Interview der Woche

Europapokal ist Highlight des Jahres

Timo Meier muss rund um das Europapokal-Wochenende einiges organisieren.
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Timo Meier muss rund um das Europapokal-Wochenende einiges organisieren.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
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Als Sportlicher Leiter beim Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid ist Timo Meier nah dran am Team.

4:10-Pleite in Cronenberg, 1:5-Niederlage in Herringen. Welche der beiden jüngsten Ergebnisse in der Rollhockey-Bundesliga hat Ihnen mehr weh getan?

Timo Meier: Natürlich das in Cronenberg. Da war ich vor Ort. Als Sportlicher Leiter muss ich nicht bei jedem Spiel sein. Die Partie in Herringen habe ich online gesehen. Und danach sofort Trainer Marcell Wienberg angerufen und ihm für den couragierten Auftritt der Jungs gratuliert.

Gratuliert?

Meier: Ja. Beim Spiel in Herringen hat die Einstellung zu 100 Prozent gestimmt. Das war in Cronenberg ganz anders. Man konnte das in Wuppertal auch ganz früh an einer Szene festmachen.

An welcher?

Meier: Als Alexander Ober in der ersten Halbzeit das 1:0 für uns erzielte, wurde nur verhalten gejubelt. Und da hatte ich schon das Gefühl, hier stimmt heute was nicht.

Wissen Sie mittlerweile, was nicht stimmte?

Meier: Ob bei den Fußballern oder bei den Handballern, bei denen ich bisher in verschiedenen Funktion im Einsatz war, habe ich solche Phasen in den Mannschaften erlebt. Die Gründe dafür sind vielschichtig und lässt sich im Vorfeld auch an den Trainingsbeteiligungen erkennen. Vor dem Pokalspiel am Samstag gegen Herringen und eine Woche später beim Europapokal-Wochenende in Hackenberg muss man sich darüber keine Gedanken machen.

Offensichtlich war aber auch, dass die jungen Spieler reichlich Lehrgeld bezahlt haben.

Meier: Das sollen sie auch. Aber ihnen gehört die Zukunft. Natürlich ist es aktuell schwierig, wenn eine Reihe der gestandenen Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen ausfällt.

Aus diesem Grund geht die IGR an diesem Samstag nicht unbedingt als Favorit in das Pokalspiel gegen Herringen, oder?

Meier: Da sich personell nicht viel ändert, gehen wir als Außenseiter ins Rennen. Zu verlieren haben wir nichts.

Im Achtelfinale sind 2. Mannschaften von Bundesligisten dabei sowie Zweit- und Regionalligisten. Und dann trifft die IGR in der Finalbegegnung der letzten Saison auf den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger. Sollte man da nicht eine Setzliste wie im DFB-Pokal bei den Fußballern einführen?

Meier: Natürlich hatten wir in diesem Jahr bei der Auslosung echt Pech. Wenn wir eine Runde weiterkommen, müssen wir im Viertelfinale wahrscheinlich in Walsum ran. Im letzten Jahr hatten wir aber Glück und sind den Topteams lange aus dem Weg gegangen. Das gleicht sich eben aus. Ich finde, der Modus sollte so bleiben.

Das eigentliche Highlight des Jahres steigt dann am übernächsten Wochenende. Die IGR richtet vom 16. bis 18. Dezember einen Vorrundenspieltag im World Skate Europe-Cup aus. Wie kam es dazu, dass der Europapokal in Remscheid Station macht?

Meier: Der Modus ist geändert worden und so für alle teilnehmenden Clubs wesentlich attraktiver. Gespielt wird in ganz Europa in Dreier-Gruppen. Der vermeintlich Gruppenschwächste hat das erste Zugriffsrecht auf die Austragung. Das war der Verein King´s Lynn RHC aus England, dann waren wir an der Reihe und schließlich der RHC Lyon aus Frankreich.

Und Sie waren nicht unglücklich, dass die Briten verzichtet haben.

Meier: Allerdings. Das größte Problem des Vereins aus der Nähe von Cambridge ist, dass sie keine adäquate Halle stellen können. Wir freuen uns riesig, dass wir eine internationale Veranstaltung nach Remscheid holen konnten. Es kommt ja nun wirklich nicht oft vor, dass es Pflichtspiele auf internationaler Ebene in der Stadt gibt.

Wie sieht der Spielplan aus?

Meier: Wir treffen am 16. Dezember um 19 Uhr auf die Engländer. Am 17. messen sich die dann mit den Franzosen. Los geht es da um 17 Uhr. Und am 18. um 15 Uhr treffen wir schließlich auf die Franzosen.

Glauben Sie, dass die Partie gegen Lyon das Endspiel um den Einzug in die nächste Runde ist, in der es dann im alten K.-o.-Modus weitergeht?

Meier: Das könnte man so erwarten. Allerdings sollten wir die Engländer, die nationaler Meister sind, nicht unterschätzen. Und die jüngsten internationalen Turniere der unterschiedlichsten Ebenen haben gezeigt, dass die Engländer große sportliche Fortschritte gemacht haben.

Wie sind die Franzosen sportlich einzuschätzen?

Meier: Sie dürften der Favorit sein. Bei ihnen stehen einige Akteure aus Südeuropa im Kader. Allerdings scheinen sie finanziell nicht auf Rosen gebettet zu sein. Sie kommen mit einem Kleinbus erst am Samstag an und fahren nach dem Spiel am Sonntag gleich wieder zurück. Die Engländer kommen am Donnerstag und nutzen auch das Hotel, das wir ihnen vermittelt haben. Die Kommunikation mit den Franzosen war in dieser Sache schwierig.

Gibt es noch ein Rahmenprogramm?

Meier: Es gibt am Freitag eine kleine Eröffnungsfeier mit den Rollkunstläuferinnen des Remscheider TV. Wir planen an den Tagen auch eine Roller-Disco. Und am Samstag einen Familientag, an dem der Eintritt, anders als am Freitag und Sonntag, auch frei ist.

Zur Person

Timo Meier wurde am 28. Juni 1987 in Remscheid geboren. Dort lebt er mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern. Meier ist Inhaber einer Physiotherapiepraxis in Radevormwald. Er war Junioren-Fußballer bei Marathon und dem FCR und hat für den WSV in der A-Junioren-Bundesliga gespielt. Er ist früh Trainer geworden. In den unterschiedlichsten Sportarten war er als Athletik-Fitnesstrainer im Einsatz. Seit 2019 ist er bei der IGR.

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