Wir bei euch

Es wird gelacht: vorher, dabei, nachher

Einige Verletzte fehlen noch auf dem Bild, ansonsten geht die HSG mit diesem Kader in die Oberliga-Spielzeit. Foto: Andreas Dach
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Einige Verletzte fehlen noch auf dem Bild, ansonsten geht die HSG mit diesem Kader in die Oberliga-Spielzeit.
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Trainingsbesuch bei der weiblichen A-Jugend der HSG Radevormwald/Herbeck

Von Andreas Dach

Zuerst fällt die gute Stimmung auf. Schon vorher, bevor die eigentliche Trainingseinheit in der Sporthalle Hermannstraße beginnt. Die weibliche A-Jugend der HSG Radevormwald/Herbeck hat einen halbstündigen Lauf in den Knochen. Bis zum Kollenberg und zurück. Quasi zum Warmwerden. Das machen die jungen Handballerinnen wie selbstverständlich in völlig Eigenverantwortung. Schummeln? Abkürzen? Nö, ist nicht angesagt. Man will ja etwas erreichen in der Oberliga. Dabei weiß man bei der HSG nicht wirklich, welche Qualität einige der Gegner aufs Feld bringen. Nordrhein und Mittelrhein sind zusammengelegt worden – da kommen einige neue Gesichter auf sie zu.

„Das ist doch gut“, findet der 24-jährige Marko Alsdorf. Er ist der jüngste Part des Zwei -Generationen-Trainer-Teams, wie sich das Trio nennt, welches die spielstarke HSG akribisch auf die Saison vorbereitet. Ein weiterer ist Stefan Berghaus, 53 Jahre und im „richtigen Leben“ Konrektor der Grundschule Stadt. Schließlich ist da noch Armin Stolte, Torwarttrainer, lebende Legende. Ein spannendes Gemisch an Kompetenz. Jeder für sich wichtig für die Weiterentwicklung einer hochtalentierten Mannschaft.

Dass die gute (gemeinsame) Arbeit Früchte trägt, hat man auch in der 1. Frauen-Mannschaft der HSG Rade/Herbeck längst genau registriert. Es war keinesfalls Produkt akuter Personalnot, dass drei Spielerinnen aus der A-Jugend kürzlich ihr Verbandsligadebüt feierten. „Anfangs war ich schon ein bisschen aufgeregt“, gibt Lara Wingenbach zu. „Aber die Mitspielerinnen haben uns motiviert, und man war, glaube ich, ganz zufrieden mit uns.“ Mit uns – das bezog sich neben Wingenbach auch auf Kim Berghaus und Jolie Krause. Allesamt Rohdiamanten, die (nur) noch geschliffen werden müssen.

Bei dem Bestreben sind sie, wie alle anderen Mitspielerinnen auch, in besten Händen. Alsdorf ist der Lockere, der auch schon mal einen Spruch raushaut, wenn es angebracht ist. Er hat einen guten Zugang zu den Spielerinnen. Berghaus auch, vielleicht etwas anders. Er leitet an diesem Montag das Training, hat sich ein paar Überraschungen einfallen lassen. Anhand von Spielkarten (Kreuz, Pik, Herz, Karo) müssen spontan Laufwege zurückgelegt werden. Mit folgenden Spielzügen und Torabschlüssen. Es geht um das schnelle Erkennen und Umsetzen von Situationen, „Koordination ist alles“, ruft der 53-Jährige. Er ist ein Urgestein des Rader Handballs, gehört seit 1977 dem TV Herbeck an. Bis zum Alter von 45 Jahren hat er selbst gespielt, seitdem gibt er sein Wissen an Jugendmannschaften weiter.

Das Trainerteam der weiblichen A-Jugend der HSG Rade/Herbeck: Stefan Berghaus, Armin Stolte und Marko Alsdorf (v.l.).

Hatten wir etwas von Urgestein gesagt? Das kann Armin Stolte erst recht von sich behaupten. Er ist als Torwarttrainer der Besser-Macher. „Ich möchte dem Verein etwas zurückgeben“, sagt er. Die 1. Männermannschaft nutzt seine Erfahrung, die weibliche A-Jugend auch. „Es ist großartig, was er einem alles beibringt“, erklärt Lisa Adamek. Sie ist an diesem Tag die einzige Torfrau, die am Training teilnimmt. Fatima Sawaha ist verletzt.

Das gilt auch für Pia Grosche. Die Linkshänderin schaut trotzdem beim Training vorbei, will den Kontakt zu Trainerteam und Mitspielerinnen nicht verlieren. „Ich pausiere schon seit acht Wochen“, sagt sie. Der Rücken bereitet Probleme. Umso besser, dass der Kader breit aufgestellt ist. Spielerinnen aus Schalksmühle/Halver sind dazugekommen. Es passt mit ihnen.

Der Bergische HC und der HSV Gräfrath sind in dieser Altersklasse die Platzhirsche im Bergischen. „Dahin kommen aber wir“, ist man sich beim Trainertrio einig. Worte, denen man Taten folgen lassen möchte. Ein Platz in der oberen Tabellenhälfte soll für die HSG Rade/Herbeck rausspringen. Auch wenn das Warten auf den Spielplan „ätzend ist“, wie es Marko Alsdorf ausdrückt. Er hat von seinem Vater Frank nicht nur die Handball-Leidenschaft geerbt, sondern auch die Begeisterung für die Fußballer von Borussia Dortmund. „So häufig wie früher bin ich aber nicht mehr im Stadion.“ Dafür fehlt dem für eine IT-Firma in Köln tätigen Trainer die Zeit.

„Ihr habt gut trainiert!“

Stefan Berghaus, Trainer

Eine Saison noch ist die Konstellation so wie im Augenblick. Dann wird sich einiges ändern. B-Jugendliche rücken nach, damit auch Ines Engstfeld und Ulrike Stocki als Trainerinnen. Was aus den jetzigen Verantwortlichen wird? Abwarten! Gute Trainer sind immer gefragt. Das weiß man auch bei der HSG.

Ein Spielchen am Ende, dann ist die Einheit vorbei. „Ihr habt gut trainiert“, lobt Stefan Berghaus. „Haben Sie sich so ein Handball-Training der weiblichen A-Jugend vorgestellt?“, wird der RGA-Redakteur aus der Runde gefragt. Antwort: „So ähnlich schon. Nur die Kartenspielertricks waren mir neu.“ Wieder wird gelacht. Nachher wie vorher.

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Möchten Sie, dass wir bei Ihrer Mannschaft mal vorbeischauen? Dann melden Sie sich per Mail bei uns (lokalsport@rga.de). Stellen Sie sich mit ein paar Zeilen vor. Wir freuen uns schon darauf, uns von Ihrer guten Arbeit vor Ort zu überzeugen. Diesmal sind wir bei der weiblichen Handball-A-Jugend der HSG Radevormwald/Herbeck gewesen.

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