Vor Ort

Redakteurin gehört zu den wahren Gewinnern

Auch wenn das Bild mit dem Zweikampf zwischen Kevin Kampl (l.) und Kerem Demirbay anderes vermuten lässt – die Partie war sehr ansehnlich. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Auch wenn das Bild mit dem Zweikampf zwischen Kevin Kampl (l.) und Kerem Demirbay anderes vermuten lässt – die Partie war sehr ansehnlich.
  • Anja Carolina Siebel
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RGA-Redakteurin überzeugt sich davon, wie gut sich Bundesliga-Fußball mit Zuschauern anfühlt.

Von Anja Carolina Siebel

Es ist Samstagvormittag, kurz nach elf Uhr. Das Herz klopft schon ein wenig schneller, denn in ein paar Stunden ist es endlich soweit: Nach etwas mehr als sechs Monaten Abstinenz steht der erste Besuch in der BayArena an. Die Leverkusener Fußballer kicken am zweiten Bundesligaspieltag gegen RB Leipzig.

Für uns ist das der erste „echte“ Stadionbesuch nach der Corona-Pause. Nur Fußballfans werden diese Vorfreude so richtig nachvollziehen können, denn was sind schon Heimspiele des ins Herz geschlossenen Fußballvereins – in unserem Falle von Bayer Leverkusen – ohne Zuschauer? Meine Begleitung ist Dauerkartenbesitzer und wurde ausgelost, mit einer weiteren Person das Spiel anschauen zu dürfen. Und das bin zu meinem großen Glück nun ich.

Andere Plätze? Das ist doch völlig egal

Wir werden nicht an den angestammten Plätzen, sondern an anderer Stelle im gewohnten Block sitzen. Doch was macht das schon aus? Stadionbesuch ist angesagt, nur das zählt ja eigentlich, nachdem wir so lange nur die Geisterspiele im Fernsehen oder am Radio verfolgen konnten.

Wir entscheiden uns, schon um kurz vor 14 Uhr aus Remscheid loszufahren, weil wir nicht wissen, was am Eingang auf uns zukommt. Werden die Einlasskontrollen strenger sein? Wie viel ist wohl los? Also warm anziehen, rot-schwarze Schals umbinden – und los geht’s.

In Leverkusen angekommen, fällt uns auf, wie leer es rund um die BayArena ist. Klar, es ist noch früh. Aber an regulären Spieltagen regeln Ordner der Stadt Leverkusen bereits Stunden vor Spielbeginn den Verkehr und achten darauf, dass Autos auch in den Nebenstraßen keine Durchfahrt haben – und dort auch nicht parken können. Das ist an diesem Samstag anders. Wir bekommen einen Parkplatz dicht am Stadion.

Ein Vater, der mit seiner Tochter und einem Sitzkissen unterm Arm offensichtlich auch auf dem Weg zum Spiel ist, ruft uns winkend zu: „Schön, dass man sich jetzt wieder persönlich begrüßen kann.“ Ja, genau, das finde ich auch. Es sind wenige Leute unterwegs zur BayArena an diesem Samstag. Böse Zungen werden jetzt sicher sagen: „Da ist doch eh nie was los“.

Die Stadionwurst wird am Platz verzehrt

Aber so ganz stimmt das ja nicht. Die Einlasskontrolle ist unproblematisch und erfolgt diesmal sogar ohne „Abtasten“. Mit unseren ausgedruckten Karten sind wir schnell drin – und haben Hunger auf Stadionwurst. Die dürfen wir wegen der Hygienebestimmungen diesmal nur am Platz verzehren. Macht ja nichts.

Wir müssen mit der Currywurst ein paar Treppen steigen, bis wir an unseren Plätzen im Block B sind. Der Mund-Nasen-Schutz ist dabei ein wenig beschwerlich. Muss aber auf den Laufwegen zwingend getragen werden.

Menschenschlangen gibt es nirgendwo. So sitzen wir irgendwann glücklich auf unseren Plätzen und genießen – endlich wieder – den Blick auf den grünen Bayer-Rasen. Als nach 40 Minuten die Hymne erklingt, erstaunt es mich doch, dass selbst die sonst eher müden Bayer-Fans kräftig mitsingen und ihre Schals in die Höhe strecken. Und als die Elf von Trainer Peter Bosz einläuft, scheint es, als gingen zumindest einige der 6042 Herzen in der BayArena einmal so richtig auf. Gänsehaut pur.

Das Spiel läuft passabel, ist lebendig und durchaus sehenswert. Nach einer Schrecksekunde in der 14. Minute, als der Leipziger Emil Forsberg mit Links den Ball ins Tor schießt, werden wir nur sechs Minuten später von Kerem Demirbay mit dem Ausgleich für das Daumendrücken belohnt. Torjubel. Im Stadion. Was für ein gutes Gefühl.

Umarmen dürfen wir uns im Block zwar nicht, aber nicken und uns zulächeln, das dürfen wir. Beim 1:1 soll es an diesem Samstag bleiben. Das Spiel endet mit vier Minuten Nachspielzeit – und einem „Prost“ aus dem Fanta-Becher. Später am Abend in der Sportschau heißt es: „Die wahren Gewinner an diesem Samstag waren ohnehin die 6042 Zuschauer“. Das stimmt. Und die zwei Glücklichsten, das waren vermutlich wir.

Ausprobiert

Viele fragen sich, wie die Stimmung bei einem Spiel der Fußball-Bundesliga ist, wenn die Zuschauerränge coronabedingt nur mit 20 Prozent der Gesamt-Kapazität besetzt sind. Unsere RGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel hat beim Spiel zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig genau hingeschaut und hingehört. Ganz privat schildert sie ihre Erlebnisse aus der BayArena.

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