja auch Balletttänzerin oder Leichtathletin werden können. Um nur zwei Beispiele aus der breiten Palette des Sports zu nennen.

Otto: Damals war das die Hochklassigkeit. Mit Hagen haben wir auch im Europapokal gespielt. Was meinen Sie, was wir da für tolle Touren gemacht haben. Jetzt ist es eher so, dass ich froh bin, mich damals für eine Sportart entschieden zu haben, die ich auch im Alter noch gut ausüben kann. Das Tischtennisspielen hält fit. Nicht umsonst bin ich nach meiner Hüft-OP im Jahr 2018 so schnell wieder an der Platte gewesen. Gerade in der Rehaphase habe ich schon gemerkt, dass ich vergleichsweise deutlich fitter war als andere, die keinen Sport mehr machen oder nie Sport betrieben haben.

Wenn Sie selbst Ihre Art des Tischtennisspielens beschreiben würden. Worin sehen Sie Ihre Stärken?

Otto: Ich habe ein gutes Auge, kann Bälle gut platzieren. Eher abwartend, defensiv und auf Konter lauernd – das ist mein Spiel. Deshalb bin ich auch als Doppelpartnerin so begehrt. Ich kann meine Mitspieler gut in Szene setzen.

Sprechen wir über den TBÖ. Wie stellt sich die Saison in Coronazeiten für den Verein dar?

Otto: Wir haben nur fünf von neun Teams gemeldet, die anderen wollten lieber Vorsicht walten lassen. Männer und Frauen spielen in der Bezirksliga, drei weitere Männerteams auf Kreisebene. Wir mit den Frauen möchten gerne in die Verbandsliga aufsteigen. Seitdem Sophie Pies aus Wermelskirchen dazugekommen ist, haben wir durchaus Chancen.

Das wäre ein toller Erfolg. Was sind überhaupt Ihre schönsten Momente im Tischtennis?

Otto: Da gibt es viele. Wie die Westdeutsche Jugend-Meisterschaft Anfang der 70er. Ich habe auch zum Nationalkader gehört und als Seniorin Welt- und Europameisterschaften gespielt. Besonders in Erinnerung ist mir die WM 2018 in Las Vegas. Da bin ich im Doppel unter die letzten Acht gekommen. Schade, dass dieses Jahr die WM in Bordeaux nicht zustande gekommen ist. Aber vielleicht wird sie im April oder Mai 2021 nachgeholt.

Persönlich

Monika Otto wurde am 23. September 1954 in Remscheid geboren. Sie ist verheiratet (Ehemann Christoph) und hat über 40 Jahre als Kundenberaterin in der Sparkasse Lüttringhausen gearbeitet. Sie ist seit jüngstem Alter aktive Tischtennisspielerin und bringt derzeit beim TB Groß-Ösinghausen immer noch tolle Leistungen. Sogar in den Urlaub nehmen die Ottos ihre Tischtennisschläger mit.

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