Handball

Erwartungen sind deutlich gestiegen

An der Deckung der Rheinbacher biss sich die HGR beim Saisonstart vor mehr als einem Jahr immer wieder die Zähne aus. Foto: Michael Sieber
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An der Deckung der Rheinbacher biss sich die HGR beim Saisonstart vor mehr als einem Jahr immer wieder die Zähne aus.
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Die Saison in der Handball-Regionalliga beginnt – die HG Remscheid muss nach Rheinbach.

Von Peter Kuhlendahl

Wie schon in der vergangenen Saison heißt der erste Gegner der HG Remscheid wieder TV Rheinbach. Doch anders als vor einem Jahr muss die HGR am Samstag (19 Uhr) in Rheinbach ran, das rund 20 Kilometer südwestlich von Bonn liegt. Alles dazu und auch zur Regionalligasaison 2020/21 in der folgenden Analyse.

Warum startet die Regionalliga erst jetzt in die Saison?

Im Gegensatz zum Handball-Verband Niederrhein hatten die Funktionäre des Mittelrheins vor einigen Wochen eine Umfrage unter den Vereinen in ihrem Gebiet durchgeführt. Die stimmten mehrheitlich dafür, später zu starten. Darauf einigten sich dann auch die Verantwortlichen der beiden Verbände.

Was muss in Zeiten der Pandemie am Samstag beachtet werden?

Der TV Rheinbach teilt auf Anfrage des RGA mit, dass keine Gäste-Fans das Spiel besuchen können. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dies für künftige Spiele zu ermöglichen. Jedoch beschränkt sich die Teilnahme nach Absprache mit den hiesigen Ämtern auf derzeit maximal 138 Heimfans“, betont Cem Sarac, der Vorsitzende des Förderkreises Rheinbacher Handball. Eine Nachricht, die im Lager der Remscheider ein wenig für Kopfschütteln sorgt. Bei Heimspielen der HGR werden immer Tickets für Gästefans bereitliegen.

Wie ist der Gegner zum Auftakt einzuordnen?

„Rheinbach ist unglaublich schwer einzuschätzen“, sagt der neue HGR-Trainer Alexander Zapf, der zwar ein Video gesehen hat, aber sonst kaum Informationen bekommen konnte. Fakt ist jedoch, dass die Rheinbacher zwei wichtige Spieler abgegeben haben. Der langjährige Mittelmann René Lönenbach ist zum TV Palmersheim gewechselt. Oliver Dasburg hat sich dem Drittliga-Aufsteiger TuS Opladen angeschlossen. „Das waren die beiden Schlüsselspieler in Rheinbach“, meint der HGR-Coach. Adäquater Ersatz konnte zwar nicht geholt werden, „aber solche Personalien können ein Team auch zusammenschweißen“, warnt Zapf.

Mit welchen Erwartungen geht die HGR in die Partie?

Nach der coronabedingten, mehr als halbjährigen Meisterschaftspause gibt es bei allen Beteiligten folgerichtig noch einige Fragezeichen, was die Spielstärke betrifft. „Aber die Leistungen unserer Testspiele in der langen Vorbereitungsphase waren fast alle sehr gut. Dennoch ist es natürlich sehr schwierig, eine Prognose abzugeben“, sagt Zapf. Allerdings gibt er vor dem Auftritt in Rheinbach eine klare Marschrichtung vor: „Wir wollen gewinnen. Werden den Gegner aber auf gar keinen Fall unterschätzen.“

Gibt es personelle Probleme im Lager der Remscheider?

Hinter dem Einsatz eines HGR-Trios stehen noch größere oder kleinere Fragezeichen. Florian Hinkelmann hat wieder Probleme aufgrund seiner langwierigen Fußverletzung. Sein Einsatz ist aber wahrscheinlich. Michael Heimansfeld ist nach seiner Bänderverletzung zwar wieder ins Training eingestiegen, sein Mitwirken ist aber nur sehr eingeschränkt möglich. Dagegen kommt das bei Sebastian Schön, der ebenfalls an einer Bänderverletzung laboriert, noch zu früh.

Rechtsaußen Lukas Pütz wird nach seiner Schulteroperation in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit ist Routinier Achim Jansen nun allein auf dieser Position gefordert. „Er hat eine bärenstarke Vorbereitung absolviert und ist topfit“, lobt Zapf.

Wie ist der Kader der HGR in dieser Saison einzuschätzen?

Der letztjährige Aufsteiger hat sich im Vergleich zum damaligen Saisonstart deutlich verstärkt. Im Januar waren aus der Konkursmasse des Zweitligisten Rhein Vikings bereits Felix Handschke und Sebastian Schön nach Remscheid gekommen. Im Sommer wurden Dominic Luciano vom Zweitliga-Absteiger HSG Krefeld, Philipp Hinkelmann und Linus Mathes von den Drittligisten Bergische Panther beziehungsweise Leichlinger TV sowie Todor Ruskov vom westfälischen Oberligisten Schalke 04 verpflichtet. Talent Sebastian Pflüger rückte aus der eigenen 2. Mannschaft auf. Alexander Zapf, in der vergangenen Saison Coach der 2. Mannschaft der Panther und Standby-Spieler beim Drittligisten, hat die Verantwortung auf der HGR-Bank übernommen.

Mit welchen Zielen gehen die Remscheider in die Saison?

Traurig war man im Lager der HGR nicht, dass die vergangene Saison coronabedingt abgebrochen worden war. Das Team hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Schluss um den Klassenerhalt bangen müssen. Mit den Verstärkungen sind die Ansprüche nun andere und die Erwartungen gestiegen. Für Zapf ist es zunächst einmal wichtig, sich schnell ein Punktepolster zuzulegen. Am Ende der Saison soll eine Platzierung zwischen dem fünften und achten Rang herausspringen. Das ist das Minimum. „Wenn wir unter den ersten Vier landen, wäre es eine Zugabe“, erklärt er.

Wen hat die HGR ganz oben auf der Liste, wenn es um den Titel geht?

Der SG Ratingen wird von allen Seiten die Favoritenrolle zugeschoben. Als erster Verfolger wird der TV Korschenbroich genannt. „Ich habe außerdem noch Aldekerk auf der Rechnung. Außerdem könnte auch Aachen eine sehr gute Rolle spielen, da sie extrem heimstark sind“, glaubt Zapf. Zu beachten sei auch die 2. Mannschaft des Bundesliga-Aufsteigers TuSEM Essen.

Was sollten alle Beteiligten grundsätzlich beachten?

Nach den bitteren Erfahrungen in der vergangenen Saison ist nun in die Spielordnung aufgenommen worden, was im Falle eines erneuten Abbruchs passieren würde. Wenn 50 Prozent der Spiele absolviert sind, sprich die Hinrunde, kommt eine Koeffizienten-Regelung zum Tragen, die über Auf- und Abstieg entscheidet. Ein Absteiger steht mit dem TV Jahn Köln-Wahn, der sein Team zurückgezogen hat, bereits fest.

Ein Nachteil für die Remscheider ist, dass sie in der Hinrunde nur fünf Heim-, aber neun Auswärtsspiele bestreiten. Ein Grund dafür ist der verspätete Saisonstart. Die ersten drei Spieltage, an denen die HGR zwei Partien vor eigenem Publikum gehabt hätte, werden am eigentlichen Ende der Spielzeit im Mai nächsten Jahres drangehängt.

1. Spieltag

Ein Corona-Fall sorgt gleich zum Start in die neue Saison dafür, dass eine Partie ausfällt. Betroffen ist die TSV Bonn. Dessen Partie beim BTB Aachen muss verschoben werden. Diese Begegnungen finden neben dem HGR-Spiel statt: SG Langenfeld – TuSEM Essen II, TV Korschenbroich – TV Aldekerk, HC Gelpe/Strombach – HSG Siebengebirge, MTV Rheinwacht Dinslaken – OSC Rheinhausen, SG Ratingen – Neusser HV.

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