Interview

Jan Kaschura freut sich auf die großen Gefühle beim Röntgenlauf

Diesen Moment liebt Jan Kaschura: als Gewinner eines Ultras (bald auch des Marathons?) über die Ziellinie in Hackenberg zu rennen. Foto: Battefeld
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Diesen Moment liebt Jan Kaschura: als Gewinner eines Ultras (bald auch des Marathons?) über die Ziellinie in Hackenberg zu rennen.
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Jan Kaschura hat den Ultra beim Röntgenlauf geprägt. Jetzt will er den Marathon genießen.

Von Andreas Dach

Sie haben den Ultra über 63,3 Kilometer beim Röntgenlauf in der Vergangenheit dreimal auf begeisternde Weise gewonnen. Für die 18. Auflage haben Sie „nur“ für die Marathon-Distanz gemeldet. Müssen wir uns Sorgen machen?

Jan Kaschura: Ich laufe eigentlich lieber die Marathon-Strecke. Bisher hat mich beim Röntgenlauf aber immer der Zieleinlauf im Eschbachtal abgeschreckt. Dort konnten in der Vergangenheit keine richtigen Emotionen aufkommen.

Also hat die Entscheidung der Verantwortlichen, den Marathon statt in Hackenberg im Clemenshammer zu starten und den Zieleinlauf damit nach Hackenberg zu verlegen, Ihre Entscheidung maßgeblich beeinflusst?

Kaschura: So ist es. Daniel Schmidt hatte mir davon erzählt. Ihn habe ich bei einem Halbmarathon in Hannover getroffen. Da war für mich schnell klar, dass ich diesmal den Marathon laufe. Der Zieleinlauf auf dem Sportgelände in Hackenberg steht für die ganz großen Gefühle. Wenn Dich so viele Menschen dort erwarten und Dich feiern, dann ist das schon etwas Besonderes. Außerdem finde ich das letzte Teilstück am schönsten. Beim Ultra konnte ich das nicht so extrem genießen. Da waren die letzten Kilometer sehr hart. Ich hoffe, beim Marathon wird das etwas anders sein.

Was hat es mit diesen letzten gut 20 Kilometern auf sich?

Kaschura: Nach dem Freibad Eschbachtal geht es drei, vier Kilometer relativ steil bergauf. Danach wird die Strecke flacher, und man verlässt den Waldboden. Man läuft ziemlich lange geradeaus und bekommt die Gelegenheit, sich die Landschaft anzuschauen. Und der Abschluss, wenn es von der Wuppertalsperre noch einmal rauf geht und man dann oben links abbiegt in Richtung Ziel – den mag ich auch sehr.

Klingt so, als würden Sie für die Region regelrecht schwärmen.

Kaschura: Das ist auch so. Ich mag das Bergische Land sehr. Ich muss da nicht unbedingt gewinnen, ich will das Laufen dort genießen.

Wobei Ihre Leistungen schon überragend sind. Man denke an Ihren Bestwert beim Ultra des Röntgenlaufs, der bei 4:20:31 Stunden liegt. Da hat sich bezahlt gemacht, dass Sie läuferischer Früheinsteiger gewesen sind.

Kaschura: Ich war sechs oder sieben Jahre alt, als ich meinem Papa gesagt habe, dass ich laufen möchte. Ich habe relativ schnell Erfolge gehabt und bei Volksläufen gewonnen. Später kam dann eine schwierige Phase. Da habe ich Fußball gespielt und konnte als Koch das Laufen nicht so trainieren. Aber da war immer dieser Kindheitstraum, der mit begleitet hat.

Verraten Sie ihn uns?

Kaschura: Ich wollte vor meinem 30. Geburtstag den Marathon unter drei Stunden laufen.

2013 haben Sie das Laufen wieder intensiviert und sich den Traum im Oktober des Jahres erfüllt.

Kaschura: Ich bin in Essen eine Zeit von 2:59:57 Stunden gelaufen.

Eine Punktlandung.

Kaschura (lächelnd): Das war es wirklich.

Mittlerweile sind Sie elf Marathons gelaufen, kürzlich erst in Berlin, wo Sie 2:31:09 Stunden gebraucht haben. War das ihr schnellster Marathon bislang? Oder waren Sie irgendwann noch flotter auf den Beinen?

Kaschura: Ein Jahr zuvor war ich noch eher im Ziel – in Münster in 2:30:43 Stunden.

Beides im Verhältnis zum Röntgenlauf flache Läufe. Was haben Sie sich für Remscheid vorgenommen?

Kaschura: Ich bin fit und will unter 2:50 Stunden bleiben. Das habe ich mir fest vorgenommen.

Über diese Distanz bekommen Sie es mit Lokalmatador Arnd Bader zu tun.

Kaschura: Ihn habe ich im April beim Hermannslauf getroffen. Er ist ein echtes Idol, vor dem ich großen Respekt habe. Wie auch vor Daniel Schmidt. Das ist ein großer Läufer.

Was wir schon immer wissen wollten: Was ist die Lieblingsspeise des gelernten Kochs Jan Kaschura?

Kaschura: Im Augenblick esse ich am liebsten vietnamesisches Gemüse – gebraten mit Reis. Bei meiner Frau und mir riecht gerade die ganze Bude danach.

Bis zum Röntgenlauf wird der Duft ja verflogen sein . . .

Kaschura: Wer weiß. Vielleicht bekommen wir am Tag zuvor ja noch einmal Appetit darauf.

ZUR PERSON

JAN KASCHURA Der am 10. Februar 1985 in Ostercappeln (Niedersachsen) geborene Jan Kaschura hat dreimal in Folge über die Ultra-Distanz (63,3 Kilometer) beim Röntgenlauf gewonnen. Diesmal hat der Mann, der mit seiner Ehefrau Stella in Holzminden lebt, für den Marathon gemeldet. Kaschura arbeitet als Koch in einem Internat und gibt als Hobby neben dem Laufen das Gärtnern („Obst und Gemüse ziehen“) an.

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