Fußball

Die 2. Bundesliga rückte immer näher

Vom überzeugenden Heimsieg des FCR gegen Verl berichtete der RGA-Lokalsport wieder in aller Ausführlichkeit auf einer Doppelseite. Fotos: RGA-Archiv
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Vom überzeugenden Heimsieg des FCR gegen Verl berichtete der RGA-Lokalsport wieder in aller Ausführlichkeit auf einer Doppelseite.
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Der Weg der FCR-Fußballer vor 30 Jahren zurück in die Zweitklassigkeit – zwölfter Teil.

Von Fabian Herzog

Das Mammutprogramm, das der FC Remscheid vor 30 Jahren zu absolvieren hatte, um (vorerst) letztmals den Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga zu schaffen, hatte es mit zahlreichen Nachholspielen während der regulären Saison und der terminlich eng getakteten Aufstiegsrunde eh schon in sich. Nachdem von Letztgenannter die ersten beiden Partien – ein 0:0 in Göttingen und ein 2:0 gegen TB Berlin – absolviert waren, stand für Detlef Pirsigs Mannschaft auch noch das Verbandspokal-Halbfinale auf dem Programm. Gegen den Verbandsligisten SV 09 Wermelskirchen mühte sich der FCR, der einige Spieler schonte, zu einem 2:1 (0:0, 1:1) nach Verlängerung.

Die Tabelle nach den Hinspielen der Aufstiegsrunde.

Dann ging es für die Remscheider aber weiter im Kampf um die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Mit den Partien in Wolfsburg und gegen Verl, die wir ebenfalls in unserer Serie mit den Original-Spielberichten von damals noch einmal Revue passieren lassen wollen.

VfL Wolfsburg – FCR 2:2 (1:1) “FCR um den Lohn gebracht“, geschrieben von Wolfgang Röhrig

Das Minimum wurde erreicht, aber der Sieg buchstäblich in letzter Sekunde vergeben. Beim 2:2 (1:1) des FC Remscheid in Wolfsburg fehlten ganze fünf Sekunden zum totalen Erfolg. Als sich die 7 000 Zuschauer im Stadion schon mit einer 1:2-Niederlage ihrer Mannschaft abgefunden hatten, sorgte das Brüderpaar Fiebich doch noch für ein Unentschieden.

Praktisch mit der letzten Ballberührung gelang den Wolfsburgern das schier Unmögliche. Holger Fiebich schlug einen Eckball in den Strafraum, die Remscheider Hintermannschaft reagierte zu spät. Matthias Fiebichs Kopfball prallte gegen die Unterkante der Latte, von dort sprang er nur wenige Zentimeter hinter die Torlinie. Schade für den FCR, der über neunzig Minuten vor allem in kämpferischer Hinsicht überzeugte.

Ein Unentschieden, das sich damals wie eine Niederlage anfühlte. Das 2:2 in Wolfsburg sorgte für Frust.

FCR-Trainer Deltlef Pirsig hatte seine Mannschaft vor dem Spiel gewarnt: „Ihr werdet hier einen Orkan erleben.“ Doch Pirsig hatte sich getäuscht. Außer einem starken Wind wehte den Remscheidern zunächst nichts ins Gesicht. Wolfsburg spielte nervös, Remscheid kontrollierte das Spiel. Auch wenn der immer stärker werdende Gegenwind gute Spielzüge verhinderte. Davon waren vor allem Konter betroffen, die bereits in der Entstehung scheiterten. Bis zur 34. Minute. Da gelang der Durchbruch. Dem Wolfsburger Mittelfeld wurde an dem Anstoßkreis der Ball abgejagt, Carsten Pröpper setzte Martin Tilner ein und der schloß nach einem Sprint über den halben Platz zum 1:0 ab. Schade, daß die Wolfsburger dann doch noch zwei Minuten vor der Pause zum Ausgleich kamen. Eine Unachtsamkeit in der FCR-Abwehr nutzte Plagge zum unverdienten 1:1 aus.

Nach dem Seitenwechsel kam der FCR mit Rückenwind besser ins Spiel. Carsten Pröppers Traumtor in der 69. Minute war die Belohnung für die couragierte Remscheider Spielweise. Schade, daß mit Jo Schmidt und Andre Kröning zwei Spieler in der Offensive nicht ihren besten Tag erwischten. Sonst hätte ein drittes Tor vielleicht schon frühzeitig die Wolfsburger aus all ihren Träumen gerissen. Chancen waren durchaus da. Doch dann kam die verhängnisvolle letzte Spielminute.

FCR – SC Verl 2:0 (1:0) “FCR ist wieder an der Spitze!“, geschrieben von Wolfgang Röhrig

War das ein Spiel! 5 000 diesmal begeistert mitgehende Zuschauer mußten bis 65 Sekunden vor Schluß warten, ehe der FC Remscheid endlich die Kordel um den Verler Sack zugezogen hatte. Eine Minute vor dem Abpfiff erlöste Martin Tilner mit dem 2:0 (1:0) gegen den SC Verl Mitspieler, Trainer und Fans von den Höllenqualen, die ihnen die Gäste bis zur entscheidenden 89. Minute bereitet hatten. Denn der Westfalenmeister, in der ersten Stunde dank hochkarätiger FCR-Chancen am Rande einer Niederlage mit katastrophalen Ausmaßen, schickte sich nach sechzig Minuten an, wieder aus dem Sack zu springen, in den der FCR ihn schon gesteckt hatte.

Aber es ging noch einmal gut. Mit diesem Sieg setzte sich der FCR wieder an die Tabellenspitze. Sein bisher ärgster Verfolger VfL Wolfsburg verlor überraschend zuhause 0:1 gegen Göttingen 05. Die Göttinger kommen nun als Tabellenzweiter am Sonntag zum Spitzenkampf ins Lenneper Stadion. Nach einer Stunde sahen die Gastgeber wie der sichere Sieger aus. Verl hatte bis dahin nicht die Spur einer Chance. Aber der FCR vergab die tollsten Möglichkeiten (Carsten Pröpper, Peter Gemein, Martin Tilner). Auch nach dem Seitenwechsel hielt zunächst die totale Überlegenheit der Remscheider an. Peter Gemein brachte den Ball auf der Torlinie nicht ins Netz, Viktor Bridaitis traf nur die Latte. Zu allem Überfluß versagte Schiedsrichter Wippermann einem einwandfreien Tor von Carsten Pröpper die Anerkennung.

Dann kam der Knacks. Im Mittelfeld fing das Dilemma an, die Abwehr leistete sich Schnitzer und auch bei den Kontern blieb die Wirkung aus. Bis dann die vielumjubelte Erlösung in der 89. Minute kam. Beim FCR überragte einmal mehr Carsten Pröpper. Gut auch Michael Griehsbach. Bei den übrigen Spielern lief diesmal nicht alles nach Wunsch. Trotzdem: Was der FCR in diesem Jahr geleistet hat, ist absolute Spitze. Die Remscheider Zuschauer sollten das am Sonntag mit ihrem Besuch entsprechend honorieren.

Statistik

Das Spiel in Wolfsburg

FC Remscheid: 1 Stocki, 2 Bridaitis, 3 Freitag, 4 Kosanovic, 5 Jakubauskas, 6 Schmidt, 7 Kessen, 8 Schmidt, 9 Kröning (88. 12 Kayser), 10 Gemein (ab 83. 15 Tamulevicius), 11 Tilner.

Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin).

Zuschauer: 7 000.

Tore: 0:1 (34.) Tilner, 1:1 (43.) Plagge, 1:2 (69.) Pröpper, 2:2 (90.) Matthias Fiebich.

Gelbe Karten: Pahl - Jakubauskas, Kröning.

Das Spiel gegen Verl

FC Remscheid: 1 Stocki, 2 Griehsbach (ab 89. 13 Grabienski), 3 Freitag, 4 Kosanovic, 5 Jakubauskas, 6 Bridaitis, 7 Kessen, 8 Pröpper, 9 Kröning, 10 Gemein (ab 72. 14 Schmidt), 11 Tilner.

Schiedsrichter: Wippermann (St. Augustin).

Zuschauer: 5 000.

Tore: 1:0 (26.) Kröning, 2:0 (89.) Tilner.

Zeitstrafe: Ritz (Verl, 52. Minute).

Gelbe Karte: Wilhelm Krause (Verl).

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