Schiedsrichter

Diesmal gibt es eine Überraschung beim Leistungstest

Auf die Plätze, fertig, los: Auch dieser Teil der Remscheider Schiedsrichter musste den Leistungstest absolvieren und dreimal 40 Meter im Stadion Reinshagen sprinten. Fotos (3): Andreas Dach
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Auf die Plätze, fertig, los: Auch dieser Teil der Remscheider Schiedsrichter musste den Leistungstest absolvieren und dreimal 40 Meter im Stadion Reinshagen sprinten.
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Analyse: Diese Prüfungen müssen die Fußball-Schiedsrichter jährlich bestehen.

Von Andreas Dach

Unter anderem Mohamed Bahaddou, Gianluca Röttgen und Himmet Ertürk (v.l.) nahmen die Prüfungen im Stadion Reinshagen ab.

Das komplette Wochenende wurde in Duisburg verbracht. Klausurtagung nannte sich das, was den neu gewählten Kreisschiedsrichter-Ausschuss in die Räumlichkeiten des FVN an die Wedau reisen ließ. Eins der Themen, welches dort erörtert wurde, war die Qualifizierung für die kommende Saison. Dies geschieht auf der Grundlage der jährlichen Leistungsprüfungen, welcher sich die Fußball-Schiedsrichter unterziehen müssen.

Was hat es mit diesen Prüfungen auf sich?

Sie finden jährlich etwa in dieser Jahreszeit statt, sind zweigeteilt in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Coronabedingt musste man zurückliegend zweimal mit diesen aussetzen, war deshalb froh, dass man den Schiedsrichtern aus dem Jugendbereich und denen, die zwischen Kreisligen und Bezirksliga pfeifen, jetzt endlich wieder diese wichtige Einheit anbieten zu können.

Wie viele Unparteiische kommen zu einem solchen Test zusammen?

Etwa um die 50. Allerdings nicht alle an einem Tag. Diese Prüfungen wurden auf zwei Wochen verteilt. Zur ersten kamen etwa 20 Schiedsrichter, die weiteren zu der anderen ins Stadion Reinshagen.

Was genau wird überprüft?

Im aktiven Teil muss dreimal 40 Meter gesprintet werden, nach einer kurzen Pause folgt ein zwölfminütiger Dauerlauf. Für die Bezirksliga-Quali müssen in dieser Zeit mindestens 2000 Meter gelaufen werden. An schließend zieht man sich zu Regeltests zurück.

Wie viele Fragen müssen beantwortet werden?

Es sind 15, die je mit zwei Punkten bewertet werden. 25 Punkte braucht jeder, um den theoretischen Test zu bestehen.

Wie könnte eine Frage beispielsweise lauten, und welches wäre die richtige Antwort?

Der Torwart führt einen Abstoß aus, indem er den Ball seitlich zu einem auf Höhe der Eckfahne stehenden Verteidiger spielt. Bevor der Ball jedoch den Strafraum verlässt, geht es ins Toraus. Wie wird das Spiel fortgesetzt? Richtige Antwort: Mit einem Eckball.

Und was ist mit den höherklassigen Schiedsrichtern des Kreises, also denen ab der Landesliga aufwärts?

Sie müssen sich in Duisburg vier- bis fünfmal pro Jahr sogenannten FIFA-Tests unterziehen.

Muss an den Prüfungstagen der komplette Kreis-Schiri-Ausschuss bei der Prüfungsabnahme vor Ort sein?

Nein. Beim zweiten Termin fehlten beispielsweise Dennis Alles und Marcel Schuh. Himmet Ertürk als Vorsitzender, Mohamed Bahaddou und Gianluca Röttgen nahmen die praktischen Prüfungen ab, Marvin Szlapa zog sich mit einem Teil der Schiedsrichter zum Theorieteil zurück. Danach wurde gewechselt.

Gianluca Röttgen erschien mit einer Krücke. Was ist passiert?

Seine Kniescheibe hat bei einem Arbeitsunfall ordentlich etwas abbekommen. Trotzdem gehörte er dem Prüfungsteam an.

Werden angesichts der unterschiedlichen Altersklassen unterschiedlichen Bewertungskriterien herangezogen? Man kann die Sprintfähigkeiten eines 18-Jährigen ja nicht mit denen eines 60-Jährigen vergleichen.

Selbstverständlich. Angesichts der Bewertungskriterien lassen sich die Zeiten genau zuordnen und bewerten.

Gab es an den Prüfungstagen eine Überraschung?

Ja, Jürgen Koppka hat nach achtjähriger (zum Teil krankheitsbedingter) Pause sein Comeback bei den Schiedsrichtern gefeiert. Er hat die Leistungsprüfung absolviert und war am zurückliegenden Wochenende gleich als Unparteiischer angesetzt. Und zwar beim Kreisliga-Spiel der Frauen zwischen der SG Hackenberg und dem ASV Wuppertal. Willkommen zurück im Kreis der Schiris.

Haben auch Schiedsrichterinnen an den Leistungsprüfungen teilgenommen?

Ja, mit Kim Dürholt vom SC 08 Radevormwald, Felicitas Mazur von TuSpo Dahlhausen und Mahta Omidi vom SV 09/35 Wermelskirchen waren auch drei junge Frauen mit dabei. Sehr zur Freude von Schiri-Chef Himmet Ertürk: „Es lohnt sich, sich mit ihnen mal zu unterhalten.“

Auch Mahta Omidi, Felicitas Mazur und Kim Dürholt (v.l.) stellten sich den Prüfungen des Ausschusses.


Wir müssen reden. Zum Beispiel über ihren Antrieb, Schiedsrichterin werden zu wollen.

Mazur sagt unter anderem: „Mir geht es darum, Entscheidungen besser nachvollziehen zu können.“ Und Omidi: „Ich bin durch meinen Bruder dazu gekommen.“ Dürholt steht im Tor der Frauen des SC 08 Radevormwald, lernt jetzt auch „die andere Seite kennen“.

Hat es schon besondere Momente für sie gegeben?

Omidi denkt an ihre erste Partie in der Kreisliga B: „Da habe ich gleich drei Feldverweise erteilt.“ Lächelnd und einschränkend: „Aber es war nur eine glatte rote Karte dabei. Die anderen beiden waren gelb-rot.“

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet geblieben sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? In der aktuellen Analyse befassen wir uns mit den Leistungsprüfungen der Schiedsrichter.

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