Porträt

Heiner Düssel kann nicht ohne den Fußball

Dieses Bild ist beinahe schon zehn Jahre alt. Heiner Düssel in seinem Element und in einem seiner drei Einzelhandelsläden, in die er über eine lange Zeit viel Herzblut gesteckt hat.
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Dieses Bild ist beinahe schon zehn Jahre alt. Heiner Düssel in seinem Element und in einem seiner drei Einzelhandelsläden, in die er über eine lange Zeit viel Herzblut gesteckt hat.
  • Andreas Dach
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Der frühere FCR-Funktionär lebt seit einem Jahr mit seiner Frau am Starnberger See.

Von Andreas Dach

Remscheid/Bernried. Loszulassen? Dazu braucht es eine Menge Unerschrockenheit, braucht es Mut. Heiner Düssel hat beides bewiesen und einen Schritt getätigt, den nicht jeder in seinem Alter gemacht hätte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Angelika hat sich der langjährige Fußball-Funktionär aus dem Bergischen Land nach Bernried am Starnberger See verändert. „Das war für uns eine große Verführung, in solcher einer schönen Gegend zu leben“, sagt der 69-Jährige. Wobei man wissen muss: Tochter Sabrina wohnt in Starnberg, also nur 17 Kilometer entfernt. Die Business-Frau ist bei BMW im Bereich Entwicklung tätig, war zuletzt mit zuständig für das neue 7er-Modell. Heiner Düssel sagt: „Unsere Tochter ist schon vor sechs Jahren in den Süden gegangen, hat erst in München gelebt, sich dann vor zwei Jahren nach Starnberg verändert.“

Und doch: Es hätte auch reichlich Gründe gegeben, im Bergischen zu bleiben. Man denke an seine drei Einzelhandelsgeschäfte in Hückeswagen, Remscheid-Lüttringhausen und Wuppertal-Ronsdorf. Post, Lotto, Schreibwaren, Geschenkartikel – nichts gibt es, was es dort nicht gibt. Vor rund einem Jahr hat Düssel die beiden erstgenannten Geschäfte jeweils an einen Nachfolger übertragen. Das dritte – in Ronsdorf – ist in der Verantwortung seines Sohnes Sebastian geblieben. Den wird manch einer noch kennen von seiner Zeit beim FC Remscheid, wo er unter der Regie von Lothar Steinhauer Fußball gespielt hat.

Das war seinerzeit auch der Grund für Düssel, beim FCR einzusteigen. Auf seine Zeit als Vorsitzender des RSV Hückeswagen (1998 bis 2000) folgte einige Jahre später ein Engagement bei den Remscheidern. Erst kommissarisch als 2. Vorsitzender (2005), von 2005 bis 2007 als 1. Vorsitzender und in der Folge noch einmal als Vize. Später dann wandte er sich dem Wuppertaler SV zu, war dort als stellvertretender Vorsitzender im Verwaltungsrat tätig. Dazu kam noch eine halbjährige Vorstandstätigkeit bei Westfalia Herne 2018. „Das war eine reine Freundschaftshilfe für Christian Knappmann“, sagt er. Der Ex-Spieler des FCR und des WSV war seinerzeit dort als Trainer tätig.

Eindeutig: Düssel war eng verwurzelt im Bergischen Land. Was seine Selbstständigkeit im Einzelhandel angeht und was den Sport betrifft. Trotzdem hat er sich für die Luftveränderung entschieden und das noch keine Sekunde bereut. „Mir war bewusst, dass es ein erheblicher Verlust wird“, bestätigt Heiner Düssel. Dank moderner Technik hat er aber einen engen Draht in die Heimat bewahrt. So geht am Wochenende nichts ohne den Live-Ticker, die Spiele des WSV und des FCR betreffend. Ansonsten sind da Telefonpartner, die ihn über die sportlichen Abläufe auf dem Laufenden halten. Wie Eckhard Osberghaus, Christian Knappmann und Leo Schönhals. Auch zu Marcel Heinemann hat Düssel „einen guten Draht“, wie er sagt. „Aus dessen Zeit beim WSV.“

Heiner Düssel heute am Starnberger See.

Die Füße still halten mag er im Süden der Republik aber nicht und hat bei der SpVgg Unterhaching eine neue sportliche Heimat gefunden. Beim Regionalligisten fühlt er sich wohl, nachdem er zuvor auch beim FC Bayern München („Die brauchen keinen Düssel, sondern nur Erfolg“), beim TSV 1860 München („Für Seiteneinsteiger ist das nichts“) und bei Türkgücü München („Ich war angefixt, aber bekanntlich ist das ja dort im Desaster geendet“) mal reingeschnuppert hatte. Im Sportpark in Unterhaching in der Regionalliga Bayern passt es nun: „Da bin ich schon ein Teil der Familie und werde anerkannt.“ So sieht Düssel mittlerweile fast alle Heimspiele und war auch auswärts schon dabei. Nur bezüglich der Gegner – da muss er sich schon einmal schlaumachen. Zuletzt ging es gegen den FC Pipinsried. Düssel: „Dabei handelt es sich um einen Vorort von Dachau.“

Manni Schwabl ist Präsident des Clubs, Sandro Wagner der Trainer – es gibt unpopulärere Aushängeschilder. Kein Wunder, dass Enkel Felix (eins der beiden Kinder von Sohn Sebastian) schon als Einlaufkind bei einem Spiel dabei war. Der Achtjährige kickt normalerweise für den SSV Bergisch Born.

Alles gut also bei Heiner Düssel? Ja! Der gebürtige Wuppertaler, der vor seinem Umzug nach Bayern 25 Jahre in Hückeswagen gelebt hat, hat seine Ruhe gefunden. Alle zwei Monate schaut er kurz mal in der Heimat vorbei, besucht seinen Sohn, dessen Ehefrau Madlen und die beiden Enkelkinder. Ein Fußballspiel beim WSV oder beim FCR hat er sich noch nicht wieder angeschaut: „Mal sehen, ob das mal passt.“ Und wenn nicht? Dann gibt es ja noch die SpVgg Unterhaching im Alpenbauer Sportpark, der 20.000 Zuschauer fasst . . .

Zur Person

Heiner Düssel wurde am 14. September 1953 in Wuppertal geboren. Eine der drei Städte, welche den langjährigen Fußball-Funktionär geprägt haben, der jetzt am Starnberger See lebt. Er war auch für den RSV Hückeswagen und den FC Remscheid tätig.

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