Interview

Geske: „Langweilig - das kann ja jeder!“

Tobias Geske wird seine Führungsqualitäten künftig nicht alleine als Schlussmann bei der HGR einbringen. Archiv-Foto: Holger Battefeld
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Tobias Geske wird seine Führungsqualitäten künftig nicht alleine als Schlussmann bei der HGR einbringen.
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34-Jähriger ist ab sofort in Doppelfunktion bei der HG Remscheid tätig – als Torwart und Sportlicher Leiter

Von Andreas Dach

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Doppelfunktion, Tobias Geske. Sie sind künftig nicht mehr alleine Torhüter der HG Remscheid, sondern auch Sportlicher Leiter. Wann geht es los, und wie kam es dazu?

Tobias Geske: Meine Tätigkeit beginnt in diesen Tagen. Über viele Jahre war Ralf Hesse die HGR und hat das richtig, richtig gut gemacht. Jetzt geht es darum, seine Arbeit nicht nur zu verwalten, sondern weiter voranzutreiben. Gerade in der Coronakrise ist Kommunikation ein großes Thema. Ich glaube, dass ich auch durch meinen Beruf diesbezüglich eine Menge Erfahrung mitbringe. Das ist mir schon ein wenig auf den Leib geschneidert. Die Aufgaben müssen insgesamt auf mehrere Schultern verteilt werden. Ich gehöre nun zum Team dazu.

Wir gehen davon aus, dass Geschäftsführer Tiberius Jeck Sie angesprochen hat.

Jeck: Ja, so ist das gewesen. Es hat drei Gespräche gegeben, wobei das dritte eigentlich nur noch eher ein Absegnen war. Ich habe Spaß daran, kann mich damit identifizieren. Und was man nicht vergessen darf: Ich bin 34 Jahre alt und werde ja nicht mehr ewig Handball spielen. Gleichzeitig wird mich der Handball nicht loslassen. Da ist der Schritt in diese Richtung ein guter, wie ich finde.

Wie müssen wir uns Ihren Aufgabenbereich vorstellen?

Geske: Er betrifft zwei wesentliche Punkte, die mit der 1. Mannschaft zu tun haben. Da ist zum einen die Kaderplanung, bei welcher ich mich mit Trainer Alexander Zapf abstimmen werde. Wir sind beide gut vernetzt – das wird uns entgegenkommen. Zum anderen kümmere ich mich um den Bereich Kommunikation und Organisation.

Wir stellen uns das schwierig vor, auf der einen Seite als Spieler, auf der anderen Sportlicher Leiter zu fungieren.

Geske (lächelnd): Langweilig kann ja auch jeder. Im Ernst: Natürlich ist das eine Herausforderung. Aber ich kann die beiden Bereiche sehr wohl trennen. Umso wichtiger ist es, gut zu kommunizieren. Deshalb wollte ich dies auch unbedingt der Mannschaft persönlich mitteilen. Wir hatten kürzlich eine Zoom-Konferenz, und im Anschluss habe ich alleine mit den Mitspielern gesprochen. In dem Rahmen habe ich mein Kapitänsamt niedergelegt. Es ist klar, dass ich das in dieser Konstellation nicht weiter ausführen kann. Die Reaktionen waren durchweg positiv.

Wie lange läuft Ihr Vertrag, und welche Zielsetzung ruft die HGR aus?

Geske: Wir haben uns zunächst einmal auf ein Jahr verständigt, was meine Tätigkeit angeht. Mit der HGR haben wir einen mehrstufigen Plan aufgestellt. Dazu gehört, dass wir mittelfristig in die 3. Liga möchten, vielleicht in zwei bis drei Jahren.

In der kommenden Saison noch nicht?

Geske: Verstecken werden wir uns bestimmt nicht und wollen auch oben dabei sein, aber die Liga wird bockstark. Da sind wir schon realistisch. Deshalb blicken wir eher auf die Jahre danach.

Der Kader bleibt komplett zusammen. Lediglich hinter der Zukunft des Halbrechten Todor Ruskov steht ein Fragezeichen?

Geske: So ist es. Wir würden ihn gerne behalten. Er ist ein richtig guter Typ. Im Moment sehe ich die Chancen bei 50:50, weil es bei ihm darum geht, dass er vielleicht in seine bulgarische Heimat zurückkehrt. Davon hängt alles ab.

Wie müssen wir uns nach der langen und unfreiwilligen Coronapause die Vorbereitungsphase der HGR vorstellen?

Geske: Auf jeden Fall anders als sonst. Die Spieler müssen sich erst einmal wieder an den Hallenboden gewöhnen. Da kann man nicht direkt wieder in die Vollen gehen. Die Belastungssteuerung wird eine der größten Herausforderungen sein, welche wir zu bewältigen haben.

Haben Sie schon eine Idee, wann die Spielzeit 2021/2022 starten könnte?

Geske: Aus Hessen habe ich gerade gehört, dass man im dortigen Landesverband im Oktober wieder beginnt. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei uns schon etwas früher wieder losgeht. Vielleicht eher so im September – um hinten heraus ein bisschen mehr Puffer zu haben, falls es noch einmal zu Unterbrechungen kommt.

Zurzeit urlauben Sie noch für ein paar Tage mit Ihrer Familie auf Sylt. Da können Sie schon mal für Ihre Tätigkeit als Sportlicher Leiter üben . . .

Geske: Das trifft es. Den ganzen Tag am Strand zu verbringen – das ist nicht unser Ding. Wir waren schon mit dem Katamaran auf Helgoland, was vor allem für unsere beiden Jungs ein besonderes Erlebnis war. Dazu stehen Radtouren auf dem Programm. Ich habe ein Buch mit nach Sylt genommen, welches uns einiges abverlangt. Es heißt „111 Orte auf Sylt, die man mit Kindern gesehen haben muss“. Es gibt also noch einiges zu tun.

Dann viel Spaß an der Nordsee. Gibt es zum Abschluss noch etwas, was Ihnen besonders wichtig ist an dieser Stelle zu betonen?

Geske: Ja. Man sollte unbedingt hervorheben, welch gute Arbeit Fränze Schoewer für die HGR leistet. Sie ist im vergangenen Jahr in ihrer Rolle enorm gewachsen und gehört zum Gremium mit Tiberius Jeck, Alex Zapf und mir. Fränze deckt einen großen Block ab, zu dem unter anderem Social Media, das Passwesen und die Herstellung einer neuen Homepage gehören.

Persönlich

Tobias Geske wurde am 2. April 1987 in Leverkusen geboren. Mit Ehefrau Carla hat er die beiden Söhne Phil und Luca. Der Projektleiter und Vertriebler des Solinger Automobilzulieferers Bia lebt mit seiner Familie in Witzhelden. Dort hat auch die handballerische Laufbahn des Torhüters begonnen und führte weiter über die Burscheider TG, den TB Wülfrath, den TuS Wermelskirchen und die SG Langenfeld zur HG Remscheid, wo er in die fünfte Saison geht und nun zusätzlich das Amt des Sportlichen Leiters übernimmt. Seine größten sportlichen Erfolge sind das Erreichen der 3. Liga und der Gewinn des Deutschen Amateurpokals (mit Langenfeld) sowie drei DM-Titel im Beachhandball.

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