Interview der Woche

Erfolge mit Spielwitz und Stimmung

Die Wermelskirchenerin Julia Lux ist eine der besten Padelspielerinnen in Deutschland.
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Die Wermelskirchenerin Julia Lux ist eine der besten Padelspielerinnen in Deutschland.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
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Die Wermelskirchenerin Julia Lux nimmt im November an der WM im Padel in Dubai teil.

Wenn man die Sportart Padel erwähnt, blickt man oft in fragende Gesichter. Klären Sie uns auf, was sich dahinter verbirgt.

Julia Lux: Es ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Die Plätze sind aber kleiner als beim Tennis und von Wänden umgeben. Gespielt wird mit unbespannten Schlägern und Tennisbällen, die um rund zehn Prozent druckreduziert sind. Die Zählweise ist wie beim Tennis. Die Anlehnung vom Squash ist, dass die Bälle auch zurückgespielt werden können, wenn sie von der Wand kommen. Bei offiziellen Partien wird übrigens nur Doppel gespielt.

Sie leben mit Ihrem Mann Andrew, der seit vielen Jahren auch sehr erfolgreich Tennis spielt, in Wermelskirchen. Das Bergische Land ist in Sachen Padel aber eine ziemliche Diaspora.

Lux: Leider. Eine echte Padel-Hochburg ist dagegen Köln. Dahin muss ich dann auch zum Training fahren. Und dort spiele ich für den TC Weiden.

In den 1980er Jahren schossen die Squash–Courts überall wie Pilze aus dem Boden. Haben Sie die Hoffnung, dass dies auch auf Ihre Sportart bald zutreffen könnte?

Lux: Das habe ich. Dort, wo gespielt wird, gibt es einen echten Boom. Mir persönlich hat es von Beginn an sehr großen Spaß gemacht. Während der Spiele ist richtig Stimmung. Nicht so still, wie es beim Tennis sein muss. Außerdem ist sehr viel Spielwitz gefragt. Damit kann man auch ausgleichen, wenn man technisch nicht so versiert ist. Dazu gibt es lange und schnelle Ballwechsel.

Sie haben einen Vergleich zum Tennis gezogen. Sie haben also die Sportart gewechselt. Wie kam es dazu?

Lux: Padel ist in Spanien Nationalsport. Da gibt es an jeder Ecke Plätze. Ich habe es vor einigen Jahren dort im Urlaub kennen und gleich lieben gelernt. Zu dem Zeitpunkt habe ich für Witten noch Tennis gespielt.

Wie ging es dann weiter?

Lux: Eine damalige Freundin von mir hat es in Herne gespielt. Und da bin ich dann mit der Sportart so richtig in Berührung gekommen.

Und gehören längst zu den besten Spielerinnen in Deutschland. Vor wenigen Wochen haben Sie die Deutsche Meisterschaft mit ihrem Verein gewinnen können.

Lux: Das war in Braunschweig die deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit Weiden. Gespielt habe ich da wie immer mit meiner Doppelpartnerin Corinna Scholten. Wir hatten uns im Vorfeld mit der Mannschaft in regionalen Vorrunden durchgesetzt. In Braunschweig fand dann ein Final-Four statt.

Das war in diesem Jahr aber noch nicht alles. Welches sportliche Highlight gibt es noch?

Lux: Gemeinsam mit Corinna nehme ich für Deutschland im November an der Weltmeisterschaft teil. Die wird in Dubai ausgetragen.

Mit welchen Erwartungen und Zielen starten Sie da?

Lux: Zunächst einmal ist es eine sehr große Ehre für mich, dabei sein zu dürfen. Die großen Favoriten sind natürlich Spanien. Und von denen kann man immer auch noch etwas lernen. Unser großes Ziel ist es, einen Platz unter den ersten Acht zu belegen. Damit hätten wir uns dann auch schon für die nächste WM qualifiziert.

Eine große Öffentlichkeit wird die Titelkämpfe in Dubai nicht verfolgen. Das ist oft das Schicksal von Randsportarten. Ins Rampenlicht kommt man erst bei den Olympischen Spielen. Gibt es Hoffnung für Ihre Sportart?

Lux: Das ist natürlich das ganz große Ziel. Und ich glaube, die Sportart Padel ist da auf einem sehr guten Weg. Allerdings müssen wir dafür auch in Deutschland noch ordentlich die Werbetrommel rühren.

Zur Person

Julia Lux wurde am 13. Februar 1988 in Bochum geboren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Andrew lebt sie in Wermelskirchen. Das Paar hat eine 18 Monate alte Tochter. Julia Lux hat Psychologie studiert und arbeitet als selbstständige Sportpsychologin.

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