Handball

Für einige Clubs geht es ans Eingemachte

Das Topspiel zwischen der HGR und Korschenbroich dürfte einer der letzten Handball-Höhepunkte in Remscheid gewesen sein. Foto: Michael Sieber
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Das Topspiel zwischen der HGR und Korschenbroich dürfte einer der letzten Handball-Höhepunkte in Remscheid gewesen sein.
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Die Handball-Saison ist wieder unterbrochen – Ob und wann es weitergeht, steht in den Sternen.

Von Peter Kuhlendahl

Seit dem vergangenen Wochenende ruht bei den Handballern in der Region von der Regionalliga abwärts aufgrund der Corona-Pandemie wieder der Spielbetrieb. So hat es der Handball-Verband Niederrhein (HVN) angesichts der immer weiter rasant steigenden Infektionszahlen vor wenigen Tagen beschlossen. Ist das die logische Konsequenz ob der Entwicklung, oder ist die Entscheidung voreilig getroffen worden? Das soll hier aufgearbeitet werden.

Gab es zu viele akute Corona-Fälle innerhalb der Mannschaften?

Nein. Die gab es in der vergangenen Wochen nicht und auch nicht aktuell. Im Gegenteil. Der HVN betonte in seiner Erklärung, warum die Saison unterbrochen wurde, dass bisher 95 Prozent aller Spiele seit dem Start in die Meisterschaftsrunde stattfinden konnten.

Aber warum dann jetzt eine komplette Unterbrechung?

Der HVN räumt ein, dass man zwischen zwei Lagern hin- und hergerissen gewesen sei. Das hätte von einem kompletten Abbruch bis zu einem weiter wie bisher gereicht. Allerdings dürften nicht nur die hohen Inzidenzzahlen alleine ein Grund für die Unterbrechung gewesen sein.

Welche Gründe gab es sonst noch?

Da war zum einen die Unsicherheit, ob es in den Risikogebieten nicht ein generelles Verbot von Kontaktsportarten geben würde oder eine flächendeckende Sperrung von Hallen. In Remscheid sind beispielsweise einige Hallen dicht. Allerdings sind dies allesamt nur kleinere Sportstätten, die nicht, wie vorgeschrieben, ordnungsgemäß belüftet werden können. Die großen Hallen stehen weiter uneingeschränkt zu Verfügung. Außerdem hat die Stadt Remscheid in der vergangenen Woche betont, dass es keinen Grund gäbe, Kontaktsport zu verbieten. Dies ist in anderen Städten – wie zum Beispiel in Duisburg – mittlerweile anders.

Haben manche Vereine auch selbst zur Unterbrechung beigetragen?

Mit Sicherheit. Es gab in den letzten Tagen sogar Stimmen, dass einige Clubs derzeit auf dem besten Weg sind, ihren eigenen Sport kaputtzumachen.

Warum stehen die jetzt in der Kritik?

Der Verband ist in den vergangenen Wochen sehr großzügig den Wünschen nach Verlegungen von Spielen nachgekommen. Allerdings nicht nur bei gesicherten Infektionsfällen. Selbst beim kleinsten Verdacht eines möglichen Kontakts waren Spiele abgesagt worden. Zuletzt aber auch immer häufiger wegen grundsätzlicher Bedenken. Wie zum Beispiel in unserem Verbreitungsgebiet bei der 3. Mannschaft der Bergischen Panther. Die hatte entschieden, aufgrund der Pandemie zunächst gar nicht mehr anzutreten. Dies ist zwar auf der einen Seite verständlich. Wenn dies aber Schule gemacht hätte, wäre ein halbwegs geordneter Meisterschaftsbetrieb eh nicht mehr möglich gewesen. Der Druck auf den Verband wäre zudem erhöht worden. Er hätte vor der schwierigen Entscheidung gestanden, solche Teams dann vom Spielbetrieb freizustellen und als erste Absteiger zu führen.

Wie geht es denn nun mit der Saison weiter?

Die ruht jetzt offiziell bis einschließlich 15. November. Was allerdings so nicht ganz richtig ist. Der nächste reguläre Spieltag stünde am 28. und 29. November auf dem Programm. Da am 22. November (Totensonntag) nicht gespielt werden darf, gibt es an diesem Wochenende keinen Spieltag. Der Verband hat dadurch einen weiteren Zeitpuffer. Ob es dann aber wirklich weitergeht, steht in den Sternen. Die Verbände haben angekündigt, sich intensiv mit der dann aktuellen Situation zu befassen.

Was passiert, wenn es auch dann nicht weitergeht?

Wahrscheinlich würde man sich dann ins neue Jahr „vertagen“. Allerdings würde es dann sehr unrealistisch, noch eine komplette Spielzeit auszutragen. Um die Saison zu werten, sprich über Auf- und Abstieg zu entscheiden, müsste jedes Team, die Hälfte der Begegnungen absolviert haben. Dies ist im Sommer in einer überarbeiteten Spielordnung festgelegt worden.

Haben die Clubs aber so einen langen Atem ohne Spielbetrieb?

Aus sportlicher Sicht dürfte es für alle sehr schwierig sein, wieder Wochen oder gar Monate ohne einen geregelten Spielbetrieb zu sein. Dies ist aber nur ein Aspekt. Der andere sind die finanziellen Probleme, die gerade bei den höherklassigen Teams immer größer werden dürften. Ob Spieler, die zum Beispiel in der Regionalliga durchaus einen Großteil ihres Lebensunterhaltes vom Handballspielen bestreiten, überhaupt Geld bekommen können, ist fraglich. Den Clubs brechen sämtliche Einnahmen weg. Und auch Sponsoren dürften kaum bei der Stange gehalten werden. Vereine könnten von der Bildfläche verschwinden.

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In jeder unserer Dienstag-Ausgaben blicken wir auf das lokale Sportwochenende zurück und haken sehr konkret nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns in unserer Rubrik sehr gerne an.

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