Fallschirmsprung

Die Lust auf Nowosibirsk treibt sie alle an

Vor der Pandemie gab es am Windtunnel in München auch immer viele Zaungäste. Foto:
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Vor der Pandemie gab es am Windtunnel in München auch immer viele Zaungäste.
  • Andreas Dach
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Fallschirmspringer des FSC Remscheid trainieren im Windtunnel – Ist eine WM-Vorbereitung überhaupt möglich?

Sie waren im Tunnel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der Vorbereitung auf die Fallschirm-Weltmeisterschaft, die im August in Russland stattfinden soll, ist der Deutschland-Achter nach längerer Zeit endlich mal wieder über eine rein theoretische Vorbereitung hinausgekommen und hat knallhart trainiert. Im Münchener Windtunnel waren auch drei Aktive des FSC Remscheid dabei. Wie muss man sich eine solche Zusammenkunft von acht Sportlern aus dem gesamten Bundesgebiet in Coronazeiten überhaupt vorstellen?

Normalerweise wäre der Windtunnel in Berlin die geeignetere Option gewesen. Warum ist man in den Süden der Republik ausgewichen?

In München haben die Verantwortlichen der Anlage alles dafür getan, ein entsprechendes Hygienekonzept umzusetzen, was die Öffnung des Tunnels überhaupt erst möglich gemacht hat. Das hat man sehr dankbar angenommen.

Trotzdem gab es bei aller Freude über die Praxiseinheit für die Springer einen kleinen Nachteil. Worin genau bestand der?

Blick gen Sibirien? Uli Sehrbrock vom FSC Remscheid.

Der Achter musste sich in zwei Vierer-Gruppen aufteilen, weil die Maße der Anlage nicht an die in Berlin herankommen. Er muss einen bestimmten Durchmesser haben, um acht Athleten auf einmal springen zu lassen. Trotzdem waren alle happy, überhaupt einmal wieder Praxistraining absolvieren zu können.

Wer sind überhaupt die drei Springer des FSC Remscheid, die zur Klasse des Achters erheblich beitragen?

Uli Sehrbrock, Olaf Biedermann und Steffen Schiedeck sind ganz erfahrene Fallschirmspringer, die bereits seit vielen Jahren für Erfolge des FSC bürgen. Alleine Sehrbrock hat mittlerweile gut 9500 Sprünge absolviert.

Macht es ohne ein entsprechendes Training überhaupt Sinn, für solch ein Großereignis wie das in Russland zu planen?

Eindeutig ja! Viel mehr, als man das für möglich hält, läuft in der Vorbereitung mental ab. In der bloßen Theorie. Und doch ist aktives Training selbstverständlich für die Automatismen unersetzbar. Im Herbst vergangenen Jahres war das Achter-Team letztmalig gemeinsam über den Wolken, um sich in die Tiefe zu stürzen. Das ist schon eine Hausnummer.

Wie waren jetzt die Sicherheitsbestimmungen in München?

Zunächst einmal: In den dortigen Tunnel dürfen nur Nationalmannschaftsmitglieder. Sie alle mussten sich vorher einem Coronaschnelltest unterziehen. Was problemlos verlief: Einer der Springer des Achters ist Rettungssanitäter, brachte die entsprechenden Materialien mit. „Wir haben dort wie in einer Blase gelebt“, sagte Uli Sehrbrock, „waren ganz unter uns.“ Sogar gegessen hat man im Tunnel.

Lässt die Motivation nicht nach, wenn man so selten miteinander trainiert?

Ganz im Gegenteil – da sind sich die Athleten einig. Sehrbock: „Gerade dann, wenn man sich kaum sieht, hat man noch mehr Lust auf gemeinsames Training.“

Und wie ist die Einstellung zu einer WM in Sibirien, wenn man als Fallschirmspringer schon die ganze Welt bereist hat?

Positiv. Zwei Autostunden östlich von Nowosibirsk aus der Maschine zu springen – das hat selbst für weit gereiste Sportler wie die des FSC Remscheid noch einen extremen Reiz.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach: Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. Heute geht es um die Vorbereitung von Fallschirmspringern des FSC Remscheid auf die WM in Sibirien im August.

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