Die Woche

Deutsche Sprache? Darauf erstmal ein Steak . . .

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Auch im Sport finden immer mehr Anglizismen Eintritt - nicht nur wenn Deutschland gegen England spielt

Von Andreas Dach

Remscheid. Günter Schürmann ist die personifizierte Vereinstreue. Seit knapp 70 Jahren gehört er dem BV 10 Remscheid an, hat als Funktionär viele wichtige Dinge mit auf den Weg gebracht. Sein Wort hat Gewicht, auch bei uns in der RGA-Sportredaktion. „Sagt mal“, begann er in diesen Tagen ein Telefonat mit uns, „was versteht man eigentlich unter einem Stakeholder?“ Steak was? Stutzen auf unserer Seite. Wollte uns Schürmann mit dem neuesten Grillzubehör vertraut machen? Nichts da. Er war bei der Lektüre des Hauptsports in unserer Zeitung auf diesen Begriff aufmerksam geworden. In einem Artikel über den geplanten Rückzug von Alfons Hörmann aus dem Präsidentenamt des Deutschen Olympischen Sportbunds war die BV-10-Größe über den „Stakeholder“ gestolpert. Mit was? Mit Recht!

Warum nur stand dort nicht Interessensgruppe? Dann hätte es jeder verstanden. Der Mischmasch aus deutscher und englischer Sprache verwirrt. Denglisch? Engleutsch? Immer häufiger finden Anglizismen und Scheinanglizismen in der deutschen Sprache ihren Platz. Manch einem fällt es schon gar nicht mehr auf, wenn ein Programm downgeloadet wurde. Also heruntergeladen. Oder man im Store den Sale genutzt hat. Das Schnäppchen im Geschäft.

Mit dem Finger auf andere zeigen? Nicht Sinn der heutigen Rubrik. Wir alle – also auch wir im Lokalsport – neigen immer mal wieder zu solch unnötiger Wortwahl. Und das hat nichts damit zu tun, dass Deutschland am Dienstag bei der EM in England spielt.

Da wird dann wieder von Leon Goretzka als perfektem Box-to-Box-Spieler die Rede sein. Von einem Highlight im Wembleystadion. Oder davon, dass Jogi Löw einen guten Matchplan benötigt.

Jüngst erst nach dem deutschen Dusel-Remis gegen Ungarn sprach Experte Peter Hyballa nach der Übertragung der Partie von einem Deep Run. Er hätte auch von einem Lauf in die Tiefe sprechen können. Tat er aber nicht. Und vor der Begegnung hatte Mats Hummels angekündigt: „Wir gehen mit dem richtigen Mindset ins Spiel.“ Mentalität hätte er auch sagen können. Oder Überzeugung.

Wir verstehen Sie so gut, Günter Schürmann. Und versprechen, noch konkreter drauf zu achten, dass wir trotz aller positiven globalen Entwicklungen der deutschen Sprache gerecht werden. Versprochen: Wir setzen es auf unsere To-Do-Liste!

TOP: Sich jetzt schon auf den 24-Stunden-Lauf 2022 zu freuen: Der Termin in Lüttringhausen steht.

FLOP: Der Fallschirm-WM in Russland droht die Absage. Dopinggerüchte, Corona, Flugzeugabsturz – auch der FSC bangt.

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