Interview

Er sieht sich als Freund der Spieler

Kristijan Rajkovsk.
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Kristijan Rajkovski.

Gespräch: Der Fußball-Schiedsrichter Kristijan Rajkovski pfeift künftig in der A-Jugend-Bundesliga

Von Andreas Dach

Wie fühlt es sich an, gerade als Schiedsrichter befördert worden zu sein und künftig in der Oberliga beziehungsweise A-Junioren-Bundesliga pfeifen zu dürfen?

Kristijan Rajkovski: Das ging alles sehr schnell. Aber ich hatte auch eine super Saison in der Landesliga. Jetzt fühle ich mich bestens vorbereitet auf das, was da so kommt.

Wir erreichen Sie gerade beim U15-Länderpokal in Duisburg, wo Sie zu den Unparteiischen gehören.

Rajkovski: Dort geht es für die Spieler um die Qualifikation zur U16-Nationalmannschaft. Noch einmal ein guter Test für mich als Schiedsrichter. Wichtig auch, dass Lutz Wagner vor Ort ist. Von dem ehemaligen Bundesliga-Schiri bekommt man überragende Tipps. Am 23. Juli bin ich noch in Hessen beim U19-Bundesliga-Lehrgang, dann sollte ich gerüstet sein.

Ihr Terminkalender ist voll. Studium in Köln, die Schiedsrichterei, Ihre Freundin. Sie sollen ja allem und allen gerecht werden.

Rajkovski: Das stimmt, es ist wirklich viel. Aber was ich tue, das mache ich mit Freude. Mal abgesehen von den Lehrgängen trainiere ich fünfmal pro Woche nach DFB-Plänen, dazu kommen dann in der Saison Spielvor- und Spielnachbereitung. Auf Soccerwatch schaut man sich dann das Spiel noch einmal an und hat das Gespräch mit dem Beobachter.

Stellt sich die Frage: Wie sind Sie zum Schiedsrichter geworden?

Rajkovski: Wenn wir auf dem Pausenhof Fußball gespielt haben, war ich gerne schon immer der Schiedsrichter. Das hat Spaß gemacht. Aber mit Zwölf war ich noch zu jung, einen Schirischein zu machen.

Zwei Jahre später sah das dann anders aus.

Rajkovski: Letztlich hat mich mein guter Freund Amin Bahaddou dazu gebracht. Als wir 14 Jahre alt waren, hat er mich gefragt, ob wir uns nicht zu einem Lehrgang anmelden sollen. Gesagt, getan!

Es gibt genug Menschen, die dem Schiedsrichterwesen den Rücken kehren. Sie sind so etwas wie ein Gegenbeispiel.

Rajkovski: Ich habe schnell gemerkt, dass ich lieber Schiedsrichter bin als Fußballer. Unser Kreisschiedsrichter-Ausschuss hat ein Auge für junge Talente und fördert sie. Ich bin von Mohamed Bahaddou und Dennis Staniol, der jetzt Alles heißt, früh zu Lehrgängen nach Duisburg geschickt worden. Mit 16 Jahren habe ich bereits mein erstes Spiel in der Fußball-Kreisliga B gepfiffen.

Wissen Sie noch, welches das war?

Rajkovski: Ja, daran erinnere ich mich noch genau. Es war im Januar 2019 am Höferhof, als der Dabringhauser TV III auf die TS Struck II getroffen ist. Gianluca Röttgen hatte mich damals dorthin zur Unterstützung begleitet.

Und dann ging es weiter. Flott bergauf.

Rajkovski: Jedes Jahr eine Etage höher. Jetzt freue ich mich auf die nächste Herausforderung.

Als was für einen Typ Schiedsrichter würden Sie sich bezeichnen?

Rajkovski: Ich sehe mich als Spielerfreund, rede viel mit ihnen. Ich finde es gut, sich mit den Fußballern auf Augenhöhe zu bewegen. Und nach Möglichkeit gemeinsam mit allen 22 hinterher vom Platz zu gehen.

Ist es Ihnen schwergefallen, kürzlich das brisante Spiel zwischen Burscheid und Hasten in der Kreisliga A zu pfeifen?

Rajkovski: Am Anfang ja. In der Landesliga lasse ich viel laufen. Das habe ich am Griesberg auch probiert und musste schnell erkennen, dass es darum geht, Grenzen aufzuzeigen.

Haben Sie Vorbilder?

Rajkovski: Eigentlich eher nicht. Ich schaue mich sehr viele Spiele an. Zum Beispiel die mit dem Wuppertaler Robin Braun als Schiri.

Zur Person

Kristijan Rajkovski wurde am 26. April 2002 in Wipperfürth geboren. Der Lehramts-Student (Sporthochschule Köln) lebt mit seiner Familie in Remscheid (Hackenberg). Er pfeift für die SGH und hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Erst im Oktober 2016 hatte er an einem Neulings-Lehrgang teilgenommen.

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