Interview der Woche

Er will dem Verein etwas zurückgeben

Ein Lächeln zum Abschied, der nur bedingt einer ist. Michael Heimansfeld bleibt der HG Remscheid im Marketingbereich verbunden. Als Spieler will und wird er nur „im größten Notfall“ noch einmal einspringen. Was auch immer man darunter versteht . . .
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Ein Lächeln zum Abschied, der nur bedingt einer ist. Michael Heimansfeld bleibt der HG Remscheid im Marketingbereich verbunden. Als Spieler will und wird er nur „im größten Notfall“ noch einmal einspringen. Was auch immer man darunter versteht . . . Foto: Andreas Dach
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Gespräch: Michael Heimansfeld beendet seine Spielerlaufbahn bei der HG Remscheid.

Ihre Laufbahn ist beendet. Unumstößlich?

Michael Heimansfeld: Ich hatte während der pandemischen Lage genug Zeit, mir Gedanken zu machen. Und mich dann entschieden, dass die Saison 2021/2022 meine letzte sein wird. Ich wollte noch ein Jahr Vollgas geben, das ist mir gelungen. Dank der Unterstützung von Linus Mathes hatte ich meine Wehwehchen gut im Griff.


Aber Sie sind doch erst 32 Jahre alt. Da fängt manch ein Handballer erst an, so richtig durchzustarten.

Heimansfeld: Es ist der richtige Zeitpunkt. Man darf meine Historie nicht außer Acht lassen. Mit einem Knorpelschaden im Knie und der Aussicht auf ein frühzeitiges Ende meiner sportlichen Karriere gab es eine Zeit, als nicht absehbar war, dass ich noch so lange spielen können würde. Jetzt gehe ich mit einem guten Gewissen nach einer guten Saison. Ich hätte locker noch verlängern können, finde aber, dass es der richtige Zeitpunkt ist.

Und, wie war es an dem entsprechenden Samstag mit dem offiziellen Abschied vor der Partie gegen den TV Korschenbroich?

Heimansfeld: Der ganze Tag war irgendwie komisch. Am Tag zuvor haben wir noch den Geburtstag meiner Frau gefeiert. Dann kam der Samstag, den ich unter das Motto Spaß haben gestellt habe. Ich wollte die Momente einfach genießen. Das ist mir gelungen. Vor dem Spiel hatten wir schon Musik in der Kabine, im ersten Angriff habe ich gleich getroffen. Alles Weitere klappte wie von alleine.

Und wie war es, als Sie nach dem Spiel mit Ihrer Frau Jacqueline zum Auto gegangen sind?

Heimansfeld: Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Das war wie ein Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Auf der Fahrt nach Hause war ich dann schon nah am Wasser gebaut. Das gebe ich gerne zu.

Ganz sind Sie ja nicht weg.

Heimansfeld: Ich werde mich in der HGR um die Sponsorenaquise kümmern. In meinem Beruf muss ich viel verkaufen. Das Wissen will ich nun auch bei der HGR einbringen. Tiberius Jeck hatte mich irgendwann angesprochen, dass er sich das sehr gut mit mir vorstellen könne. Er will ja einiges im Verein auf die Beine stellen. Die HGR noch attraktiver werden für Remscheid. Es gibt viel zu tun. Von der Kommunikation mit der Presse über Aktionen mit der Jugend bis hin zu Heimspielen mit Eventcharakter.

Wie viele Stunden pro Woche wollen Sie dafür aufbringen.

Heimansfeld: Ich werde mich erst einmal ein paar Tage sortieren, dann lege ich los. Die HG Remscheid soll eine gute Werbeplattform für Unternehmen sein, für die es auch Netzwerkabende geben soll. Es gibt viel zu tun. Ich habe dem Verein viel zu verdanken und will ihm etwas zurückgeben. Mein Pass bleibt hier, sodass ich im Notfall noch einmal einspringen könnte. Aber wirklich nur im Fall großer Not. Ich habe ja neue Aufgaben, neue Herausforderungen, die ich angehen werde.

Inwiefern haben Sie dem Verein viel zu verdanken?

Heimansfeld: Der Club hat mich in schwierigen Zeiten aufgenommen. Ralf Hesse wusste, dass ich ein feiner Kerl bin. Mir ging es darum, dass ich geschätzt werde, nachdem meine Trennung von Leichlingen nicht so angenehm war. Die HGR schafft eine Wohlfühloase, der Förderverein ist immer da, jedem wird die Tür aufgehalten. Jeder ist willkommen. Das empfinde ich als sehr wohltuend.

Welches waren die Personen und/oder Trainer, welche Sie am meisten geprägt haben?

Heimansfeld: Eddi Horscht als mein Jugendtrainer beim Haaner TV, später im Seniorenbereich dann Mike Novakovic. Mit ihnen verbinde ich meine Handballzeit. Vieles wird für immer hängen bleiben. Volle Hallen, schöne Tore, Mannschaftsfahrten. Und vor allem der Aufstieg mit der HGR in die Regionalliga. In der Saison 2018/2019 sind mir über 200 Tore gelungen.

Steht die Handballzeit auch dafür, Freundschaften geschlossen zu haben?

Heimansfeld: Mit einigen hat es sofort gepasst, man war sofort connected. Beispielhaft nenne ich jetzt mal Joscha Saalmann, der jetzt sogar in meiner Firma an gestellt ist und für mich arbeitet, und Nils Artmann.

Sie haben das letzte Wort in diesem Interview.

Heimansfeld: Ich bin durch den Handball in all den Jahren als Sportler und Mensch gewachsen. Ich hoffte, dass ich den Menschen genauso viel Freude gebracht habe, wie ich sie hatte.

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