Handball

Es gibt keine Luftschlösser mehr

Lars Hepp hat auch in der neuen Saison weiter das sportliche Sagen in Leichlingen. Foto: Doro Siewert
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Lars Hepp hat auch in der neuen Saison weiter das sportliche Sagen in Leichlingen.
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Lars Hepp, Handball-Trainer des Leichlinger TV, hat denkwürdige Wochen hinter sich.

Von Peter Kuhlendahl 

Herr Hepp, Saisonabbruch in der 3. Liga wegen der Corona-Pandemie und die Insolvenz der Pirates in Leichlingen. Hinter Ihnen liegt eine bewegte Zeit.

Lars Hepp: Sagen wir mal so. Es war ein sehr interessantes Frühjahr. Aber ich habe für mich persönlich auch viel Positives aus der Zeit gezogen. Man ist mal ein wenig zur Ruhe gekommen und hat nicht Tag und Nacht an Handball gedacht. Und mittlerweile blicke ich auch wieder sehr positiv in die Zukunft.

Bevor wir das gemeinsam machen, noch einmal ein Blick zurück. Wie überrascht waren Sie, dass die PIMA GmbH, die für den Spielbetrieb zuständig war, keine finanzielle Perspektive mehr sah, und die Insolvenz angemeldet hatte?

Hepp: Die Spieler und auch ich sind per E-Mail informiert worden. Das kam schon überraschend. Damit meine ich natürlich die Art und Weise der Information.

Heißt das, dass die Insolvenz an sich Sie nicht überrascht hat?

Hepp: Bei meinem Amtsantritt vor zwei Jahren habe ich den Verantwortlichen gesagt, dass dies passieren wird. Es lastete wie ein Schatten über der ganzen Sache. Und wenn dann auch noch Zusagen plötzlich nicht eingehalten werden, geht es nicht mehr anders.

Die Pirates sind Geschichte, als Leichlinger TV geht es nun in der 3. Liga weiter. Wie haben die Verantwortlichen den Dreh bekommen?

Hepp: Eine Sache vorab: Wir sind noch nicht endgültig über den Berg. Aber es hat sich in den letzten vier Wochen auf den verschiedensten Ebenen sehr viel bewegt. Mehr als in den zwei Jahren, die ich jetzt schon hier bin.

Können Sie das präzisieren?

Hepp: Das wichtigste ist, dass der Vereinsgedanke wieder mehr in den Mittelpunkt rückt. Das ist der neue Weg. Aus diesem Grund waren auch plötzlich wieder viele Leute da, die helfen. Sehr wichtig war, dass wir Elmar Müller als Sportlichen Leiter gewinnen konnten. Aber es wird noch viel Arbeit bleiben. Gerade was die Sponsoren angeht. Aber es gibt viel Anlass für Optimismus. Natürlich alles in kleinen Schritten.

Wie schwierig ist es einen Etat für die 3. Liga aufzustellen, ohne zu wissen, wann es überhaupt wieder losgeht?

Hepp: Wir sind froh, sagen zu können, dass die neue Saison komplett finanziert ist. Ohne Zuschauereinnahmen oder Erlöse aus dem Catering in der Halle. Wir haben einige Gönner, die uns eine gewisse Starthilfe gegeben haben.

Ohne natürlich ins Detail zu gehen. Große Sprünge wird es in Leichlingen nicht mehr geben, oder?

Hepp: Bei den finanziellen Mitteln, die uns nun zur Verfügung stehen, muss man ganz klar sagen, dass es nie wieder so werden wird, wie es mal war.

Acht Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison haben verlängert. Dazu gab es auch zwei Neuzugänge. Eine gute Ausbeute, in den Zeiten, wo der Gürtel finanziell enger geschnallt werden muss.

Hepp: Die Jungs haben unglaublich cool reagiert und stellen sich in den Dienst der Sache. Und alle sehen es realistisch. Luftschlösser werden keine mehr gebaut.

Kann man denn schon über Ziele für die neue Saison reden?

Hepp: Da gibt es für uns vom ersten Spieltag an nur ein einziges Ziel: den Klassenerhalt.

Sie haben gerade die Worte erster Spieltag in den Mund genommen. Der dürfte in weiter Ferne sein, oder?

Hepp: Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, wann es losgehen könnte. Aber das sehen wir sehr entspannt. Für uns und unsere noch zahlreichen Baustellen, ist es im Grunde auch besser, je später es losgeht.

Die endgültige Zusammenstellung der Teams in der 3. Liga steht zwar noch nicht fest. Aber wie lautet Ihre Einschätzung?

Hepp: Die üblichen Verdächtigen werden vorne mitmischen. Prima ist, dass es einige Derbys geben wird. Wie gegen Longerich, Aufsteiger Opladen und auch die Bergischen Panther.

Stichwort Panther. Da gibt es ja nicht zuletzt wegen deren neuen Managers Frank Lorenzet viele Querverweise...

Hepp: Was mir aber ziemlich egal ist. Ich schaue im Augenblick nur auf uns. Da gibt es aktuell noch reichlich Arbeit.

Zur Person

Lars Hepp wurde am 2. Februar 1978 in Solingen geboren. Mit Ehefrau Lidija, die auch Handballerin ist, lebt er in Witzhelden. In Opladen hat Hepp seine Karriere begonnen. Gespielt hat er auch in Ohligs und Leichlingen. Als Spielertrainer wer er dann beim TuS Wermelskirchen im Einsatz. Von dort ging es zu Eintracht Hagen. Beim HSV Hamburg war er im Nachwuchsbereich aktiv. Seit 2018 ist er in Leichlingen.

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