Wer erkennt wen

Erinnerungen an Gaby Dlugi leben weiter

Felizitas Dlugi, Anne-Marie Dlugi, Natalie Tomaszek, Patricia Tomaszek, Claudia Tamoszus und Gaby Dlugi (v.l.) bei GW Lennep. Foto: Michael Sieber
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Felizitas Dlugi, Anne-Marie Dlugi, Natalie Tomaszek, Patricia Tomaszek, Claudia Tamoszus und Gaby Dlugi (v.l.) bei GW Lennep.
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RGA-Serie „Wer erkennt wen“: Viele Reaktionen auf das Bild mit der Ausnahmesportlerin.

Von Andreas Dach

Die reinen Fakten zuerst. Gaby Dlugi, die mit Mädchennamen Winterberg hieß, hat von 1970 bis 1976 für den BV 08 Lüttringhausen Fußball gespielt, bevor sie zur SSG 09 Bergisch Gladbach wechselte und dort als Abwehrspielerin großartige Erfolge feierte. Sieben Deutsche Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege und zweimalige Weltpokalsiegerin – wer kann schon eine solche Bilanz aufweisen? Und dann ist da noch die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft, der sie bei der Länderspielpremiere im November 1982 und auch bei sieben weiteren Länderspielen angehörte.

Dass Dlugi über den Fußball hinaus ihre sportliche Vielseitigkeit unter Beweis gestellt hat, geht aus den vielen Mails und Anrufen hervor, von denen wir einige exemplarisch wiedergeben möchten. Wie die Reaktion von Cornelia Schulz, welche die Gesuchte wegen der „Übersicht, des Ehrgeizes und des Siegeswillens“ rühmte. „Ich habe mit Gaby beim BV 08 zusammen Fußball gespielt. Später, als der Verein in FC Remscheid umbenannt worden ist, ist sie als Spielerin und Trainerin noch einmal zu uns zurückgekommen.“ Dlugi sei sehr in Ordnung und immer positiv denkend gewesen. Man habe auch gerne zusammen Karneval gefeiert.

Wolfgang Diederichs hat die diesmal Gesuchte als Tennisspielerin kennengelernt: „Sie hatte ein gutes Händchen, ein gutes Auge und gutes Ballgefühl.“ Dabei sei sie „eine nette Dame und immer fair“ gewesen. Seine Tochter habe häufiger gegen Gaby Dlugi gespielt.

Auf die berufliche Laufbahn der Remscheiderin wies Carmen Sieckendieck hin: „Sie hat in Radevormwald an der Realschule unterrichtet.“ Sie beschrieb Dlugi als „besonders gute Sportlerin, dabei stets bescheiden und zurückhaltend.“ Sieckendieck muss das wissen – auch sie hat mit unserer Hauptprotagonistin dieser Woche zusammen Fußball beim BVL gespielt.

„Sie war eine hervorragende Sportlerin.“
Marie-Luise Thorn, RGA-Leserin

Einen ganz besonderen Dokumentarfilm legt Monika Reinbott den Leserinnen und Lesern des RGA ans Herz. Er heißt „Das Wunder von Taipeh“. John David Seidler hat darin beschrieben, wie die SSG Bergisch Gladbach im Jahr 1981 den Weltpokal gewonnen hat, was als inoffizielle WM durchging. Danach blieb dem DFB nichts mehr anderes übrig, als eine Nationalmannschaft der Frauen zu gründen. Reinbott zeigte sich fassungslos: „Als Siegprämie gab es ein Kaffee-Service zweiter Wahl.“ Auf dem offiziellen Plakat zum Film sei Gaby Dlugi im Hintergrund zu sehen: „Es lohnt sich total, die Doku anzuschauen.“ Als Sportlehrerin habe Gaby Dlugi einen sehr vorzeigenswerten Unterricht abgehalten. Reinbott weiß, wovon sie spricht – sie ist auch Lehrerin.

An die sportlichen Anfänge der Gesuchten erinnerte Werner Sander: „Ich habe mit ihr beim Post SV Wuppertal Basketball gespielt. Wenn wir vorher zum Aufwärmen Fußball gespielt haben, hat sie alle ausgetrickst.“ Er habe Gaby Dlugi als sehr angenehme Person erlebt: „Sie war immer sehr menschlich.“

Dass es sich beim Suchbild der Woche um die Frauen-Mannschaft des TC Grün-Weiß Lennep gehandelt hat, wusste Marie-Luise Thorn: „Sie war eine hervorragende Sportlerin, und wir haben oft gegeneinander gespielt. Ich war damals beim TSV SW Radevormwald.“

Viel über die Vita der diesmal Gesuchten steuerte auch Elke Köhn bei. Zum Beispiel, dass diese mit dem Tennisspielen beim Unterbarmer TC begonnen habe und über den TC Kranerhof bei GW Lennep gelandet sei.“ Sie charakterisierte Dlugi als „bescheiden, freundlich, hilfsbereit und sehr fair.“ Als Lehrerin habe sie Sport und Kunst an der Realschule in Rade unterrichtet. Besondere Hochachtung habe sie davor, wie Gaby Dlugi ihre Erkrankung angenommen habe.

Dlugi ist im September 2014 an Krebs gestorben, hatte zuvor beispielhaft dagegen angekämpft. Sie war immer wieder auf den Tennisplatz zurückgekehrt und hatte in der offenen Klasse gemeinsam mit ihren Töchtern Felizitas und Annemarie in einer Mannschaft gespielt. Diese sind ebenso auf dem Foto zu sehen wie Natalie und Patricia Tomaszek und Claudia Tamoszus.

Doppelten Grund, sich zu melden, hatte Wolfgang Görtz. „Wenn man selbst in den 90ern zweimal pro Woche auf den Remscheider Plätzen Tennis gespielt hat, ist einem Gaby Dlugi automatisch über den Weg gelaufen. Ich habe sie erlebt, wie sie andere trainiert hat. Das war schon gehobener Sport.“ Zudem hat er Natalie und Patrizia Tomaszek erkannt: „Das sind die Töchter von Katharina Tomaszek, mit der ich seit 20 Jahren für den Röntgenlauf arbeite. Da lernt man automatisch die Familie kennen.

Wer erkennt wen

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