Im Gespräch

Frank Tammschick: „Mit einem blauen Auge davongekommen“

Seit mittlerweile schon seit dem Jahr 2013 leitet der Remscheider Frank Tammschick die Geschicke der Fußballkreises Remscheid. Archivfoto: Holger Battefeld
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Seit mittlerweile schon seit dem Jahr 2013 leitet der Remscheider Frank Tammschick die Geschicke der Fußballkreises Remscheid. Archivfoto: Holger Battefeld
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Frank Tammschick, der Vorsitzende des Fußballkreises Remscheid, über den Saisonstart und die Pokalrunde.

Von Peter Kuhlendahl

Herr Tammschick, seit fast einem Dreivierteljahr ist es auch im Fußballkreis Remscheid sehr ruhig. Kehrt jetzt so langsam wieder das Leben zurück?

Frank Tammschick: Das wäre schön. Und es wäre das, was wir uns alle wünschen würden. Ende Oktober vergangenen Jahres wurde aufgrund der Pandemie ja der Spielbetrieb komplett eingestellt. Seit dem ruhte auch sämtliche Arbeit im Kreis Remscheid.

Sind Ihre sämtlichen Vorstandskollegen und sonstigen Amtsträger überhaupt weiter alle im Boot?

Tammschick (lacht): Das sind sie. Zumindest habe ich nichts anderes gehört. Nein, im Ernst. Bis zum nächsten Kreistag, der im kommenden Jahr stattfindet, werden alle ihre Ämter weiter ausüben. Was danach kommt, und wer noch weiter machen möchte, wird man sehen.

Heißt das, dass während der Pandemiezeit keine Versammlung notwendig gewesen ist? Oder hat man sie verschoben?

Tammschick: Unser letzter regulärer Kreistag war 2019. Er findet alle drei Jahre statt. Wenn man es so sagen darf, hatten wir das Glück, dass wir erst 2022 wieder dran sind.

Viele Mannschaften sind mittlerweile ins Training eingestiegen. Am kommenden Wochenende finden erste Testspiele statt. Das bedeutet, dass die Arbeit wieder anfängt. Wird auch die Geschäftsstelle des Kreises geöffnet?

Tammschick: Aktuell noch nicht. Wir peilen Mitte Juli an. Dann hätten alle Vereine noch genügend Zeit, sich bis zum Saisonstart mit ihren Anliegen an uns zu wenden.

Der Fußball-Verband Niederrhein hat den 22. August als Termin für den Start genannt. Wird sich der Kreis Remscheid für die Kreisligen anschließen?

Tammschick: Wir orientieren uns an diesem Termin. Es bedeutet allerdings nicht, dass wir dann auch mit der Meisterschaftsrunde starten. Es bleibt abzuwarten, mit wie vielen Teams wir in der Kreisliga A und B starten werden.

Könnte es da Veränderungen geben?

Tammschick: Da es nach dem Abbruch ja keine sportlichen Entscheidungen gab, könnten beide Ligen in der gleichen Zusammensetzung an den Start gehen.

Sie sagen könnten . . .

Tammschick: Ja, man muss natürlich abwarten, ob die Vereine auch alle Teams wieder melden.

Gibt es denn bereits Signale von Clubs, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr wie bisher am Spielbetrieb teilnehmen können?

Tammschick: Die gibt es bisher nicht. Und ich hoffe auch, dass alle weiter dabei sind. Dann wären wir auch in diesem Bereich mit einem blauen Auge durch die Pandemie gekommen.

Wir haben nur in die Saison 2021/22 geblickt. Es gibt aber noch einen Überhang aus der Spielzeit 2020/21.

Tammschick: Sie meinen den Kreispokal. Der bereitet uns aktuell ein wenig Kopfzerbrechen.

Warum? Und wie ist da der Stand der Dinge?

Tammschick: Wir müssen dem Fußball-Verband Niederrhein bis zum 20. August unseren Teilnehmer an der 1. Runde des Niederrheinpokals melden. Wir haben im Oktober vergangenen Jahres aber nur die erste Runde ausspielen können. Jetzt stünden noch das Achtel-, das Viertel-, das Halbfinale und das Endspiel auf dem Programm, die quasi bis Mitte August absolviert werden müssen.

Das wären für die beiden Finalisten je vier Pflichtspiele. Ist dies überhaupt realistisch?

Tammschick: Es wird nicht einfach. Wir werden in den nächsten Tagen mit allen Clubs, die noch im Wettbewerb sind, in Kontakt treten.

Müssen die Pokalrunden grundsätzlich wie bisher vorgegeben überhaupt gespielt werden, um den Teilnehmer am FVN-Pokal zu melden?

Tammschick: Das müssen sie nicht. Es gibt auch Kreise, in denen es zum Beispiel Losentscheide gegeben hat. Wir sind beim Modus völlig offen. Deshalb werden wir auch mit den Vereinen sprechen, um auszuloten, wer überhaupt weiter teilnehmen möchte. Dann können wir sicher planen. Denen, die weiter spielen möchten, muss allerdings klar sein, dass die Pokalbegegnungen Pflichtspiele sind. Die haben natürlich Vorrang vor bereits abgemachten Testspielen.

Die vergangenen fast anderthalb Jahre waren fast ausschließlich durch die Pandemieproblematik überlagert. Gab es vor Corona andere grundsätzliche Probleme im Kreis?

Tammschick: Im Prinzip nicht. Die Aufgaben waren beziehungsweise sind gut verteilt. Es waren höchstens Kleinigkeiten.

Sie sind ja auch Mitglied im FVN-Beirat. Vor einigen Jahren gab es seitens des Verbandes mal die Drohgebärden, dass es den vermeintlich kleinen Kreisen an den Kragen gehen könnte. Droht da noch Ungemach?

Tammschick: Seitens des FVN überhaupt nicht mehr. Die Entscheidungen, ob es in dieser Hinsicht Veränderungen, sprich Zusammenschlüsse oder auch Zusammenarbeit, geben könnte, liegt einzig in den Händen der Verantwortlichen der Kreise. In Essen hat es in dieser Richtung bereits eine Zusammenarbeit gegeben.

Und im Bergischen Land? Gibt es da Gedankenspiele in den Kreisen Remscheid, Solingen und auch Wuppertal?

Tammschick: Mit der Bergischen Leistungsklasse ist im Nachwuchsbereich ja schon etwas in meinen Augen sehr sinnvolles umgesetzt werden. Dadurch wurde gewährleistet, dass es für die Clubs, die spielstarke Teams haben, auch adäquate Gegner gibt. Es machte keinen Sinn mehr, wenn sie innerhalb des Kreises am laufenden Band zweistellige Siege einfuhren.

Und was ist mit dem Seniorenbereich?

Tammschick: Ich war in einem konstruktiven Austausch mit dem Vorsitzenden des Fußballkreises Solingen. Doch dann ist Torsten Barkhaus im Sommer 2019 leider völlig überraschend verstorben. Dann kam die Pandemie. Wenn alles wieder in halbwegs normalen Bahnen laufen wird, könnte das Thema wieder aufgegriffen werden.

Zur Person

Frank Tammschick wurde am 11. August 1978 in Remscheid geboren. Der Vorsitzende des Fußballkreises Remscheid lebt dort mit seiner Ehefrau und den beiden gemeinsamen Kindern. Der kaufmännische Angestellte hat seine ehrenamtliche Tätigkeit im Fußball im Jahr 1996 als Schiedsrichter begonnen. Aktiv ist er nicht mehr. Im Jahr 2013 wurde er zum Vorsitzenden des Kreises gewählt.

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