Interview

Ins Dschungelcamp will er aber nicht

Jens Buss hat die Trainerbank gegen einen Platz im Fernsehstudio eingetauscht. Archivfoto: batte
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Jens Buss hat die Trainerbank gegen einen Platz im Fernsehstudio eingetauscht.
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Jens Buss, früherer Klassehandballer des Wermelskirchener TV, hat an einer TV-Show teilgenommen.

Von Andreas Dach 

Da dürfte am Montag aber manch einer gestaunt haben, als er Sie im Fernsehen erblickt hat.

Jens Buss: Ja, ich habe als Kandidat am Buchstaben-Battle mit Ruth Moschner auf SAT1 teilgenommen. Da ist die Sendung ausgestrahlt worden, die schon einige Wochen vorher aufgezeichnet worden ist.

Wie kommt ein Handballer dazu, die Trainerbank mit dem Platz zwischen Sonja Zietlow und Joyce Ilg zu tauschen?

Buss: Meine Frau hat gesagt, ich soll mich doch mal für eine Quiz-Show bewerben, weil ich immer so viel weiß, wenn wir uns das im Fernsehen anschauen. Also habe ich das schon vor einiger Zeit getan. Es ist aber nie etwas passiert. Bis irgendwann im Oktober 2020 das Telefon klingelte und ich zu einem Casting eingeladen wurde.

In welcher Form konnte das angesichts der Coronalage stattfinden, und was wollte man von Ihnen wissen?

Buss: Man wollte zu Beruf und Hobby etwas von mir wissen. Dazu hat man mich nach meinem außergewöhnlichsten Erlebnis gefragt. Da habe ich natürlich vom Tag des Handballs berichtet, als ich im Jahr 2014 in Frankfurt vor 44 000 Zuschauern gespielt habe. Zudem musste ich die unterschiedlichsten Fragen beantworten, 21 von 26 waren richtig.

Damit war dann alles klar für die Sendung?

Buss: Man hatte mir gesagt, dass ich beim Casting aufgeschlossen gewirkt habe und auch relativ fotogen sei. Ich würde vom Sender hören. So richtig geglaubt habe ich nicht daran. Bis dann irgendwann ein Anruf kam, dass man sich für mich entschieden hat. Da saß ich gerade bei einem Geschäftsessen. Ein paar Tage später bekam ich per Mail die offizielle Einladung zur Aufzeichnung.

Die fand wann und wo statt?

Buss: Am 5. Dezember in Köln. Ich musste bereits um 13.15 Uhr da sein, die eigentliche Aufzeichnung begann sechs Stunden später. Dazwischen lagen unter anderem der Coronatest, die Zeit in der Maske, die Einkleidung und manches mehr.

Einkleidung?

Buss: Ja, man musste drei verschiedene Outfits mitbringen, aus denen dann ausgewählt wurde. Es durfte nicht schwarz sein, nicht weiß und nicht kariert. Ich habe ein Stoffsakko getragen, ein T-Shirt und Jeans.

Wir könnten uns vorstellen, dass die Spannung von Minute zu Minute gestiegen ist, obwohl Sie als hochklassig spielender Handballer stressresistent sein müssten.

Buss: Es ist schon etwas anderes, ob du gemütlich zu Hause auf der Couch sitzt und Fragen beantwortest oder vor laufenden Kameras. Du hast immer im Hinterkopf: Hoffentlich blamierst du dich nicht. Es hat mir geholfen, dass ich mit Sonja Zietlow und Joyce Ilg ein sehr nettes Team hatte. Vor allem Zietlow war supernett. Mit ihr habe ich mich übers Golfspielen und über Pferde unterhalten. Nach einem Probelauf ging es dann los. Über kleinere Versprecher kann man später lachen. Ich habe beispielsweise Dermaloge gesagt, als ich Dermatologe meinte.

Das Wichtigste: Sie waren erfolgreich. Sie haben gewonnen.

Buss: 3800 Euro. Das war schon großartig. 10 000 Euro wären als Höchstgewinn drin gewesen. In der Vorrunde habe ich viele einfache Sachen nicht gewusst. Da hat mich Sonja Zietlow gut gerettet. Aber dann habe ich irgendwann einen Lauf bekommen und mich mit 19:17 gegen meine Gegenkandidatin durchgesetzt, die in einem Team mit Guido Cantz und Bülent Ceylan war. Auch eine sehr sympathische Person.

Unter dem Strich war es ein gelungener Tag. Jetzt hagelt es doch sicher weitere Fernsehangebote. Hat Sonja Zietlow Sie nicht gefragt, ob Sie beim Dschungelcamp mitmachen wollen?

Buss (lacht): Nein, ich bin doch nur ein Y- oder Z-Promi.

Lassen Sie uns über den Sport sprechen. Über Handball. Auch beim LTV Wuppertal, den Sie in der Oberliga trainieren, ruht der See ganz still.

Buss: Was ich aber sehr vernünftig finde angesichts der Inzidenzzahlen. Ich bin der Meinung, dass man die Spielzeit ganz abhaken und schon für die neue Saison planen sollte. Alles andere wäre unverantwortlich. In den unteren Ligen lässt es sich doch nicht durchtesten. Es ist nicht möglich, eine Blase drumherum zu bilden.

Sie hatten gerade wieder Appetit bekommen, nachdem Sie aus gesundheitlichen Gründen eine längere Pause eingelegt hatten.

Buss: Erst bin ich als Sportlicher Leiter eingestiegen, dann habe ich das Training übernommen. Wir sind uns einig, dass wir in der kommenden Saison noch einmal einen gemeinsamen Anlauf nehmen. Der LTV hat viel Tradition, die Sponsoren bleiben uns erhalten, und die Mannschaft hat signalisiert, dass sie in der Konstellation wohl zusammenbleiben will.

Überkommt Sie nicht manchmal ein bisschen Wehmut, wenn Sie an Ihre eigenen aktiven Zeiten denken? Zum Beispiel an die beim Wermelskirchener TV, als der Verein an die Tür zur 2. Liga geklopft hat?

Buss: Na klar denke ich da sehr gerne dran, aber alles hat seine Zeit. Marc Ross ist mein bester Freund geblieben, mit Frank Lorenzet telefoniere ich öfter mal. Schade, dass das Legendenspiel des WTV im Jahr 2020 nicht stattfinden konnte. Mit Jerry Holsan schreibe ich öfter mal über Facebook. Vielleicht ergibt sich ja ein anderes Mal eine Gelegenheit.

Persönlich

Jens Buss wurde am 8. Januar 1972 geboren. Er lebt mit seiner Ehefrau Nadine und den beiden Töchtern Josefine (5) und Johanna (2) in Wuppertal. Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist der Versicherungskaufmann für die Provinzial in Solingen tätig. Der langjährige Handballer hat es aktiv bis in die 2. Liga geschafft, wo er für den Leichlinger TV gespielt hat. Zu seinen weiteren Stationen gehörten unter anderem der Wermelskirchener TV, der Mettmanner TV und der LTV Wuppertal. Für letzteren Club ist er derzeitig auch als Trainer tätig. Vormals war er Co-Trainer beim Leichlinger TV.

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