RGA-Serie

Dritte Halbzeit ist in der DNA verankert

Ganz ohne Ball ging es beim Trainingslager an der Schnabelsmühle nicht – hier beim Abschlussspiel am Samstagnachmittag. Foto: Andreas Dach
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Ganz ohne Ball ging es beim Trainingslager an der Schnabelsmühle nicht – hier beim Abschlussspiel am Samstagnachmittag.
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Trainingsbesuch beim A-Kreisligisten SC Heide – Wer hart arbeitet, darf anschließend auch feiern.

Sie sind ein verschworener Haufen. Das spürt man von dem Moment an, wo man die Sportanlage Schnabelsmühle betritt. Seit dem Jahr 2017 gibt es den SC Heide – und seitdem geht es mit den Hückeswagener Fußballern stetig aufwärts. In einem gesellig-familiären Umfeld kommen die sportlichen Ambitionen nicht zu kurz. Wie natürlich auch bei einem dreitägigen Trainingslager. Es wird zum Teil sehr hart geschuftet. Die Belohnung folgte für die 1. und die 2. Mannschaft immer kurze Zeit später. Am Grillstand sind die Düfte verlockend, die Getränke stehen kalt. „Teambuilding“ nennt der Vorsitzende Kevin Zrock die gemeinsamen Stunden danach. Bedeutet: Fast niemand verlässt das Gelände nach den absolvierten Einheiten. Alle hocken noch zusammen. Quatschen. Lachen. Hören Musik. Und freuen sich auf das, was da so kommt.

„Es wäre schön, wenn wir mal eine Saison zu Ende spielen könnten“, sagt Zrock. Klar: Es ist das Ziel eines jeden Fußballspielers, möglichst häufig am Ball zu sein. Aber gerade so ein aufstrebender Club wie der SCH braucht auch die Zuschauer, die Unterstützung. Nur mit vielen Leuten am Platz lässt sich das Vereinsleben zelebrieren. „Acht Monate hat es still gestanden“, verweist Zrock auf die Pandemie mit ihren Folgen. Umso glücklicher ist man, dass es jetzt wieder losgeht.

Der Kader der 1. Mannschaft hat sich kaum verändert. Alleine Bodrich Bondo vom SC Kierspe ist dazugekommen. Als die Saison 2020/2021 abgebrochen wurde, belegte Heide den dritten Tabellenplatz. Nach acht Spieltagen gewiss nicht aussagekräftig. Und doch: 19 Punkte aus acht Spielen – das macht Lust auf mehr. „Man sagt doch immer, dass man in einer neuen Spielzeit nicht schlechter abschneiden möchte als in der vergangenen“, streut Zrock lächelnd eine Fußball-Weisheit ein. Will Heide wirklich ganz oben angreifen?

„Unser Trainer würde sagen, dass wir erst mal den Klassenerhalt sichern müssen“, spricht der Vorsitzende für Normen Kirschsieper, der am Trainingslager-Wochenende verhindert ist. Kleine Brötchen hier, mutige Worte dort – es ist auf jeden Fall ein spannendes Projekt, welches die Hückeswagener vorantreiben. Sie haben innerhalb von zwei Jahren den Durchmarsch von der Kreisliga C in die Kreisliga A geschafft und sich dort längst etabliert.

Nach einem längeren Samstagabend bei Würstchen und Bier wurden die Heider Spieler am Sonntagfrüh wieder gefordert.

Noch immer werden sie von vielen als „Feier-Mannschaft“ beschrieben. Doch wird man damit einem Team gerecht, dass (auch) hart für den Erfolg arbeitet? Zrock gibt zu: „Wir haben die dritte Halbzeit in unserer DNA verankert.“ Doch davor stehen Woche für Woche auch zwei sportliche Halbzeiten. Solche, in denen man zu überzeugen weiß. Längst ist der SC Heide auch für Spieler interessant geworden, die schon höherklassig aktiv gewesen sind. Ein Fabian Uthoff und ein Christian Konsen, nur um zwei Beispiele zu nennen, sind gewiss nicht alleine zur Schnabelsmühle gewechselt, weil dort in der Regel das Bierchen immer stets gut gekühlt wird.

Es ist ein Samstagnachmittag. Die Spieler der Ersten haben sich bereits am Grillstand eingefunden. Die Stutzen hängen herunter. Einige Köpfe sind noch rot von der Anstrengung. Oder ist die Musik die Ursache, die über die Anlage schallt. Christian Konsen, früher Torjäger beim SC 08 Radevormwald, ist bei der Ämterverteilung am Wochenende des Trainingslagers auf seiner Position als „DJ“ bestätigt worden. Und? Sind alle mit seiner Auswahl zufrieden? „Bislang hat sich noch niemand beschwert“, sagt der Stürmer, der seinen früheren Rader Mannschaftskameraden Tim Klee noch zur Schnabelsmühle locken möchte: „Tim kommt aus Düsseldorf zurück hier in die Region. Mal schauen, was da so geht.“

Vor dem Training am nächsten Vormittag haben alle ordentlich Respekt. Dann hat sich Fitness-Trainerin Verena Möhler angekündigt. Sie hat die Mannschaft schon während der Corona-Pause via Zoom in Form gehalten. Jetzt kommt sie persönlich vorbei. „Sie ist anspruchsvoll“, weiß Zrock. Immerhin: Trotz der morgendlichen Einheiten gewinnen beide Mannschaften danach ihre Testspiele. Die Erste mit 5:2 gegen die SG Agathaberg, die Zweite mit 2:0 gegen die SG Agathaberg II. Ein kurioser Club, dieser SC Heide. Aber auch einer, bei dem man sich wohlfühlen kann. Zumindest schon einmal bei einem Besuch des Trainingslagers an einem Samstagnachmittag . . .

Trainingsbesuch

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