Marathon

Die Euphorie trägt Peter Ickert bis in das Ziel

Peter Ickert am Ziel in Machu Picchu: Da stellten sich gewaltige Glücksgefühle ein.
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Peter Ickert am Ziel in Machu Picchu: Da stellten sich gewaltige Glücksgefühle ein.
  • Andreas Dach
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Peter Ickert läuft den härtesten Marathon der Welt in Peru. Das Finish in Machu Picchu ist atemberaubend.

Von Andreas Dach

Für ihn war es ein Traum. Einer, den er sich unbedingt erfüllen wollte. Immer wieder hatte sich Peter Ickert im Internet über den Inca Trail informiert, der vom Veranstalter als „härtester Marathon der Welt“ beschrieben wird. Nun endlich konnte er sich davon überzeugen, dass bei der Beschreibung nicht übertrieben wird.

„Es ist wirklich so“, sagte der 60-Jährige, der zu den maßgeblichen Organisatoren des Röntgenlaufs gehört und schon mehr als 400 Marathons absolviert hat. Er hat Vergleichsmöglichkeiten und kann beurteilen, was ihm unter die Füße gelegt wird. Schon um zum Startpunkt zu kommen, war eine gute körperliche Fitness gefragt. Die Teilnehmer mussten eine zehn Kilometer lange Wanderung zu einem Zeltlager am Fuße einer alten Inca-Anlage machen, wo kurz geschlafen wurde, bevor der eigentliche Lauftag mit dem Weckruf und einem Frühstück begann.

„Das war schon unheimlich in der Dunkelheit!“

Peter Ickert, Extremläufer

Um 3.30 Uhr begaben sich dann die 16 für den Marathon qualifizierten Teilnehmer sowie acht Aktive für die 30 Kilometer zu dem etwa 20 Minuten entfernten Startpunkt. Ickert gibt zu: „Das war schon etwas unheimlich mit den Stirnlampen in der völligen Dunkelheit in den Anden.“ Pünktlich um 4 Uhr fiel der Startschuss – das kleine Feld setzte sich in Bewegung. Bei einer Temperatur von gerade mal zwei Grad. In der Folge ging es auf und ab. 1000 Höhenmeter hinauf auf 3643 Meter zum Chakrahay-Pass, dann wieder 600 Höhenmeter bergrunter. Ickert: „Inzwischen war es hell geworden, und man konnte die ersten Hütten mit den gerade wachgewordenen Einwohnern sehen.“ Eine Momentaufnahme. Denn: Es folgte der mächtigste Anstieg des Trailruns. Über den Dead-Woman-Pass ging es auf 4215 Meter.

Was ein besonderes Erlebnis war, weil mehrere Klimazonen durchlaufen wurden. Vom tropischen Regenwald bis hin zum subalpinen Klima im Passbereich. „Ein tolles Erlebnis“, berichtet Ickert, „welches sich auch in der Tierwelt widerspiegelte.“ Vom Kolibri bis zum Alpaka. Immer weiter ging es auf dem Inca Trail, der mit den vielen Steinen eher kantig und eckig war. Das machte das Laufen nicht einfacher, gleichwohl näherte sich Ickert der alten Inca-Stadt Machu Picchu in den Bergen Schritt für Schritt.

Wieder ging es steil bergab, wieder ordentlich bergauf. Vorbei an Festungen und durch in Felsen geschlagene Tunnel. Irgendwann kam das härteste Stück der ohnehin schwierigen Strecke. Es ging 20 000 grobe kleine Stufen bergab. „Die waren nicht für europäische Großfüße gemacht“, sagt Ickert. Auf nur drei Kilometern mussten fast 1500 Höhenmeter bewältigt werden.

In Winay Wayna, einer weiteren Ruinenstadt, gab es eine harte Zwischenzeitmessung. Nur wer sich innerhalb des vorgegebenen Rahmens bewegte, durfte weiter in Richtung Machu Picchu laufen. Für Ickert passte es: Er kam 45 Minuten vor „Toresschluss“ an. Der Rest war noch einmal eine Herausforderung. Durch den Dschungel ging es hinauf bis zum Sungate, dem Sonnentor. Das war nur auf allen Vieren erklimmbar.

Der Lohn folgte für ihn mit einem atemberaubenden Blick hinab auf Machu Picchu. Ickert ehrlich: „Die letzten Kilometer bis dahin vergingen euphorisch wie im Fluge.“ Er schwebte fast, mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Nach 12 Stunden und 59 Sekunden erreichte Ickert als zweiter Mann und ältester Teilnehmer das Ziel. Was für eine Erfahrung.

Machu Picchu

Bei Machu Picchu handelt es sich um eine gut erhaltene Ruinenstadt in Peru. Sie ist im 15. Jahrhundert von den Inka in 2430 Metern Höhe auf einem Bergrücken entstanden. Machu Picchu ist terrassenförmig angelegt und auf verschiedenen Wegen erreichbar. Es gehört zum Weltkulturerbe.

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