Interview der Woche

Es soll eine Euphorie entfacht werden

Stephan Küsters hat beim Wuppertaler SV schon Vieles auf den Weg gebracht.
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Stephan Küsters hat beim Wuppertaler SV schon Vieles auf den Weg gebracht.

Gespräch: Sportdirektor Stephan Küsters will mit dem WSV in der Fußball-Regionalliga ganz oben mitspielen.

Von Andreas Dach

Eine herausfordernde Frage gleich zu Beginn: Steigt der Wuppertaler SV in die 3. Liga auf?

Stephan Küsters: So etwas lässt sich nicht planen. Wir wollen wieder eine gute Rolle spielen, und wenn es besser wird als in der zurückliegenden Saison, als wir Dritter geworden sind, dann ist das sehr schön. Wir haben eine gute Mannschaft, aber gibt genügend Teams auf Augenhöhe.

An welche Konkurrenten denken Sie bei Ihrer Einschätzung?

Küsters: Sicherlich an Preußen Münster. Aber genauso muss man Fortuna Köln auf der Rechnung haben, das im Angriff top besetzt ist. Dazu kommen Rot-Weiß Oberhausen und der SV Rödinghausen. Und bei Alemannia Aachen kann sich auch etwas entwickeln. Ich glaube, dass die Liga in diesem Jahr sehr ausgeglichen ist. Umso wichtiger wird ein guter Start sein.

Wir knüpfen noch einmal an unsere Anfangsfrage an und formulieren sie mal etwas anders: Muss der WSV aufsteigen?

Küsters: Nein, wir müssen nicht aufsteigen. Wir sollten uns immer vor Augen halten, wo wir herkommen und wo wir vor zwei Jahren noch standen. Natürlich möchte Friedhelm Runge als unser langjähriger Vorsitzender und Hauptgeldgeber gerne direkt hoch. Wir sind dabei, uns vernünftig aufzustellen. Alles Weitere wird sich dann ergeben.

Wie sehr wirkt die Niederlage im Niederrheinpokalfinale gegen den SV Straelen noch nach? Sie ist gerade erst einige Wochen her.

Küsters: Es ist bitter, dass wir dieses Spiel seinerzeit in Duisburg verloren haben. Zumal unser Gegner im DFB-Pokal der FC St. Pauli gewesen wäre. Das hätte uns ein gut besuchtes Zoo-Stadion und eine super Stimmung beschert. Aber es hilft auch nicht, diesem Versäumnis lange nachzutrauern.

Sie hatten gleich nach dem 0:1 gegen Straelen angekündigt, die richtigen Lehren aus der Niederlage zu ziehen. Haben Sie es getan? Und wenn ja – welche waren es?

Küsters: Wir haben unseren Kader noch einmal breiter aufgestellt und Typen dazubekommen, die wir vorher so nicht hatten.

Konkretisieren Sie doch bitte, worauf Sie Wert gelegt haben.

Küsters: Wir haben mit Ausnahme des Niederrheinpokal-Halbfinals gegen Rot-Weiss Essen in der vergangenen Saison kein Topspiel gewonnen. Nicht in der Meisterschaft und nicht im Pokal. Das sind Fakten, auf die wir reagiert haben. Wenn es mal nicht wie gewünscht gelaufen ist, hatten wir zu wenig Leute im Kader, die einmal ein Zeichen gesetzt haben. Deshalb haben wir noch einige Spieler dazugeholt, die unter anderem von ihrer Mentalität leben. Ich denke da zum Beispiel an Marco Stiepermann, an Lukas Demming, Tobias Peitz und Bastian Müller. Wir sind auf alle Fälle im Mittelfeld nicht mehr so ausrechenbar wie in der vergangenen Saison.

Hätten Sie im Angriff nicht noch etwas tun müssen?

Küsters: Da sind wir gut aufgestellt und haben mit Serhat-Semih Güler noch einen echten Straßenfußballer dazubekommen. Ihm zuzuschauen, macht Spaß. Und wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit Marco Königs und Roman Prokoph zwei Top-Regionalligaspieler im Kader haben. Wir brauchen schließlich auch Robustheit im Angriff.

Warum sind Sie eigentlich nicht Sportdirektor beim MSV Duisburg geworden, als in Ihrer Heimatstadt einer gesucht wurde?

Küsters: Es haben nie richtige Gespräche mit den Verantwortlichen stattgefunden. Der MSV ist ein geiler Club, keine Frage. Und es ehrt mich, dass es Leute gibt, die sich das vorstellen konnten. Aber es halt viel über die Medien gelaufen.

Das Zoo-Stadion soll einen neuen Untergrund mit Rasenheizung bekommen.

Küsters: Im April 2023 sollen die Arbeiten beginnen und dann drei bis vier Monate dauern. Wir sind gerade dabei, uns nach einem Ausweichstadion umzuschauen. Noch ist aber nichts spruchreif.

Wie sehr fiebern Sie dem Auftakt entgegen?

Küsters: Der Start am Samstag um 14 Uhr im Stadion am Zoo gegen Ahlen ist gleich schon wichtig. Wir wollen versuchen, eine Anfangseuphorie zu entfachen. Die Mannschaft verdient es nicht, nur vor 1000 Zuschauern zu spielen.

Im Pokal geht es zwischen dem 23. und 25. August zum SV 09/35 Wermelskirchen. Zufrieden?

Küsters: Das lässt sich schnell beantworten: kurze Anreise, schönes Stadion, gute Kulisse. Also – ja!

Zur Person

Stephan Küsters wurde am 6. Oktober 1971 in Dinslaken geboren. Der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV hat es in seiner Laufbahn bis zu Einsätzen in der Bundesliga und der 2. Liga (bei Bayer 05 Uerdingen) gebracht. Zwei Jahre hat er für den FCR gespielt.

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