Türchen 24

Adventskalender: Große Schwester macht´s wie die Zwillinge

So frei darf man Amelie Knippert (mit der 24 auf Trikot und Hose) nicht zum Wurf kommen lassen. Dann sitzt das Ding. Foto: Jörg von der Wippel
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So frei darf man Amelie Knippert (mit der 24 auf Trikot und Hose) nicht zum Wurf kommen lassen. Dann sitzt das Ding.
  • Andreas Dach
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Mit dem Öffnen des Türchens Nummer 24 im Rückennummern-Adventskalender endet unsere Serie.

Von Andreas Dach

Sie klingt ausgeglichen. Fröhlich. Fast wünscht man sich, dass diese Ausgelassenheit doch bitte mal eben durch den Hörer kommen könnte. Amelie Knippert bestätigt gerne die Empfindung, die beim Telefonat mit ihr entsteht. „Ich bin mit mir mehr als im Reinen“, sagt die Handballerin, die in Remscheid aufgewachsen ist, in Wuppertal wohnt und für Fortuna Düsseldorf in der 3. Liga spielt. 24 Jahre ist die junge Frau, die unmittelbar vor Weihnachten noch ihre Masterarbeit abgegeben hat und im Mai mit ihrem Referendariat beginnt (Sek. II).

Deutsch und Geschichte heißen die Fächer, deren Inhalte sie in absehbarer Zeit an wissbegierige junge Menschen weiter geben wird. „Ich hätte mir sogar locker sieben oder acht Fächer vorstellen können“, gibt Amelie Knippert zu. Sport gehört nicht dazu. „Den mache ich doch ohnehin fast jeden Tag.“

Türchen 24.

Sie wäre gerne auch Psychologin geworden. Oder hätte eine Laufbahn bei der Polizei eingeschlagen. Letztlich war es ein Bauchgefühl, das sie bestärkt hatte: Werde Lehrerin! „Eigentlich“, erinnert sich die Halblinke, die auch schon mal als Backup in der Mitte eingesetzt wird, „wusste ich das schon in der Grundschule.“ Sie war immer gerne zum Unterricht gegangen – in der Katholischen Grundschule in Lüttringhausen. Später auch im Leibniz-Gymnasium, wo sie ihr Abitur machte. Und quasi nebenbei noch dazu beigetragen hat, dass im Jahr 2012 dort die Handball-AG entstand.

Amelie Knippert steht für Aktivität. „Ich sprudele vor Energie“, sagt sie. „Manchmal kann ich mich selbst kaum bremsen.“ Umso bitterer müssen die Wochen zwischen Frühjahr und Sommer dieses Jahres gewesen sein, als sie wegen einer hartnäckigen Verletzung lange ausgefallen ist. Ein dreimonatiges Sportverbot – nichts für eine ehrgeizige Person wie sie. Umso glücklicher war sie, als sie zum Saisonstart wieder im Kader des Drittligisten stehen konnte. Und die Spielzeit – angesichts der Coronapandemie nicht selbstverständlich – überhaupt beginnen konnte.

„Das hat mir positive Energie gegeben“, berichtet sie. So sehr, dass sie beim Sport wieder über ihre eigenen Grenzen hinausgeht. „120 bis 130 Prozent sind bei mir immer drin“, sagt sie über sich selbst. Das schätzt man bei der Fortuna, wo mit Ina Mollidor eine frühere Hilgener Klassehandballerin ihre Trainerin ist. „Ich habe einen guten Draht zu ihr“, verdeutlicht die Remscheiderin. Vielleicht eint sie ja besonders die Tatsache, dass das Eins-gegen-Eins eine Stärke von beiden ist beziehungsweise war.

Dreimal pro Woche fährt Knippert zum Training in die Landeshauptstadt, dazu kommen Krafteinheiten und Läufe im Bergischen Land. Besonders Letzteres hat sie für sich sehr liebgewonnen, zieht sich fast täglich die Laufschuhe an.

Es wird Zeit, über die 24 auf ihrem Trikot zu plaudern. Seitdem sie im Sommer 2020 vom HSV Gräfrath zur Fortuna gewechselt ist, ist das ihre Trikotnummer. Mit großer Begeisterung sogar, obwohl in der Vergangenheit immer die 7 „meine Lieblingsnummer war“. In Düsseldorf war diese besetzt. Jetzt trägt sie stolz die 24. Wie ihre jüngere Schwester Luisa, die beim Bundesligisten VfL Oldenburg in ihre zweite Saison geht („Das macht mich als größten Fan unglaublich stolz“). Gemeinsam sind sie 2015 mit Bayer Leverkusen Deutscher Meister der A-Jugend geworden. Oder wie es auch deren Zwillingsbruder Moritz gemacht hat, als er noch für den HC Wermelskirchen spielte und in der Saison 2018/2019 mit der 24 auf dem Rücken Torschützenkönig wurde.

Bestimmt wird der Handballsport auch über Weihnachten im Hause der Eltern immer mal wieder ein Thema sein, wo die Familie in kleinem Kreis zusammenkommt. Ist Vater Günter doch ein langjähriger Trainer und Schiedsrichter, kennt sich in der Szene bestens aus. Mindestens genauso bewandert ist der Hobbykoch aber mittlerweile in der Küche. „Ich bin schon gespannt, was er wieder Gutes zaubert“, gibt Amelie Knippert zu. Von dem Rinderfilet mit Spekulatiuskruste, das es mal zu Weihnachten gab, schwärmt sie jedenfalls noch heute . . .

Serie

In unserem Rückennummer-Adventskalender kamen bislang seit dem 1. Dezember der Reihe nach die Fußballer Sebastian Weber (SV 09/35), Yusuf Kaya (Dabringhauser TV) und Antonio Angelov (FC Remscheid), Handballer Jens Reinarz (Bergische Panther), Erik August von Fußball-Bezirksligist VfB Marathon), Moritz Mettler von Handball-Landesligist ATV Hückeswagen, Fußballer Dennis Dossmann (Bergisch Born II), Footballer Tommy Le, Handballer Ben Vornehm (Bergische Panther II), Anis Geus vom Fußball-Bezirksligisten SSV Bergisch Born, Max Richter von Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid, Fußballerin Melina Stratemeyer (SG Hackenberg), Handballerin Anke Görke (Lüttringhauser TV), Handballerin Alina Eigenbrod (Wermelskirchener TV), Fußballer Luca Lenz (SC Ayyildiz), Footballer Tobias Picard (AFC Amboss), Handballer Florian Hinkelmann (HG Remscheid), Fußballerin Denise Hock (TG Hilgen), Fußballer Yannik Prahl (SC 08 Radevormwald) und Handballer Chris Grassow (HSG Radevormwald/Herbeck) vor.

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