Handball

Von Euphorie bis Tristesse ist alles dabei

Der Bergische HC will und wird in dieser Handball-Saison in der Bundesliga noch viel Grund zum Jubeln haben. Foto: Christian Beier
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Der Bergische HC will und wird in dieser Handball-Saison in der Bundesliga noch viel Grund zum Jubeln haben.
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Analyse: Wir knöpfen uns die fußballerischen und handballerischen Aushängeschilder im Bergischen vor.

Von Andreas Dach

Wir blicken seit Jahren gerne und regelmäßig über den Zaun zu unseren bergischen Sportnachbarn. Weil viele Fans sich mit dem Bergischen HC, dem VfL Gummersbach und dem Wuppertaler SV identifizieren. Mit den Erst- und Zweitliga-Handballern und dem Fußball-Regionalligisten. Keinesfalls zufällig sind Sportfreunde aus unserer Region (Remscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen, Rade, Burscheid) häufig auf oder in den entsprechenden Sportanlagen anzutreffen. Das ist im Moment unmöglich. Weshalb wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch genauer hinschauen. Weil wenigstens dieser Sport ja stattfindet. Wenn auch wegen Corona ohne Zuschauer.

Läuft es für alle drei Clubs nach Plan?

Für den VfL Gummersbach ja, für den Bergischen HC weitgehend und für den WSV so gar nicht. Die Stimmungslage in den drei Lagern ist derzeit völlig unterschiedlich. Irgendwo zwischen Euphorie und Tristesse.

Woran liegt das?

Es ist leicht zu erklären. Fangen wir mit dem Bundesligisten an. Der Bergische HC hat trotz negativen Punktekontos in puncto Stabilität einen Schritt nach vorne getan, wird von allen Gegnern sehr ernst genommen. Bestes Beispiel war die hauchdünne Niederlage am Sonntag in Mannheim. Wie sich das Team von Seppel Hinze nach klarem Halbzeitrückstand in Abschnitt zwei wieder zurückkämpfte und kurz vor einem Punktgewinn stand – das war klasse. Es fehlt nicht mehr viel bis zu den nächsten Favoritenstürzen. Zu Saisonbeginn war das bereits gegen Magdeburg gelungen.

Und warum ist der VfL Gummersbach so gut drauf?

Das hat definitiv mit seinem Trainer zu tun. Seitdem Trainer Gudjon Valur Sigurdsson das Zepter übernommen hat, herrscht Ruhe. Der frühere Weltklassehandballer bringt eine natürliche Autorität mit. Was er sagt, nimmt man ihm ab. Wohltuend, wie er seine Mannschaft coacht. Ohne überbordende Theatralik, zielgerichtet. Sicher war die Gala am Samstag gegen Bietigheim kein Maßstab. Da war der frühere isländische Nationalspieler nur vor der Partie gefordert, brauchte während der 60 einseitigen Minuten selten einmal korrigierend einzugreifen.

Kommen wir zum Sorgenkind, dem Wuppertaler SV

Im Tal kehrt einfach keine Ruhe ein, auch wenn die Insolvenz wohl vom Tisch ist. Für den Verein, der ohne das Engagement von Friedhelm Runge schon längst unmittelbar vor dem Exitus stehen würde, brechen sehr ungemütliche Wochen und Monate an, die alleine vom Abstiegskampf geprägt sein werden. Längst ist davon die Rede, dass die Mannschaft personell verstärkt werden muss. Aber ist das wirklich so? Vielmehr muss man sich doch fragen, warum als Leistungsträger geholte Spieler wie Kevin Pires, Marco Königs oder Tim Wendel ihrem eigentlichen Potenzial so weit hinterherhinken. Gerade die jüngeren Akteure des WSV brauchen Leitwölfe, an denen sie sich orientieren können.

Lassen sich schon Prognosen für den weiteren Saisonverlauf stellen?

Verlässliche natürlich nicht. Aber es ist absehbar, dass sich der Bergische HC keine Sorgen machen muss, in den Abstiegskampf der höchsten deutschen Spielklasse verwickelt zu werden. Dafür ist der Kader zu ausgeglichen. Es ist wunderbar zu erleben, wie gerade den jungen Spielern immer mehr Vertrauen geschenkt wird und diese das rechtfertigen. Der VfL Gummersbach wird bis zum Saisonende mit dem HSV Hamburg um den Titel in der 2. Handball-Bundesliga spielen. Bleibt er vom Verletzungspech verschont, schafft er es, dieses große Ziel zu erreichen. Dass der Wuppertaler SV in die Fußball-Oberliga absteigt, mag man sich nicht vorstellen. Und es wird auch nicht passieren. Voraussetzung: Ab sofort darf es keine Nebenkriegsschauplätze und Eifersüchteleien mehr geben.

WM-Kader

Völlig überraschend kommt die Nominierung nicht. David Schmidt vom Bergischen HC ist noch auf den WM-Zug aufgesprungen, wird dem Kader der Nationalmannschaft bei den Titelkämpfen im Januar in Ägypten angehören. Nach einer Absageflut musste Trainer Alfred Gislason reagieren und entschied sich unter anderem für den Linkshänder des BHC als Nachrücker. Der hatte unlängst seine Bereitschaft schon kundgetan: „Wenn man mich fragt, bin ich gerne mit dabei.“

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