Fußball

FCR verbannt das Trauma SV 09/35

Paaaarty: Die FCR-Fans feierten sich selbst als die „Nummer eins im Kreis“.
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Paaaarty: Die FCR-Fans feierten sich selbst als die „Nummer eins im Kreis“.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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    Peter Kuhlendahl
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Fußball: Im Kreispokal erleben 600 Zuschauer im Röntgen-Stadion einen 5:0-Sieg.

Happy Birthday“ hatten sie gesungen. Und Marcel Heinemann kurz vor dem Anpfiff des Kreispokalspiels ein nettes Ständchen gebracht. Eine sympathische Geste von Anhängern des FC Remscheid anlässlich des 39. Geburtstags des Trainers. Und der Beginn eines besonderen Partyabends im Duell mit dem Landesliga- und Kreisrivalen SV 09/35 Wermelskirchen, in dem beim beeindruckenden 5:0 (2:0)-Sieg schon früh eine Vorentscheidung gefallen war.

SV-09/35-Coach Sebastian Pichura (l.) und FCR-Präsident Ralf Niemeyer im Gespräch vor dem Anpfiff.

Erst köpfte Ahmed Al Khalil zur Führung (10.), dann legte Tristan Maresch nach (12.). Dem Hochgeschwindigkeitsfußball des Gastgebers hatte 09/35 einen kurzen Moment lang nicht die nötige Aufmerksamkeit entgegengebracht, wirkte unsortiert. Als dann Luca Lilliu bereits nach 21 Minuten verletzt vom Platz musste, verdunkelten sich die Mienen verdächtig. Wenig später (28.) musste auch Yannick Raufeiser verletzt runter.

Bitter, bitter, SV 09/35. Würden sich die Dellmänner noch einmal berappeln, die bei einem Pfostentreffer von Germano Bonanno auch noch mächtig Dusel gehabt hatten?

Für FCR-Trainer Marcel Heinemann gab es zum 39. Geburtstag nicht nur auf dem Platz Geschenke.

Was man den Wermelskirchenern nach diesen 30 Schock-Minuten zugutehalten muss: Sie gaben sich nicht auf, spielten nach vorne und waren dem Anschluss ansatzweise nahe, als Maxim Vlasyuk ein wenig die Geschwindigkeit beim Konter fehlte und wenig später Umut Demir in vielversprechender Situation der Ball in die Hacken sprang. Er hatte auch die erste Möglichkeit des Tages gehabt – bereits in der zweiten Minute.

„Wir haben eine richtig starke Mannschaft!“

Ahmed Al Khalil, FCR-Stürmer

„Weiter, kommt, Männer“ - auch oder weil so manches misslang, versuchte Gäste-Coach Sebastian Pichura seine Spieler im zweiten Durchgang noch einmal zu pushen. In ihr Spiel war durch die Einwechslung von Emre Circir mehr Struktur gekommen, ohne dass sie zu den ganz großen Möglichkeiten kamen.

So konnte der FCR im weiteren Verlauf lange von seinem Blitzstart zehren und sich endlich einmal wieder im Pokal gegen den SV 09/35 durchsetzen. Und das auf eine Ausrufezeichen-Weise. Endgültig entschieden war die Begegnung nach 68 Minuten, als Patrick Posavec einen Konter zum 3:0 abschloss. Als dann auch noch Torhüter Martin Schoberth patzte und Francesco Di Donato zum 4:0 abschloss (72.), wurde es richtig böse für die Gäste, die auch noch einen fünften Treffer kassierten, nachdem Di Donato uneigennützig auf Posavec aufgelegt hatte (5:0, 85.).

Vor rund 600 Zuschauern gab es also einiges zu feiern. Den Prestigesieg. Den absolut verdienten Einzug in die zweite Runde des Kreispokals. Den Geburtstag von Heinemann. Und vor allem klare Kante. Ein Plakat, welches sich in übler Ausdrucksweise gegen den Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (in Verbindung mit den Stadionplänen der Stadt) richtete und von einigen nicht bekannten „Fußballfreunden“ am Zaun aufgehängt worden war, wurde nach dem Einschreiten von FCR-Verantwortlichen wie dem Vorsitzenden Ralf Niemeyer und dem Ehrenvorsitzenden Bernd Koch einige Minuten nach Anpfiff entfernt. Das war großes Kino. Und ein Statement des Vereins, der sich mit dem OB trotz bezüglich dieses Themas unterschiedlicher Ansichten in dauerhaftem und fairem Dialog befindet. „Diese Aktion war unmöglich. So etwas gehört sich nicht. Wir werden uns auch noch auf einem anderen Weg beim Oberbürgermeister entschuldigen“, erklärte Niemeyer nach Spielende.

Das Röntgen-Stadion war gut besucht, aber nicht sehr gut. Einige hatten sogar auf 1000 Zuschauer gehofft.

Zurück zur Partie und den Stimmen danach. „Uns haben die Eier gefehlt“, drückte es 09/35-Kapitän Umut Demir sehr speziell aus. Maxim Vlasyuk dachte schon weiter: „Es gibt ja in der Meisterschaft noch Möglichkeiten, das wieder geradezubiegen.“ „Die Niederlage geht völlig in Ordnung“, meinte der Vorsitzende Kalle Fleischer. Und Trainer Sebastian Pichura erklärte: „Zwei schnelle Tore haben uns das Genick gebrochen. Wenn wir das 1:2 gemacht hätten, wäre noch etwas möglich gewesen.“ Sehr realistisch ging Emre Circir mit dem Pokalspiel um: „Wir sollten das Spiel als Maßstab nehmen und nicht das gegen Wülfrath.“

Indes herrschte beim FCR beste Laune. Trainer Marcel Heinemann gab zu: „Ich habe die Mannschaft gebeten, mir zum Geburtstag den Einzug in die zweite Pokalrunde zu schenken.“ Was dann imponierend gelang. Und der zur Pause ausgewechselte Ahmed Al Khalil („Ich bin erkältet“) meinte: „Wir haben in diesem Jahr eine richtig starke Mannschaft.“

1. Runde

Drei Spiele standen am Dienstagabend an. Nur zwei wurden ausgetragen. B-Ligist 1. FC Klausen trat nicht beim Ligakonkurrenten TuRa Pohlhausen an und schied genauso aus wie B-Ligist RSV Hückeswagen, der auf die Partie gegen den Bezirksligisten SC Ayyildiz verzichtete. A-Ligist TuRa Remscheid-Süd siegte beim B-Ligisten TV Herbeck mit 2:1 (2:0). Für den Sieger trafen Giovanni Pio Franciosi (3.) und Bünyamin Adanur (30.). Marvin Hinterholzer verkürzte zum 1:2 (57.). Am Mittwoch unterlag im A-Ligisten-Duell der VfB Marathon Remscheid gegen den Hastener TV mit 1:4 (1:2). Mann des Abends war ohne Zweifel Jan Philipp Haussels, der einen Viererpack erzielte (5./7./50./70.). VfB-Tor: David Lopez Aragon (18.).

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