Fußball

FCR schießt sich Frust von der Seele

Dieser Kopfball von Armen Shavershyan zum 4:0 (50.) bedeutete die Vorentscheidung beim Spiel des FCR.
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Dieser Kopfball von Armen Shavershyan zum 4:0 (50.) bedeutete die Vorentscheidung beim Spiel des FCR.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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  • Andreas Dach
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Fußball-Landesliga: Remscheider schlagen Reusrath 7:0 – SV 09/35 unterliegt DV mit 0:2.

FC Remscheid – SC Reusrath 7:0 (3:0). Manchmal muss man neue Reize setzen. Gerade in etwas schwierigeren Phasen. Insofern machte es Sinn, dass Marius Suchanoff nach ewig anmutender Verletzungspause erstmals in der Anfangsformation des FCR auftauchte. Als Typ, der für Mentalität steht. Und als Sicherheitsfaktor auf der rechten Abwehrseite, wo normalerweise Michele Buscemi zu Hause ist.

Der liebt ohnehin die Offensive viel mehr und rückte eine Position vor. Das machte sich bereits nach zwölf Minuten bezahlt. Der Mann mit den italienischen Wurzeln flankte auf Francesco Di Donato. Gute Ballannahme, präziser Schuss – fertig war die 1:0-Führung. Geile Minuten folgten: 2:0 Armen Shavershyan (18., prächtig mit der Hacke), 3:0 Francesco Di Donato (19.) – schon nach knapp 20 Minuten war die Richtung vorgegeben. „Weitermachen, weitermachen!“ FCR-Trainer Marcel Heinemann duldete kein Nachlassen. Schon fünf Minuten nach der Pause war die Partie dann entschieden: Kopfball Shavershyan – 4:0 (50.).

Ein richtig gutes Spiel des FCR, der wie befreit wirkte und durch den starken Malte Lüttenberg weiter nachlegte (5:0, 64.), ehe Sebastian Bamberg (6:0, 81./7:0, 89.) für den Endstand sorgte. Dass Spitzenreiter Frintrop in Frohnhausen mit 2:4 verlor, sorgte für zusätzliche Glücksmomente. Die Spitze der Landesliga ist enger zusammengerückt, der FCR mischt wieder oben mit und tritt in zwei Wochen beim Tabellenführer in Essen an.

Und Suchanoff? Er spielte, als sei er nie weggewesen. Kompromisslos in der Defensive, dynamisch auf dem Weg nach vorne. „Die Jungs haben es mir aber auch leicht gemacht“, fühlte sich „Sucha“ bestens aufgenommen, während Heinemann seine Mannschaft lobte: „Das war Hochgeschwindigkeitsfußball.“

SV 09/35 Wermelskirchen – DV Solingen 0:2 (0:2). In den europäischen Topligen war am vergangenen Wochenende erkennbar, dass sich manch ein Nationalspieler merklich zurückhielt, um kurz vor der WM nicht noch eine Verletzung zu riskieren. Nun ist nicht übermittelt, welcher Wermelskirchener sich noch Hoffnung auf Katar macht – in Zurückhaltung übte sich im ersten Durchgang im Prinzip die gesamte Mannschaft. „Da waren wir viel zu träge“, stellte auch Trainer Sebastian Pichura heraus. Und das gegen ein Gegner aus Solingen, der – nomen est omen – teils mit feinster Klinge zu hantieren wusste.

Der mit Oberliga-Erfahrung gespickte Aufsteiger bewies enorme Ballsicherheit und machte deutlich, dass er nicht zufällig aus den sechs Spielen zuvor 16 Punkte geholt hatte. Die Führung durch Sufian Abou Laila war allerdings glücklich (20.). Nach einer Freistoßflanke von Tarkan Türkmen sprang der Ball im Gewühl zum Solinger Innenverteidiger, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte.

Vorlagengeber Türkmen, früher auch mal beim FCR am Ball, legte das 2:0 nach (38.). Dass er, der feine Techniker, sogar nach Bällen grätschte, zeigte die Galligkeit der Gäste. „Das macht er normalerweise nur, wenn er wütend ist“, sagte Bruder Hakan grinsend, der das Duell seiner früheren Teamkollegen bei möglicherweise seinen zukünftigen interessiert verfolgte.

Die personell geschwächten Wermelskirchener versuchten, im Halbzeit zwei zu antworten. Mehr als eine Partie auf Augenhöhe sprang aber nicht heraus. Und bis in die Nachspielzeit auch nicht eine Torchance. Dann spielte Jens Perne einen fatalen Rückpass in Richtung seines Torwarts, den Aydin Türksoy aufnahm, den Schlussmann umkurvte und fiel. Einen Strafstoß gab es aber nicht. „Dabei trifft er mich klar“, sagte der Stürmer des SV 09/35. „Warum sollte ich sonst da fallen?“

Aufstellungen

FCR: Horn, Suchanoff, Kacmaz, Oberlies, Lüttenberg (71. Blume), Saibert, Shavershyan, Buscemi (79. Kerkien), Maresch (71. L. Kupfer), Bonanno (71. A. Al Khalil), Di Donato (63. Bamberg).

SV 09/35: Schoberth, Kayala (88. Mendy), Streit, Circir, Anderson (65. August), Raufeiser, Fronia, Demir, Eryürük (73. Baldé), Mampuya (26. Cetin), Türksoy. 

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