Handball

Fredy Seifert will es noch einmal wissen

Frederic Seifert will sich bis zum Saisonende – wie hier gegen den ATV Hückeswagen – voll für die HSG Radevormwald/Herbeck reinknien, bevor der Wechsel zum TuS Volmetal ansteht.
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Frederic Seifert will sich bis zum Saisonende – wie hier gegen den ATV Hückeswagen – voll für die HSG Radevormwald/Herbeck reinknien, bevor der Wechsel zum TuS Volmetal ansteht.
  • Andreas Dach
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Gespräch mit dem Handballer der HSG Rade/Herbeck, der zum Drittligisten Volmetal wechselt.

Von Andreas Dach

Frederic Seifert will es handballerisch noch einmal so richtig wissen. Oder wie sollen wir die Meldung interpretieren, die in diesen Tagen durch die sozialen Netzwerke huschte?

Frederic Seifert: Sie sprechen sicher über meinen dort angekündigten Wechsel von der HSG Radevormwald/Herbeck zum TuS Volmetal zur neuen Saison. Ja, ich habe mich entschieden, mal auszuprobieren, was mein Körper noch so hergibt.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, wie der Kontakt zum Drittligisten zustande gekommen ist.

Seifert: Über Roman Warland, klar. Er übernimmt in der nächsten Spielzeit die Zweite des TuS Volmetal und hat natürlich auch einen engen Kontakt zur 1. Mannschaft. Den Verantwortlichen hat er meine Nummer gegeben, als er erfahren hat, dass man dort einen Abwehrspezialisten sucht.

Und dann ging alles sehr schnell?

Seifert: Nein, nein, mein Plan war es schon gewesen, in Radevormwald zu bleiben. Ich hätte gerne mitgeholfen, wenn es 2022/2023 darum geht, einen Umbruch voranzutreiben, wenn sich personell möglicherweise ein paar Dinge ändern.

Was hat Sie zum Umdenken bewogen?

Seifert: Ich war ein paarmal zum Training in Volmetal und habe festgestellt, dass es sich um eine Supertruppe handelt. Im Prinzip ist das ein wenig mit der HSG zu vergleichen, nur eben eine Nummer größer. Dort wird in der 3. Liga gespielt, und zu den Heimspielen kommen regelmäßig 400 bis 600 Zuschauer in die Halle.

Wobei es ja nicht sicher ist, dass der TuS in der kommenden Spielzeit in der dritthöchsten Liga spielt. Erst einmal muss man in der Abstiegsrunde bestehen.

Trainer Marc Rode (l.) und Frederic Seifert – so präsentierte der TuS Volmetal den Neuzugang über die Homepage.

Seifert: Ich bin optimistisch gestimmt. In den vergangenen Jahren ist es immer gegen den Abstieg gegangen, und der konnte verhindert werden. Wichtig ist zudem, dass man seit diesen Tagen wieder in die eigene Halle kann, welche nach der Flutkatastrophe im letzten Sommer länger nicht zu nutzen war. Und wenn es nicht klappt, spielen wir eben in der 4. Liga und tun alles für den Wiederaufstieg.

Sie waren ein paar Mal zum Probetraining in Volmetal. Ließ sich das mit den Übungseinheiten bei der HSG koordinieren?

Seifert: Ich war meistens an einem Montag da. Insofern war das überhaupt kein Problem.

Ist die Strecke dorthin und zurück nicht nervig?

Seifert: Überhaupt nicht. Das sind von Rade, wo ich wohne, nur 25 Minuten. Ich wusste vorher gar nicht genau, wo das liegt. Ich fahre über Halver bis kurz vor Breckerfeld und biege rechts ab. Dann bin ich fast schon da. Das Gesamtpaket stimmt einfach und ist auf keinen Fall eine Entscheidung gegen die HSG. Das habe ich der Mannschaft gegenüber auch so erläutert.

Wie waren die Reaktionen auf Seiten Ihrer Mannschaftskameraden?

Seifert: Überwiegend war es eine Mischung aus Bedauern und Verständnis. Der Vorsitzende Jörg Henseler hat gesagt, dass für mich die Tür bei der HSG Rade/Herbeck immer offen steht.

Gab es vorher eigentlich Personen, bei denen Sie sich Rat geholt haben? Zum Beispiel bei Ihrer Mutter Patty, einer früheren Klassetorhüterin in Radevormwald?

Seifert: Klar habe ich das. Ich habe mit einigen wenigen Leuten darüber gesprochen, bevor ich mich entschieden haben. Meine Mutter gehörte dazu. Auf ihre gute Expertise wollte ich auf keinen Fall verzichten. Sie hat gesagt, wenn ich es machen möchte, soll ich es auf jeden Fall tun.

Zwei Jahre hintereinander hat Corona die Aufstiegsbemühungen der HSG gestoppt. Diesmal tut man sich, unter anderem aus personellen Gründen, rein sportlich schwerer. Warum ist das so?

Seifert: Es sind immer viele Dinge, die zu einem Gesamtbild führen. Im Prinzip ist es ein Wunder, dass wir mit manchmal so wenigen Leuten beim Training da stehen, wo wir gerade stehen.

Haben Sie Erklärungen parat?

Seifert: Grundsätzlich macht man doch Teamsport, um bei der Mannschaft zu sein. Ich habe schon überlegt, ob wir vielleicht einen zu aufgeblähten Kader haben. So könnte der eine oder andere denken, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn er mal nicht erscheint. Dann sind da die abgetauchten Spieler wie Tobi Bonekämper und Jan Beck. Dazu kommen Verletzungen und private beziehungsweise berufliche Verpflichtungen. Ich bin ein Freund davon, Menschen zu verstehen und versuche, mich in jeden hineinzuversetzen. Ganz wichtig, dass es im Verein einen engen Zusammenhalt gibt und uns auch schon mal Spieler aus der 2. und der 4. Mannschaft aushelfen.

Hand aufs Herz: Hat die Mannschaft noch eine Chance aufzusteigen? Punktemäßig sieht es gut aus.

Seifert: Ich glaube, dass viel von der Partie am Sonntag abhängt. Da kommt ein cooles Spitzenspiel auf uns. Gegen Spitzenreiter TSV Aufderhöhe II dürfte die Halle voll sein.

Nur die Fußballer des SC 08 Radevormwald können dann nicht vor Ort sein. Sie haben zeitgleich selbst ein Spiel.

Seifert: Mit denen hat sich echt ein nettes Miteinander entwickelt. Wir versuchen immer, uns gegenseitig zu unterstützen. Weil wir diesmal sonntags statt samstags ran müssen, passt es diesmal leider nicht.

Persönlich

Frederic Seifert wurde am 3. Mai 1993 in Rade geboren. Mit gerade 28 Jahren übt er als Strategischer Berater für Unternehmer und Firmeninhaber viel Verantwortung aus. Die übernimmt er auch auf dem Handballfeld, wo die Organisation von Abwehrreihen sein Spezialgebiet ist. Was nicht bedeutet, dass Seifert nicht auch im Angriff gefragt ist. Er begann seine Laufbahn beim TV Herbeck, spielte unter anderem beim BHC II, beim VfL Gummersbach II und bei der HG Remscheid. Im Sommer steht ein Wechsel von der HSG Rade/Herbeck nach Volmetal an.

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