Rückblick

Entfesselter FCR feierte Fußballfest vor 10.000 Zuschauern

Auf einer Panorama-Doppelseite berichteten Andreas Dach, Wolfgang Röhrig, Felix Görner, Marcus Lindemann (alle Text), Holger Battefeld und Michael Sieber (beide Fotos) vom Derby. Fotos: RGA-Archiv
+
Auf einer Panorama-Doppelseite berichteten Andreas Dach, Wolfgang Röhrig, Felix Görner, Marcus Lindemann (alle Text), Holger Battefeld und Michael Sieber (beide Fotos) vom Derby.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

Der Weg der Remscheider vor 30 Jahren in die 2. Bundesliga – Teil acht mit dem Derbytriumph im Spitzenspiel gegen den bis dato punktgleichen WSV.

Die Pflichtaufgabe gegen den Vorletzten Langerwehe meisterte der FCR in souveräner Manier.

Von Fußballfesten ist in der Emotion schnell die Rede. Was sich aber am 28. April 1991, also genau vor 30 Jahren, im Lenneper Röntgen-Stadion abspielte, wurde dieser Bezeichnung mehr als gerecht. 10 000 – in Worten: Zehntausend (!) – Zuschauer, darunter NRW-Ministerpräsident Johannes Rau oder auch Bundesligalegende Timo Konietzka, wurden Zeuge, wie der FC Remscheid den bis dato punktgleichen Spitzenreiter Wuppertaler SV durch eine Gala vom Oberliga-Thron stieß und damit für eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen sorgte.

Voraussetzung dafür war, dass der FCR vier Tage zuvor auch sein letztes Nachholspiel gegen den TuS Langerwehe erfolgreich gestaltete. Auch darauf blicken wir in unserer Serie mit Originalspielberichten von damals noch einmal zurück.

FCR – Langerwehe 2:0 (0:0) „FCR schloß zum WSV auf“, von Wolfgang Röhrig

Die Tabelle nach der Derbygala: Der FCR war endlich Erster.

Der FC Remscheid hat die Aufholjagd erfolgreich abgeschlossen. Auch im letzten Nachholspiel blieb er in diesem Jahr ungeschlagen. Durch den 2:0 (0:0)-Erfolg schloß der FCR zum Wuppertaler SV auf. Am Sonntag kommt es nun in Lennep zum großen Derby gegen den WSV. Neunzig Minuten kämpfte der FCR gegen eine erstaunlich starke Langerweher Mannschaft. Doch in der ersten Halbzeit wollten keine Tore fallen. Aber der FCR ließ sich nicht entmutigen, setzte immer wieder nach. Überragender Mann auf dem Feld war Ralf Kessen im Mittelfeld. Er rackerte für zwei, gab keinen Ball verloren. Schade, daß er in der 59. Minute mit einem tollen Fallrückzieher nur die Querlatte des Gästetores traf. Acht Minuten später aber doch das erlösende 1:0. Martin Tilner nahm an der Strafraumgrenze den Ball volley. Drei Minuten später dann die endgültige Entscheidung. Viktor Bridaitis, unermüdlicher Kämpfer auf der rechten Seite, zog aus zwanzig Metern ab. Sein Schuss knallte in den Winkel: 2:0. Der FCR bemühte sich zwar um den dritten Treffer, der die Tabellenführung gebracht hätte. Aber es blieb bei dem Versuch. Dem FC Remscheid gebührt ein dickes Lob. Was die Mannschaft in dem Fußballmarathon der letzten Wochen geboten hat, ist super.

FCR – Wuppertaler SV 4:0 (3:0) „4:0! Wuppertaler SV glatt an die Wand gespielt“

Riesenlob von allen Seiten. Fußball-Remscheid im Siegestaumel. Selbst Friedhelm Runge, Präsident des Wuppertaler SV, mußte nach dem Schlußpfiff im Lenneper Stadion neidlos anerkennen: „Der FCR war uns in allen Belangen überlegen.“ Freudestrahlend nahm Remscheids Präsident Dr. Rolf l.udwig die Glückwünsche seines Wupppertaler Amtskollegen entgegen. Wie ein Tornado war es ganz plötzlich über die Wuppertaler Spieler gekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes fegten die Remscheider den bergischen Rivalen vor 10 000 begeisterten Zuschauern, sofern sie aus Remscheid kamen, vom Platz. 4:0 (3:0) hieß es am Ende einer Partie, die allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ein Teil der Wuppertaler Spieler hatte noch nicht einmal den Ball berührt, als es bereits 1:0 im eigenen Gehäuse klingelte. Endlich stand Peter Gemein richtig. Riesenjubel, vergessen die vergangenen unglücklichen Tage des unermüdlich kämpfenden Kölners.

Vier Minuten später bereits das 2:0, als Viktor Bridaitis von der Strafraumgrenze abzog. „Da war das Spiel für uns eigentlich schon gelaufen“, sah WSV-Trainer Wolfgang Jerat die Situation sehr realistisch.

Der FCR spielte sich in einen wahren Rausch, hatte hochkarätige Torchancen. Es dauerte aber immerhin bis zur 45. Minute, bevor es wieder im Wuppertaler Tor krachte. Krönings Schuss von der Strafraumgrenze war für Albracht unhaltbar.

Vorausgegangen war ein sagenhafter Sprint von Jo Schmidt. Fünf Meter Rückstand auf Gülden konnten ihn nicht daran hindern, doch noch früher an den Ball zu kommen als der lahme Wuppertaler. Seine Vorarbeit über Bridaitis zu Kröning war der Knüller in dem gewiss nicht höhepunktarmen Spiel der Remscheider.

Der FC Remscheid hatte die besseren Fußballer, war läuferisch und spielerisch eine Klasse stärker als der WSV. Er profitierte von seinem bärenstarken Mittelfeld, in dem Martin Tilner, Viktor Bridaitis und Carsten Pröpper mit ihren Gegenspielern Katz und Maus spielten.

Besonderes Lob gilt Viktor Bridaitis, der nach Ralf Kessens Verletzung (Oberschenkelzerrung) von der rechten Seite ins Mittelfeld wechselte und hier eine grandiose Party lieferte.

Der FCR hatte keinen Schwachpunkt. In der gezeigten Verfassung kann der Oberligameister nur FC Remscheid heißen.

Statistik 1

FC Remscheid: 1 Stocki; 2 Bridaitis, 3 Freitag, 4 Kosanovic, 5 Schmidt, 6 Pröpper, 7 Kessen, 8 Tilner, 9 Tamulevicius (ab 46. 12 Kröning), 10 Gemein (ab 79. 14 Griehsbach), 11 Jakubauskas.

SR: Deitmer (Oberhausen).

Zuschauer: 1000.

Tore: 1:0 (68.) Tilner, 2:0 (71.) Bridaitis.

Statistik 2

FC Remscheid: 1 Stocki; 2 Griehsbach. 3 Freitag. 4 Kosanovic, 5 Jakubauskas, 6 Bridaitis. 7 Kessen (ab 17. 12 Schmidt), 8 Pröpper. 9 Kröning (ab 73. 15 Kayser), 10 Gemein, 11 Tilner.

Wuppertaler SV: 1 Albracht: 2 Reif, 3 Schweiger, 4 Kentschke (ab 68. 14 Not- thoff). 5 Mennie, 6 Kindgen, 7 Pröpper, 8 Müller, 9 Kre- mer, 10 Gülden (ab 55. 13 Reinhardt), 11 Bohne.

SR: Fervers (Mönchengladbach).

Zuschauer: 10 000.

Tore: 1:0 (5.) Gemein, 2:0 (9.) Bridaitis, 3:0 (45.) Krö- ning, 4:0 (65.) Gemein.

Gelbe Karten: Gemein, Jakubauskas (FCR) - Reif, Schweiger, Mennie.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag

Kommentare