Wer erkennt wen

Diese Frauen trotzten dem damaligen Fußball-Verbot

Dieses Bild weckt wunderbare Erinnerungen: Zu erkennen war Ursula „Ulla“ Wilberg.
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Dieses Bild weckt wunderbare Erinnerungen: Zu erkennen war Ursula „Ulla“ Wilberg.
  • Andreas Dach
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RGA-Serie: Team aus Stadtverwaltung und Sparkasse gewann ein Turnier in Solingen-Schaberg

Von Andreas Dach

Damen-Fußball war vom DFB im Sommer 1955 bundesweit verboten worden. Die Begründung hieß damals: „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut. Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden, und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“ Erst Ende der 70er-Jahre wurde dieses eigentümlich anmutende Verbot aufgehoben.

Wie gut, dass sich junge Frauen der Stadtverwaltung und der Sparkasse Remscheid nicht daran hielten. Sie nahmen an einem Turnier teil, welches Teams aus Remscheid, Solingen und Opladen zusammenführte. Eine von ihnen war die diesmal gesuchte Ursula Wilberg, vielen als „Ulla“ bekannt. Die Sportlerin, deren Kopf wir in unserer Dienstag-Ausgabe gesondert eingekreist hatten, erinnert sich: „Eine lange Vorbereitungszeit war nicht nötig, weil alle Mitspielerinnen in anderen Sportarten aktiv waren und eine gute Grundkondition besaßen.“

Es war ein herrliches Miteinander. Was so sehr prägte, dass einige Protagonisten von damals sich heute noch hin und wieder treffen. „Wir hatten einen Riesenspaß und viel Blödsinn gemacht“, weiß Gerda Held (sie hieß damals Böker) noch genau. Sie gehört zu den Spielerinnen, die auf dem 50 Jahre alte Bild zu sehen ist. Wie auch der damalige Trainer. Wobei Peter Stranowsky zugibt, die Mannschaft „nur ein bisschen betreut“ zu haben. Es sein ein Freiluft-Happening in Solingen-Schaberg gewesen: „Mit anschließendem Lagerfeuer und Grillen.“ Organisiert worden alles durch die Komba-Jugend, die Gewerkschaft des kommunalen Beamten-Bundes. Hannelore Lindner, die damals noch Wehner hieß, kann sogar noch die Ergebnisse nennen: „Wir haben 5:0 gegen Opladen und 2:1 gegen Solingen gewonnen.“ Als sie das Foto sah, kramte sie erst einmal alte Zeitungsartikel vor: „Die habe ich behalten.“ Monika Ehl-Müller hat „sich richtig gefreut“, das Bild zu entdecken. „Ich war damals Handballerin des VfB. Es war sehr lustig, mit Kolleginnen der Stadtverwaltung und einigen von der Sparkasse Fußball zu spielen.“ Neben den bereits namentlich erwähnten Personen waren unter anderem abgebildet: Roswitha Mai, Barbara Kellermann, Gerda Ziemek und Erika Wilberg.

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