Rollhockey

An Tagen wie diesen...: IGR Remscheid liefert ein unfassbares Spiel

Ein Anfang ist gemacht: Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft hat die IGR Remscheid auf imponierende Weise vorgelegt. Foto: Michael Sieber
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Ein Anfang ist gemacht: Auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft hat die IGR Remscheid auf imponierende Weise vorgelegt.
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Rollhockey: Das Play-off-Halbfinale der IGR-Männer gegen SK Germania Herringen.

Von Andreas Dach

An Tagen wie diesen . . . macht es Sinn, den Blick für die Realität zu schärfen. Sie hätten ausflippen können bei der IGR Remscheid nach einem begeisternden 8:4 (1:1)-Erfolg im ersten Play-off-Halbfinale gegen den SK Germania Herringen. Hätten Sprüche klopfen können. Hätten Meisteransagen machen können. Stattdessen bewahrte man die Bodenhaftung. Fabian Selbach fasste ein unfassbares Spiel trocken zusammen: „Der erste Schritt ist getan. Mehr nicht.“

An Tagen wie diesen . . . werden Helden geboren. Was waren sie vor dem Anpfiff schon zusammengezuckt, als sich Torhüter Jonas Langenohl beim Warmmachen verletzt hatte. Er hatte einen Schuss genau aufs rechte Fußgelenk bekommen, welches in der Folge anschwoll und schmerzte. Klar, dass sich Mannschafts-Doc Volker Peinke um den „Patienten“ kümmerte, aber Wunderheiler ist er nicht. Langenohl biss auf die Zähne, hielt durch, zeigte einige prächtige Paraden und wurde zu einem wichtigen Faktor. „Das hat immer, wenn ich den Knöchel überdehnt habe, schon sehr wehgetan“, sagte er. „Ich bin gespannt, wie sich das morgen anfühlt.“ Besser bestimmt nicht. Auf der Bank hatte übrigens nur noch der unerfahrene Lasse Kaldasch gesessen.

An Tagen wie diesen . . . darf man auch den Blick nach vorne richten. So, wie es Trainer Timo Meier machte. Er sagte: „Wenn wir in Herringen beim Rückspiel bestehen wollen, wird diese Leistung nicht reichen. Dann müssen wir noch ein paar Prozent drauflegen.“ Was fast nicht möglich ist. Meier weiter: „Immerhin haben wir der Germania jetzt eine schöne Grübelaufgabe mit auf den Heimweg gegeben.“ Gespielt wird am 23. April. Eine mögliche dritte Partie würde am 24. April stattfinden.

An Tagen wie diesen . . . wird es deutlich, was für einen stark besetzten Kader die IGR hat. Wenn er denn mal komplett ist. Was im Laufe der bisherigen Saison selten genug der Fall gewesen war. Jetzt griffen alle Rädchen ineinander. Jeder hatte seine Aufgabe, jeder trug seinen Teil zu der fantastischen Leistung bei. Man denke beispielsweise an Yannik Lukassen. Er hatte anfangs wenige Spielanteile gegen Herringen gehabt, kam dann im Laufe der zweiten Hälfte noch einmal rein und war wenige Sekunden später für das 6:4 verantwortlich (47.). Was so etwas wie die Vorentscheidung war.

An Tagen wie diesen . . . verkraftet man auch schon mal einen Blitzrückstand. Bereits nach zwei Minuten hatte Kevin Karschau die Gäste in Führung gebracht, Fabian Selbach kurz danach ausgeglichen (4.). Das Spiel ging quasi wieder von vorne los. Und sah die IGR nie mehr in Rückstand. Daniel Strieder (2:1, 26.), Yannick Peinke (3:2, 41.), noch einmal Peinke (4:3, 44.), Alex Ober (5:3, 44.), der oben genannte Lukassen (6:4, 47.) und noch zweimal Ober (49./50.) peppten die Geschichtsbücher der IGR auf.

„Wir spielen den Deutschen Meister an die Wand, und hier herrscht eine Totenstille.“

Timo Meier

An Tagen wie diesen . . . darf man auch schon mal kritische Worte verlieren. Dass die Halle Hackenberg bei einem solchen Spiel nicht deutlich besser besetzt war, machte den Vorsitzenden Georg Feldhoff arg nachdenklich: „Das ist schon enttäuschend.“ Hinzu kam die doch eher bescheidene Unterstützung von den Rängen. Timo Meier echauffierte sich kurz vor Schluss: „Wir spielen den Deutschen Meister an die Wand, und hier herrscht eine Totenstille.“

Geburtstagskind an der Kasse: Bärbel Backhaus tut alles für die IGR.Foto: A. Dach

An Tagen wie diesen . . . stellt man auch schon mal seinen Geburtstag hinten an. Bärbel Backhaus wurde am Samstag 65 Jahre alt und nahm trotzdem ihren Stammplatz als Kassiererin am Eingang ein. „Wir haben mit vielen Zuschauern gerechnet“, sagte die treue Seele. „Da wird doch jeder gebraucht.“ Ja, an Tagen wie diesen . . .

IGR-Frauen: So lief es gegen SC Bison Calenberg

Nicht unerwartet kam das Aus für die IGR-Frauen im Halbfinale der Play-offs um die DM. Nach der 0:5-Heimniederlage gegen den SC Bison Calenberg verlor man das Rückspiel mit 2:5 (1:5). Für beide Treffer war Anna Behrendt verantwortlich gewesen. Vor allem aus der zweiten Hälfte schöpft man nach Angaben des 2. Vorsitzenden Thomas Beck Hoffnung, „es beim Wiedersehen im Pokal besser zu machen“.

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