Fußball

Die einen feiern, andere wollen überleben

Ausgelassene Stimmung: Der SC Heide hat das Zeltlager in Hückeswagen als Ersatz für die Mannschaftstour regelrecht zelebriert. Foto: SCH
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Ausgelassene Stimmung: Der SC Heide hat das Zeltlager in Hückeswagen als Ersatz für die Mannschaftstour regelrecht zelebriert.
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Der SC Heide setzt wieder auf Einstelligkeit – bei der 1. Spvg. drohen die Lichter auszugehen.

Von Andreas Dach

Hinter dem SC Heide liegt eine außergewöhnliche Spielzeit. Erstmals in der noch jungen Vereinshistorie sind die Hückeswagener nicht aufgestiegen. Was aber nicht mit einem Misserfolg gleichzusetzen ist, sondern mit dem Wissen darum, dass man eine Fußball-Kreisliga A nicht mal eben so rockt. Positiv: Der SCH ist in der neuen Liga angekommen, hat sich gleich in seiner ersten Saison in der Kreisliga A etabliert und sich Respekt erarbeitet. „Wir hatten uns einen einstelligen Tabellenplatz zum Ziel gesetzt“, sagt der Vorsitzende Kevin Zrock. Heide ist Neunter geworden. Was den Vereinsboss zu der ein wenig im Scherz gemeinten Aussage veranlasst: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“

Man darf gespannt sein, welche Vorgabe sich der „Vierbeiner“ diesmal auf die Fahne schreibt. „Wir wollen mindestens so gut abschneiden wie in der zurückliegenden Spielzeit“, kündigt Zrock an. Wie genau sich die Einstelligkeit definiert, wird die Mannschaft in Absprache mit den Trainern vorher festlegen: Man wird sich zusammenhocken.

Ein gutes Stichwort. Hinter dem SC Heide liegt ein bemerkenswertes Wochenende. Weil Mannschaftstouren angesichts der Corona-Pandemie derzeit nicht so angesagt sind beziehungsweise waren, hat man sich für ein Zeltlager in Hückeswagen entschieden. Von Freitag bis Sonntag, mit Festzelt und Mannschaftsschlafzelt. „Wir haben bei einem Bauern eine Wiese gemietet“, berichtet Zrock. So viel sei verraten: Es ging sehr stimmungsvoll zu. Wie man es von den Hückeswagenern gewohnt ist.

Dass die 2. Mannschaft in die Kreisliga B aufgestiegen ist, passt dem Verein prima in den Kram. Zrock: „Bei uns wird jede Rückennummer nur einmal vergeben. Auf diese Weise möchten wir symbolisieren, dass es eine Durchlässigkeit in beide Richtungen gibt.“ Während Normen Kirschsieper weiterhin als Coach der 1. Mannschaft fungiert, übernimmt Hamed Lakraa bei der Zweiten. Mit Unterstützung von Patrick Dworski und Mohammed Lakraa.

Was nun ist vom SC Heide in seiner zweiten Kreisliga-A-Saison zu erwarten? Einiges könnte davon abhängen, wie man sich personell aufstellt. Marcel Manß (Ziel unbekannt) und Justin Chuckwudi (VfR Wipperfürth) haben den Club verlassen. Mit fünf potenziellen Neuen befindet man sich nach Aussage von Zrock „in aussichtsreichen Gesprächen“. Fest eingetütet ist aber noch nichts. Folgende Tests sind bislang geplant: SG Agathaberg (9.8., 15 Uhr, A), VfB Kreuzberg (16.8., 15.30 Uhr, A), TV Klaswipper (23.8., 13 Uhr, H), Jägerhaus-Linde II (30.8., 13 Uhr, H).

Spielvereinigung: Hilfeschrei in den sozialen Netzwerken

Dunkle Wolken sind über der 1. Spvg. Remscheid auf dem Honsberg aufgezogen. Beim Traditionsverein drohen im Seniorenbereich die Lichter auszugehen. Spätestens seitdem der Vorsitzende Ayhan Aldemir die sozialen Netzwerke mit einem dringenden Hilferuf geflutet hat („Wir suchen dringend Spieler für unsere Kreisliga-A-Mannschaft“), weiß man um die Probleme. An diesem Freitag ist offizieller Meldeschluss – dann muss klar sein, wer mit welchen Teams antritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Honsberger mit ihren Senioren zurückziehen (müssen) ist groß.

Kämpft um die 1. Spvg. Remscheid: Ayhan Aldemir.

„Ich will nicht, dass der Verein untergeht“, sagt Aldemir. „Deshalb kämpfe ich um jeden Cent und jeden Zentimeter.“ Ob das reicht? Längst ist der Kult-Club zu einer One-Man-Show geworden. Aldemir hier, Aldemir da, Aldemir dort. Bislang hat die 1. Spvg. Remscheid mangels Spielern noch nicht eine einzige Trainingseinheit absolviert. Vier Leistungsträger – zu ihnen gehört der mittlerweile nach Köln verzogene Maurizio Aprile – sind längerfristig verletzt. Andere gehören zwar dem Kader an, haben sich zuletzt aber nur selten blicken lassen. So kann man nicht seriös planen und muss auf ein Wunder hoffen. Eins der Art, dass der Netzwerk-Hilfeschrei gehört wird. Von möglichen neuen Spielern, von Trainern, von Geldgebern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aldemir hat schon einen Notfallplan. Wenn man so kurzfristig kein schlagkräftiges Team zusammenbekommt, wird er „nur“ eine D- und eine E-Jugend für den Spielbetrieb melden. Damit es die 1. Spvg. Remscheid weiter gibt. Und man, mit Blick auf die Senioren, vielleicht in der Saison 2021/2022 einen Neuanfang eine Klasse tiefer in der Kreisliga B angehen kann.

Aldemir bekommt in diesen Tagen häufig zu hören, dass niemand in seiner Haut stecken möchte. Klingt deprimierend, stachelt aber auch an: „Ich werde um die 1. Spielvereinigung kämpfen.“

RGA-Serie

In loser Reihenfolge stellen wir vor dem Start in die neue Saison (voraussichtlich am ersten September-Wochenende) die Teams der Fußball-Kreisliga A vor. Den Auftakt haben 1. und 2. Mannschaft der TG Hilgen gemacht. Diesmal kümmern wir uns intensiv um den SC Heide und die 1. Spvg. Remscheid. Die weiteren Teams werden sukzessive noch folgen.

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