Handball

Einstelligkeit lässt sich interpretieren

Siegerselfies sollen bei der HGR wieder häufiger an der Tagesordnung sein. Dieses ist nach dem Erfolg bei der HSG Siebengebirge entstanden. Foto: HGR
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Siegerselfies sollen bei der HGR wieder häufiger an der Tagesordnung sein. Dieses ist nach dem Erfolg bei der HSG Siebengebirge entstanden.
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Die HG Remscheid kommt in der Handball-Regionalliga überraschend gut aus den Puschen.

Von Andreas Dach

Zwei Spiele, zwei Siege. Die HG Remscheid ist mit zwei Auswärtserfolgen in die Regionalliga-Saison gestartet. Ein Traumstart für die Handballer. Wir fragen uns: Wir gut ist die Mannschaft von Alexander Zapf wirklich? Und was ist von ihr im Laufe der Saison zu erwarten?

Wie überraschend kommen die Triumphe in Rheinbach und Siebengebirge?

Angesichts der holprigen Vorbereitung und des Verletzungspechs konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt nach zwei Spieltagen von einer blitzsauberen Weste ausgehen. Beide Gegner waren unangenehm zu spielen. In Rheinbach hatte die HGR eine Menge Dusel und das nötige Spielglück, am Rhein wirkte die neuformierte Mannschaft schon deutlich stabiler.

Am Samstagabend kommt mit dem TV Korschenbroich einer der erklärten Meisterschaftsfavoriten in die Halle Neuenkamp. Zum richtigen Zeitpunkt für die Remscheider?

In dieser ausgeglichenen Liga gibt es keine idealen Momente. Jeder muss das nehmen, was er bekommt. Die HGR ist gut damit gefahren, immer nur von Spiel zu Spiel zu schauen. Gegen die „Korschis“, wie der kommende Gegner von Spielmacher Felix Handschke tituliert wurde, ist man alles, nur nicht der Favorit. Trotz der beiden Siege, welche im Übrigen auch der TVK auf dem Konto hat.

Wie lässt sich erklären, dass die HGR so gut aus den Puschen gekommen ist?

Der Kader ist ausgeglichener als in der zurückliegenden Spielzeit und bietet in jeglicher Hinsicht mehr Optionen. Das gilt für vorne und für hinten. Es wäre in der Vergangenheit undenkbar gewesen, auf einen Michael Heimansfeld und einen Lukas Pütz zeitgleich zu verzichten. Erstgenannter kommt nach seiner hartnäckigen Verletzung so ganz langsam wieder zu seinen ersten Einsatzminuten, und der Linkshänder befindet sich in guten Reha-Händen. Beide werden den Kader in kurz- bis mittelfristiger Zeit noch besser, noch unberechenbarer machen.

Wie haben sich die Neuen eingelebt?

Gut, absolut. Torhüter Linus Mathes ist eine echte Verstärkung, glänzte in Siebengebirge mit tollen Reflexen. Und wenn der Ex-Leichlinger mal nicht so gut drauf ist, wie eine Woche zuvor in Rheinbach, dann wird mal eben Tobias Geske zum Matchwinner. Zweifelsfrei eines der besten Torhütergespanne der Liga. Beide profitieren sehr davon, dass mit Dominic Luciano und Todor Ruskov zwei Defensivspezialisten dazugekommen sind. Die beiden Ex-Schalksmühler sind zudem noch richtig gute Typen. Auch Philipp Hinkelmann tut dem Team gut. Im Prinzip muss man auch noch Felix Handschke und Sebastian Schön als Neue bezeichnen. Sie waren in der zurückliegenden Spielzeit erst zum Kader gestoßen, als die Saison fast schon vor dem Corona-Abbruch stand. Ja, und Florian Hinkelmann ist zwar schon mehr als ein Jahr ein HGR-Mann. Ans Spielen kommt er aber erst jetzt. Seine Verletzung war hartnäckig. Im Paket mit den Verbliebenen ist das eine Mannschaft, die sich keine Sorgen um den Klassenerhalt zu machen braucht und in der Lage ist, die vermeintlich ganz Großen zu ärgern.

Welches Saisonziel hatten die Verantwortlichen eigentlich ausgegeben? Und ist das noch aktuell?

Es ändert sich nichts daran, dass man den Ball bewusst flach hält und nach wie vor von einem einstelligen Tabellenplatz die Rede ist. Das muss aber nicht unbedingt Rang neun sein und bietet eine Menge an Interpretationsspielraum.

Wie groß ist der Anteil von Trainer Alexander Zapf an der erfreulichen Entwicklung?

Sehr groß. Der Ex-Panther arbeitet akribisch, spricht viel mit den Spielern und hat ein enormes Netzwerk, aus welchem er Informationen speist. Er hat einen guten Zugang zur Mannschaft, lebt Handball. Darauf lässt sich aufbauen.

Droht der Mannschaft, mental mit der komfortablen Situation überfordert zu sein?

Da braucht sich niemand Sorgen zu machen. Es sind viele erfahrene Typen dabei, die solche positiven Phasen kennen und dafür sorgen, dass niemand abhebt. Stattdessen ist die Vorfreude auf das Topspiel gegen Korschenbroich groß. Es findet am Samstag um 19 Uhr in Neuenkamp statt.

Blick nach vorne

Die HGR befindet sich zurzeit in enger Kommunikation mit der Stadt Remscheid, um alsbald zu eruieren, wie viele Zuschauer der Spitzenbegegnung mit dem TV Korschenbroich am Samstag in der Sporthalle Neuenkamp beiwohnen können. „Wir warten noch auf ein offizielles Statement“, sagt der Vorsitzende Bernd Pflüger. Danach will man die entsprechende Information schnell weitergeben.

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