Fußball

FCR: Als die Reise in die 2. Liga begann. . .

So sah sie damals aus, die Seite des RGA-Lokalsports am Montag, 11. März 1991, zum FCR-Auswärtssieg. Fotos: RGA-Archiv
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So sah sie damals aus, die Seite des RGA-Lokalsports am Montag, 11. März 1991, zum FCR-Auswärtssieg.
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Wir blicken zurück auf den 10. März 1991, als die Remscheider Fußballer Fahrt aufnahmen.

Von Fabian Herzog

Die Sowjetunion zerbricht, der zweite Golfkrieg erschüttert, Michael Stich schlägt Boris Becker in Wimbledon – und ein halbes Pfund Butter kostet 1,69 Mark. Das Jahr 1991 hatte jedoch noch eine Menge mehr zu bieten, wie sich speziell die Fans des FC Remscheid erinnern dürften. Exakt am 10. März vor 30 Jahren bestritt der damalige Fußball-Oberligist sein erstes Punktspiel nach der Winterpause und machte sich zum (bislang) letzten Mal auf den Weg in die 2. Bundesliga.

17 Spiele waren es, die die Mannschaft von Trainer Detlef Pirsig in der zweiten Saisonhälfte zu bestreiten hatte. 17 Spiele, um noch den ersten Platz – der FCR war zu diesem Zeitpunkt zwar Fünfter (15 Spiele/22:8-Punkte), hatte aber gegenüber dem Vierten SC Jülich (18/23:13), Dritten Bayer Leverkusen Amateure (18/26:10), Zweiten Wuppertaler SV (17/26:8) und Spitzenreiter Alemannia Aachen (19/29:9) noch einige Duelle nachzuholen – und so das große Ziel Aufstiegsrunde zu erreichen. Dass dies gelang, dürfte heute noch jeder wissen, der damals mit den Remscheidern mitgefiebert hat. Wir nehmen Sie noch einmal mit auf diese Reise und blicken in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig auf die Begegnungen mit den originalen Spielberichten zurück. Los geht´s mit der ersten Partie, auswärts beim 1. FC Bocholt.

1. FC Bocholt – FC Remscheid 0:2 – „Bocholt an die Wand gespielt“, geschrieben von Wolfgang Röhrig

Besser hätte der Meisterschaftsstart des FC Remscheid nach über drei Monaten Winterpause nicht sein können. 2:0 (0:0) gewannen die Remscheider am so berüchtigten Hünting gegen den 1. FC Bocholt. Der FCR zeigte sich in blendender Spiellaune, kontrollierte Ball und Gegner nach Belieben. Nur mit sehr viel Glück verhinderten die hoffnungslos unterlegenen Gastgeber eine höhere Niederlage. Am Ende wäre an Spielanteilen und Torchancen gemessen ein 5:0 oder 6:0 für den FC Remscheid keine Sensation gewesen.

Die Aufgaben des FC Remscheid in der zweiten Hälfte der Saison 1991/92 und vor der Teilnahme an der Aufstiegsrunde.

Aber die Gäste spannten ihre zahlreich mitgereisten Fans lange auf die Folter. Es dauerte immerhin bis zur 82. Minute, bevor der Ball zum ersten Mal im Tor der Bocholter lag. Frank Kayser hatte eine präzise Flanke geschlagen, Carsten Pröpper präziser Kopfball überwand endlich Bocholt-Torhüter Kirn. Gerade der Schlussmann war es, der in den vorausgegangenen 81 Spielminuten durch glänzende Paraden und gutes Stellungsspiel immer wieder die Remscheider Führung vereitelte. Wenn auch er einmal mit seinem Können am Ende war, standwie bei Freitags Schuss in der 34. Minute die Latte hilfreich zur Seite. Eine Minute vor dem Abpfiff gelang es Martin Tilner doch noch, denBocholter Schlussmann mit einem Volleyschuss zum 2:0-Endstand zu überwinden.

Neunzig Minuten lang brillierte der FC Remscheid durch seine spielerischeKlasse. Was fehlte, war der krönende Abschluss. Bei aller Wertschätzung der Arbeit des Bocholter Keepers, hatte es sich der FCR selbst zuzuschreiben, dass die Entscheidung sich bis in die Schlussminute hinauszögerte. Im gegnerischen Strafraum wurde zu zaghaft agiert, nicht energisch genug den zahlreichen Chancen nachgesetzt.

Es kam nicht von ungefähr, dass ausgerechnet Carsten Pröpper den Bann brach. Das Tor war die logische Folge seiner guten und aggressiven Leistung. Er rackerte während der gesamten Begegnung. Pröpper fand über den Kampf zu seinem Spiel und bewies zudem erneut seine Torjägerqualitäten.

An der Gesamtleistung des FC Remscheid gibt es nichts auszusetzen. Trainer Detlef Pirsig war angesichts der „Rasenpremiere 1991“auch zufrieden. „Wenn man bedenkt, dass wir in diesem Jahr zum ersten Mal wieder auf echtem Gras gespielt haben, kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen.“

Statistik

FCR: Stocki; Griehsbach, Freitag, Kosanovic, Kayser, Bridaitis (ab 46. Schmidt), Kessen, Pröpper, Kröning, Gemein (ab 72. Jakubauskas), Tilner.

Schiedsrichter: Steffens (Herzogenrath).

Zuschauer: 1300.

Tore: 0:1 (82.) Pröpper; 0:2 (89.) Tilner.

Gelbe Karten: Hassenberg (Bocholt) und Griehsbach (FCR).

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