Leichtathletik

Die Gemeinschaft sorgt für den Spaß

Sven Hmielosz, Marvin Jesinghaus, Tim Wagner, Ulrich Schulze-Bergkamen (v.l.) beim Lichterlauf in Duisburg. Foto: Pacer
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Sven Hmielosz, Marvin Jesinghaus, Tim Wagner, Ulrich Schulze-Bergkamen (v.l.) beim Lichterlauf in Duisburg.
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Sechs Tempomacher nennen sich Pacer, drücken aufs Gaspedal und gründen eigene Laufgruppe.

Von Andreas Dach

Sie kommen aus Remscheid, Wuppertal, Bochum, Essen, Moers und Bielefeld. Zwischen diesen Städten in Nordrhein-Westfalen liegen zum Teil sehr viele Kilometer. Was sechs junge Läufer allerdings nicht daran hindert, gemeinsame Sache zu machen. Sie haben sich im September vergangenen Jahres zu einer Laufgruppe zusammengeschlossen und nennen sich „Die Pacer“. Sie sind sich einig: „Wir sind extrem ambitioniert unterwegs, und unsere Bestzeiten lassen sich mehr als sehen.“

Was sich alleine mit Blick auf das Duo aus dem Bergischen Land schnell bestätigen lässt. Der Remscheider Marvin Jesinghaus ist 2015 und 2019 Stadtmeister beim Röntgenlauf geworden. Mal über die Fünf- , mal über die Zehn-Kilometer-Distanz. Tim Wagner stammt aus Wuppertal. Er hat unter anderem mit Rang zwei beim Schwebebahnlauf überzeugt. Dabei hat er unter 5000 Teilnehmern den zweiten Platz belegt.

„Wir wollen kreativ sein, um den Kopf frei zu bekommen!“
Marvin Jesinghaus, Remscheider Läufer

Es handelt sich also um richtig fixe Jungs im Alter zwischen 20 und 23 Jahren, die über die 10-Kilometer-Distanz alle unter 40 Minuten bleiben. Zum Teil sogar sehr deutlich. Was nun treibt sie an? Warum haben sie eine eigene Gruppe gebildet? Zumal sie ja größtenteils auch Vereinen angehören.

Jawohl: Die eigenen Trikots sind angekommen. Simon Seputis (l.) und Marvin Jesinghaus sind happy.

Wie Marvin Jesinghaus. Der 22-Jährige, der sich bei der Firma Hazet in Remscheid in den letzten Zügen seiner kaufmännischen Ausbildung befindet, ist für die LG Remscheid und für den RSV gelaufen, bevor er zum TV Refrath gewechselt ist. „Wir wollten kreativ sein, um den Kopf frei zu bekommen“, sagt er. „Gerade in den Zeiten der Pandemie.“

Also haben sich die sechs Sportler zusammengetan, die sich von diversen Volksläufen kannten und auf einem ähnlichen Leistungslevel befinden. Mitte des Jahres hatte sich das Sextett in Remscheid getroffen und ist von Lennep aus auf der Trasse gelaufen. „Danach haben wir noch ein schönes, leckeres Bierchen getrunken“, berichtet Ulrich Schulze-Bergkamen, der auch dem neuen Team angehört.

Es folgten eine WhatsApp-Gruppe und weitere Treffen. Wie am Kemnader Stausee. Dort lief man nicht nur, sondern schmiedete schließlich auch Pläne. Diese wurden Woche für Woche mit mehr Leben erfüllt. Über eine Agentur haben die Jungs ein eigenes Logo erstellen lassen. Inzwischen gibt es auch eine eigene Homepage (www.diepacer.com). Kürzlich wurden Trikots geliefert, und auf Instagram freut man sich darüber, dass man bezüglich der Follower-Zahl gerade an der Vierstelligkeit kratzt.

Auf diesem Wege können sie von ihren eigenen Lauferfahrungen berichten, Motivation verbreiten. Ihnen ist wichtig: „Wir wollen nicht zu einem Verein werden, sondern in dieser Zusammensetzung bleiben.“ Jesinghaus: „Der Spaß, den wir haben, den wollen wir auch im Netz verbreiten.“ Man poste Videos von Wettkampfhighlights, gebe Trainingstipps sowie Einblicke in Wettkampfrituale und vieles mehr. Gerade in Zeiten der Pandemie sei es ihnen immens wichtig, immer mehr Menschen zur Bewegung zu animieren.

Es soll nicht nur bei denen Interesse geweckt werden, die ähnlich gute Zeiten wie sie auf die Piste bringen. „Wir wollen eine breite Palette ansprechen“, macht Schulze-Bergkamen deutlich. Dass man dabei auf einem guten Weg sei, zeige die Resonanz auf ihre Veröffentlichungen im Internet. „Da sind auch Leute dabei, die einen 7er-Schnitt laufen,“ macht Jesinghaus deutlich, dass auch die Aktiven von einem Klick profitieren können, die es bei ihren Läufen etwas ruhiger angehen lassen.

Klar, dass „Die Pacer“ schon dem Tag entgegenfiebern, an dem sie selbst wieder offiziell Wettkämpfe bestreiten können und nicht „nur“ als Ratgeber fungieren. Man könne sich gut vorstellen, zum Beispiel beim Köln-Marathon und beim Vivawest-Marathon als Staffel dabei zu sein. Zumal sie glauben, durch die vielen geteilten Erfahrungen auch selbst besser zu werden. Tempomacher halt. Oder auf Englisch: Pacer. . .

Die Pacer

Das sportliche Laufen wird zunehmend zu einem Teamsport. Natürlich gibt es nach wie vor Aktive, die ihre Kilometer am liebsten alleine absolvieren, sich selbst prima motivieren können. Allerdings erkennen auch immer mehr Ausdauersportler die Vorzüge des Gruppenlaufs. Man findet Gleichgesinnte. Oder, wie es auch „Die Pacer“ nennen: „Lauf-Buddys“. So jedenfalls ist es im Fall von Marvin Jesinghaus, Tim Wagner, Ulrich Schulze-Bergkamen, Sven Hmielosz, Jonas Barwinski und Simon Seputis.

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