Fußball

Geil – der FC Remscheid entzaubert Hamborn 07

Tooor durch Ahmed Al Khalil: Der Angreifer des FC Remscheid blieb beim 2:0 eiskalt. Foto: Michael Sieber
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Tooor durch Ahmed Al Khalil: Der Angreifer des FC Remscheid blieb beim 2:0 eiskalt.
  • Fabian Herzog
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  • Andreas Dach
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Der nächste Spitzenreiter in der Landesliga ist fällig – SV 09/35 enttäuscht und verliert

FC Remscheid – SF Hamborn 07 2:1 (2:1). Eine Wort machte die Runde. Eins mit vier Buchstaben. „Geil, war das nicht geil?“ fragte FCR-Trainer Marcel Heinemann nach dem verdienten Erfolg gegen den Spitzenreiter. Ja, das war geiler Fußball. Von beiden Mannschaften, besonders aber vom Gastgeber, der immer mehr zum Favoritenschreck in der Landesliga wird. Diese 90 Minuten gehörten zum Besten, was der FCR in dieser Runde auf den Platz gebracht hat. Vielleicht war es sogar das Beste.

Mit Sicherheit wäre dies der Fall gewesen, wenn die Mannschaft von Heinemann eine tolle Leistung noch veredelt hätte. Doch Ahmed Al Khalil vergab freistehend, Armen Shavershyan traf nur die Latte. Beide Aktionen passierten nach gut einer Stunde, hätten das 3:1 und 4:1 bedeutet. So blieb es spannend bis zur Schlussphase, in einigen Momenten sogar dramatisch.

„Vielleicht hat mir ein wenig die Kraft gefehlt“, sagte Al Khalil nach der vergebenen Großchance. Die Fastenzeit (Ramadan) lässt grüßen. Allzu verärgert wird er nicht sein, war der Offensivmann doch für beide Tore verantwortlich gewesen. Erst hatte er einen Freistoß direkt verwandelt (26.), dann nach einem mustergültig herausgespielten Konter zum 2:0 nachgelegt (32.). Timm Golleys verwandelter Foulelfmeter (36.) hatte die Partie wieder spannend gemacht.

„Der nächste Spitzenreiter kann kommen!“

Patrick Posavec, FCR-Stürmer

Die Hamborner hatten mehr Spielanteile, kamen dabei aber selten einmal wirklich gefährlich vor den Kasten von Maurice Horn. Was auch daran gelegen haben könnte, dass der treffsichere Julian Bode schon früh verletzt ausschied (25.). Und wenn es dann doch mal eng wurde, konnte sich der Schlussmann auf seine Vorderleute verlassen. Die irren Rettungsaktionen von Adis Babic (13.) und Dylan Oberlies (73.) unmittelbar vor der Torlinie standen für die Moral und die Einstellung der Remscheider. Das war klasse, das hatte Symbolcharakter. Oder war, in vier Buchstaben gesagt, geil.

„Der nächste Spitzenreiter kann kommen“, sagte Patrick Posavec im Überschwang. Wer auch immer das im Laufe der Saison noch sein könnte. „Dieser Sieg geht in erster Linie auf das Konto von Marcel Heinemann“, meinte Teammanager Mike Zintner. „Er hat die Mannschaft perfekt eingestellt und ist für uns Gold wert.“

Dabei hatte das Wochenende längst nicht perfekt für den FCR begonnen. In der Nacht von Freitag auf Samstag sind Unbekannte in die VIP-Baracke des Röntgen-Stadions eingestiegen und haben diese verwüstet. Nur dem Einsatz vieler Ehrenamtler war es zu verdanken, dass sich das Vereinsheim pünktlich zum Anpfiff in gutem Zustand präsentierte. Und Co-Trainer Mike Kupfer stand wegen einer Corona-Erkrankung nicht zur Verfügung. Er hatte sich am Spieltag zwar freigetestet, war vorsichtshalber aber von Timm Kolditz vertreten worden. Einem alten Weggefährten von Heinemann aus Lippstadter Zeiten.

DJK Arminia Klosterhardt – SV 09/35 Wermelskirchen 2:0 (0:0)

Auch das dritte Auswärtsspiel des Jahres setzte 09/35 in den Sand. In einer Partie auf überschaubarem Niveau schaffte es nur eine Mannschaft, nach dem Seitenwechsel eine Schippe draufzulegen. Und die kam nicht aus Wermelskirchen.

Bis zum 1:0 (70.) hatten die Oberhausener schon gute Möglichkeiten ausgelassen, mit dem 2:0 (82.) machten sie per Konter den Deckel drauf. Erst danach wurden die Gäste etwas durchschlagskräftiger. Shogo Aikawas Kopfball touchierte die Latte, kurz darauf klärte ein Klosterhardt-Spieler nach einem scharf getretenen Standard auf der Linie. „Wir müssen vorne einfach gefährlicher werden“, stellte Trainer Sebastian Pichura fest, der trotz ramponiertem Knie selbst auflief. Als er beim Stand von 0:0 rausging, „dachte ich, die Jungs könnten jetzt noch mal zulegen.“ Doch es kam anders. „Das ist schwer zu verdauen“, meinte der Coach, in dessen Team sich die personell eh schon schwierige Situation beim Abschlusstraining am Freitag weiter verschärft hatte, als sich Umut Demir eine muskuläre Verletzung zuzog. Mit der letzten Aktion. Auch das passte.

Aufstellungen

FCR: Horn, Blume, Babic, Angelov (20. Kerkien, 89. Maresch), Oberlies, Kacmaz (70. Saibert), Shavershyan, Buscemi (78. Lüttenberg), Ichimura, Al Khalil (83. Costa Rebelo), Posavec.

SV 09/35: Weber, Kelm (80. Türksoy), Streit, N. Postic, M. Postic, Raufeiser, Wylezol, Pichura (70. Circir), Lilliu (75. Aikawa), Eryürük (85. Guder), Soares.
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