Triathlon

Remscheider nimmt am Ironman auf Hawaii teil

Hans Heinz Schumacher und seine Ehefrau Karin, gleichzeitig seine treueste Unterstützerin beim Ironman auf Hawaii.
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Hans Heinz Schumacher und seine Ehefrau Karin, gleichzeitig seine treueste Unterstützerin beim Ironman auf Hawaii.

Der Remscheider Hans Heinz Schumacher spricht im Interview über seine Erfahrungen beim Megaevent.

Von Andreas Dach

Sie sind seit Montag vergangener zurück aus Hawaii. Der Ironman ist Geschichte. Haben Sie schon realisiert, was Sie dort erlebt und geleistet haben? Oder fühlen Sie sich wie im falschen Film?

Hans Heinz Schumacher: Doch, ich habe das schon realisiert. Ich kämpfe nur noch ein wenig mit der Zeitumstellung. Ich schlafe noch nicht wieder normal. Manchmal werde ich wach und frage mich, in welchem Hotel ich gerade bin.

Wie kommt man denn daheim in Remscheid wieder in den sportlichen Alltag zurück? Haben Sie schon wieder ein Trainingsläufchen hinter sich?

Schumacher: Ich war zunächst einmal überrascht, dass ich auf Hawaii nach dem Ironman keinen Muskelkater hatte. Ich habe im Anschluss dort mit meiner Frau noch ein paar Tage Urlaub gemacht. Das Wandern war überhaupt kein Problem. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Hier zu Hause bin ich einmal Rad gefahren und habe eine Laufeinheit absolviert.

Was bedeutet, dass der Röntgenlauf am kommenden Sonntag für Sie ein Thema ist?

Schumacher: Nein, absolut nicht. Ich bin jetzt erst einmal froh, aus allen diesbezüglichen Zwängen herauszusein. Hinter mir liegen in diesem Jahr 500 Trainingsstunden, alles war auf den Ironman auf Hawaii ausgerichtet. Es ist angenehm, jetzt mal keinen Druck zu haben. Und nur mal so teilnehmen – das ist nichts für mich. Dazu bin ich zu ehrgeizig. Da feuere ich doch lieber Freunde beim Röntgenlauf an. Ich stehe an der Klauser Delle, was ja nicht weit von mir zu Hause entfernt ist.

Blick zurück nach Hawaii: Was ist an Besonderem hängengeblieben? Mal abgesehen von Ihrer bärenstarken Leistung.

Schumacher: Ach, da war so vieles. Ich denke an die Unterstützung durch meine Frau Karin. Mein Cousin aus New York und dessen Tochter aus Los Angeles sind auch angereist. Sie waren damals schon meiner Qualifikation in Argentinien dabei, wollten jetzt wieder die Daumen drücken.

Hatten Ihre Lieben unterwegs auch die Möglichkeit, Sie über Ihre aktuelle Platzierung zu informieren?

Schumacher: Nein, da ging gar nichts. Da lagen keinerlei Informationen vor. Ich hatte keine Ahnung, wo ich gerade liege. Ich war ganz bei mir und bei meinen Gedanken. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass meine Platzierungen immer besser geworden sind. Alleine beim Marathon habe ich mich noch einmal um zehn Ränge verbessert.

Sie sind gelaufen, wenn auch langsam. Andere sind zum Teil nur gegangen.

Schumacher: Das hat mich wirklich überrascht. Von 102 Aktiven in meiner Altersklasse haben nur 82 das Zeitfenster eingehalten.

Lassen Sie uns doch bitte ein wenig an Ihrer Gefühlswelt teilhaben. Gerade in der Phase, als Sie sich dann in Richtung Ziel bewegten. Doch muss doch erhebend gewesen sein.

Schumacher: Es sind mir so viele Dinge durch den Kopf gegangen. Vom Highway ans Meer und wieder zurück an den Highway – irgendwann wusste ich, dass es nur noch drei Kilometer sind. Dass ich viele noch überholt habe, war für die Psyche nicht schlecht. Ich wollte laufen, bloß nicht gehen. Es stellten sich Glücksgefühle ein. Ich wusste jetzt, dass ich es schaffen würde. Unbeschreiblich war das. Wahnsinn. Flaggen wehten, ich war im Ziel. Und das trotz der hohen Luftfeuchtigkeit und der enormen Temperaturen.

Durfte Ihre Frau im Ziel gleich zu Ihnen?

Schumacher: Nein, dieser Bereich war den Aktiven vorgehalten. Jeder, der ankam, wurde von zwei Personen in den Arm genommen, bekam ein Handtuch, Verpflegung und wurde in eine schöne Zone am Strand gebracht. Ich bin dann aber doch ganz schnell dorthin gegangen, wo meine Lieben auf mich gewartet haben.

Wenn man sich seinen sportlichen Lebenstraum erfüllt hat – was peilt man dann als Nächstes an?

Schumacher: Ich habe meiner Frau versprochen, dass ich keine Langdistanz mehr angehen werde. Der Zeitaufwand für das Training war und ist immens. Bestenfalls noch die Halbdistanz. Da brenne ich noch für. Und vielleicht Duathlon- und Aquathlon-Wettbewerbe.

Zur Person

Hans Heinz Schumacher wurde am 13.11.1954 in Wuppertal geboren. Der Ehemann (Karin), Vater (Linda, Adrian) und Opa (Laura, Jonas) lebt mit seiner Frau am Blaffertsberg in Remscheid und hat kürzlich am Ironman Hawaii teilgenommen. Dort wurde der ehemalige Direktor des EMA-Gymnasiums 44. von 102 Teilnehmern seiner Altersklasse (M65-69).

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