Radsport

Es ist für sie eine regelrechte Herzensangelegenheit

Manuela Freund ist glücklich am Brandenburger Tor in Berlin angekommen.
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Manuela Freund ist glücklich am Brandenburger Tor in Berlin angekommen.
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Die Remscheiderin Manuela Freund fährt 648 Kilometer für den guten Zweck.

Von Andreas Dach

Ihre Teilnahme an Wettkämpfen hat sie stark eingeschränkt. Was auch an Corona liegt und lag. Aufs Radfahren mag und will Manuela Freund aber nicht verzichten. Ganz im Gegenteil: Die Remscheiderin, die in Erftstadt lebt, hat ihre sportliche Leidenschaft gerade erst wieder eindrucksvoll auf zwei Räder gebracht.

Wie schon im vergangenen Jahr – damals mit einer 500-Kilometer-Tour – war sie auch diesmal wieder für die Stiftung KinderHerz unterwegs. „Lange Distanzen kommen mir entgegen“, sagt die 53-Jährige. „Eine Nacht ohne Schlaf ist für mich nicht das Problem.“ Deshalb entschied sie sich für eine Nonstop-Tour von Erftstadt nach Berlin. Für beeindruckende 647,8 Kilometer. Und das, obwohl nicht gerade eine ideale Vorbereitungszeit hinter ihr lag. Eine Operation, zehn Wochen lange Coronaprobleme und ein Autounfall – der Sommer glich keiner Glückssträhne. Freund: „Aber davon wollte ich mich nicht aufhalten lassen.“ Berlin wurde schnell zur ersten Wahl, wobei aus den geplanten 626 Kilometern wegen Straßensperrungen, Umleitungen und Navi-Problemen gut 20 mehr wurden.

Sie fuhr die Tour komplett alleine, wusste ab Kilometer 200 ihren Partner aber irgendwo in der Nähe. Letztlich wurde es so zu einer gemeinsamen Reise, einem gemeinsamen Abenteuer.

Morgens um 8 Uhr war Freund in Erftstadt gestartet, tags drauf gegen 16.30 Uhr erreichte sie das Brandenburger Tor in Berlin. Nach 24 Stunden netto, nach 32:30 Stunden brutto. Voller Adrenalin. „Ich liebe es, durch eigene Muskel- und Mentalkraft von A nach B zu kommen“, sagt sie. „Durch die Nacht zu fahren und mit meinen Gedanken alleine zu sein.“ Und sich dabei mit Herausforderungen auseinanderzusetzen, die man so nicht einplanen kann. Wie dem starken Nieselregen mit heftigen Windböen, der sie zwischendurch zu einer Pause zwang. „Ich war klatschnass und habe gefroren“, berichtet sie.

Auch wenn sie durch die Auszeit im Auto aus dem Rhythmus kam, ging es einige Stunden später mit trockener Kleidung, aber nassen Schuhen weiter. In der Nähe von Magdeburg begann dann die mental schwierigste Zeit. „Eine Kaffeepause war die Rettung“, sagt sie. Danach war sie wieder da, kam auf einen Schnitt von 27 Kilometern pro Stunde. Über Potsdam ging es nach Berlin weiter, wo der Mensch auf sie wartete, „der ein solches Abenteuer erst möglich macht“. Letztlich war Manuela Freund gegen 21 Uhr im Bett, nach 50 Stunden ohne Schlaf. Sicher nicht gesund, doch sie denkt: „Schade, dass es schon vorbei ist.“

Dass sie diese Tour (auch) für einen guten Zweck hinter sich gebracht hat, war ein zusätzlicher Anreiz gewesen. Die Stiftung Kinderherz fördert innovative Forschungsprojekte, damit das Leben kleiner Herzpatienten lebenswerter wird, und unterstützt bundesweit Kompetenzzentren.

Und wie geht es für Manuela Freund weiter, die für den RC Schmitter Köln-Gleuel und das Jedermannteam Livewelt in Gütersloh fährt? „Ich hoffe, dass im nächsten Jahr wieder die Night on Bike in Radevormwald stattfindet.“ Das wäre dann ein offizieller Wettbewerb, der sie doch noch einmal locken könnte . . .

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