Fußball

Frauen-Kreisliga steht für Dramatik

Die Turn- und Sportfreunde Struck um die Trainer Dirk Krakau (l.), Patrick Dick und Marvin Zipperling (v. r.) spielen eine klasse Saison.
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Die Turn- und Sportfreunde Struck um die Trainer Dirk Krakau (l.), Patrick Dick und Marvin Zipperling (v. r.) spielen eine klasse Saison.
  • Fabian Herzog
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Analyse: Kurz vor dem Saisonende ist noch eine Menge an Spannung geboten.

Von Fabian Herzog

Die erste Entscheidung im Frauen-Fußball unserer Region ist am Wochenende bereits gefallen. Der TSV Solingen ist in die Landesliga aufgestiegen – und mit ihr der in Hilgen wohnende Trainer René Langer sowie die Wermelskirchener Torjägerin Alina Scheben, die im Spitzenspiel beim vorherigen Tabellenführer OSV Meerbusch mit ihren Saisontoren 39 und 40 für den 2:1-Erfolg verantwortlich war.

Wahnsinnig spannend geht es in der Kreisliga zu, wo zwei Spieltage vor Schluss noch zwei Teams des Remscheider Kreises mit dem FSV Vohwinkel um einen Aufstiegsplatz streiten. Und dann steht ja auch noch das Kreispokalfinale an, das am 26. Mai im Stadion Reinshagen ausgetragen wird.

Wie ist die Ausgangslage vor dem Liga-Schlussspurt?

Punktgleich führen die SG Hackenberg und der FSV Vohwinkel (jeweils 52) die Tabelle an, die TS Struck liegen in Lauerstellung mit nur einem Zähler weniger dahinter. Am kommenden Sonntag kommt es zum Kracher zwischen Struck und Hackenberg, eine Woche später, am letzten Spieltag, sind die Neuenhoferinnen in Vohwinkel zu Gast.

Was passiert bei Punktgleichheit in der Abschlusstabelle?

Torsten Böhm, der Staffelleiter, erklärt: „Wir orientieren uns diesbezüglich am Verband.“ Bedeutet: Ausschlaggebend ist der direkte Vergleich. Nur wenn der unentschieden ist, zählt das Torverhältnis.

Lange Zeit hat die SG Hackenberg das Geschehen in der Kreisliga dominiert. Was ist dann passiert?

Rik van der Wal kann mit der SGH noch zwei Titel holen.

Rik van der Wals Mannschaft schien es in dieser Saison endlich wissen zu wollen. Nach zwölf Siegen in den ersten zwölf Ligaspielen erwischte es die SGH erstmals im Derby beim SC 08 Rade, als man einen Tag nach der Weihnachtsfeier mit 4:5 unterlag. Im ersten Spiel des neuen Jahres setzte es direkt die zweite Niederlage, weil der TSV Solingen II aus der spielfreien Ersten – unter anderem mit Scheben als vierfache Torschützin – aufgerüstet hatte und 6:2 gewann. Es folgten weitere, auf dem Papier überraschende Punktverluste (2:4 in Vohwinkel, 1:1 in Langenberg, 1:3 gegen Gruiten), die den Vorsprung schmelzen ließen.

Um es klassisch zu hinterfragen: Woran hat es gelegen?

Das größte Problem neben der hohen Altersstruktur ist die Kaderbreite. Woran der Trainer quasi auch selber schuld ist. Denn: Sarah van der Wal, frühere Lange, ist schwanger. „Drei andere Spielerinnen haben frisch Kinder bekommen und stehen auch nicht zur Verfügung“, sagt Rik van der Wal und ergänzt: „Beim Training sind oft nur sechs oder sieben Mädels. Sonntags bin ich froh, wenn ich eine Ersatzspielerin auf der Bank habe.“ Teil des Problems sei in diesem Zusammenhang auch der Ascheplatz. „Wir bekommen einfach keine Leute.“

Soll der mögliche Aufstieg dennoch wahrgenommen werden?

„Wir haben ja vor ein paar Jahren schon einmal verzichtet“, sagt der SGH-Trainer. „Diesmal würden wir es machen.“ Auch wenn weitere Schwangerschaften bevorstünden, wie van der Wal mit einem Lächeln im Gesicht vermutet.

Wie ist die Lage am Struck?

Ähnlich. Auch die Turn- und Sportfreunde sind personell nicht auf Rosen gebettet und mussten aus unterschiedlichen Gründen schon manch eine Trainingseinheit absagen oder zumindest in ganz kleinem Kreis absolvieren. Immerhin konnte Carina Krämer jüngst reaktiviert werden. Deren Zwillingsschwester Ramona ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes erst vor zweieinhalb Monaten eingestiegen und hat so ihre Zweifel, ob die Bezirksliga in der aktuellen Lage erstrebenswert ist: „Ich weiß nicht, ob uns ein Aufstieg so gut tun würde. Meiner Meinung nach sind wir dafür noch nicht reif genug.“

Eine starke Saison spielt auch der SC 08 Rade. Wäre für den Tabellenvierten nicht noch mehr möglich gewesen?

Mit einer fitten Jessica Mona Liesen garantiert. Aber die Torjägerin hat sich zum zweiten Mal in dieser Saison – tragischerweise erneut gegen Struck – schwer an der Schulter verletzt. „Wir haben generell auch viele Ausfälle“, berichtet Trainer Stefan Franke. Er hat einen klaren Aufstiegsfavoriten: „Ich drücke Hackenberg die Daumen.“

Stichwort: Kreispokal. Dort gab es unterschiedliche Auffassungen.

In Halbfinale Nummer eins hatte sich wie berichtet die SG Hackenberg in einem engen Derby beim SC 08 Rade mit 3:0 durchgesetzt. Das zweite Duell zwischen Bezirksligist TG Hilgen und den Struckerinnen fand nicht statt, weil Letztgenannte zum angesetzten Termin keine Mannschaft zusammenbekam. Gerne hätten sie es verlegt, um eine sportliche Entscheidung herbeizuführen. Dazu kam es aber nicht., was die von Dirk Krakau trainiert Mannschaft arg bedauert hat.

Aktuelle Spiele

Die TS Struck gewann am drittletzten Spieltag beim SV Jägerhaus-Linde II, der von der zurückgezogenen 1. Mannschaft (Niederrheinliga) profitiert, nach 0:2- und 2:3-Rückstand mit 4:3 (2:2). Als die Wuppertalerinnen sich selbst mit einer roten Karte schwächten (57.), drehte der Gast die Partie. Tore: Alina Lawetzki, Melanie Wünsch, Aaliyah-Mel Plickert und Romina Loose.

Deutlich klarer machte es die SG Hackenberg: Die überragende, achtfache Torschützin Melina Stratemeyer und Frauke Weller schossen ein 9:0 (3:0) gegen Union Velbert heraus. Rade unterlag trotz des Doppelpacks von Hannah Ligges mit 2:5 (2:3) in Bergisch Neukirchen.

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