Analyse

Die Aussichten sind überwiegend rosig

Geht es nach Friedhelm Runge, soll es im Stadion am Zoo kurz- bis mittelfristig wieder Zweitliga-Fußball geben. Foto: Andreas Dach
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Geht es nach Friedhelm Runge, soll es im Stadion am Zoo kurz- bis mittelfristig wieder Zweitliga-Fußball geben.
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Das läuft bei den bergischen Topclubs gut – Beim BHC hängt viel von einer neuen Halle ab.

Live-Sport. Die Sehnsucht danach ist riesig. Endlich wieder Wettbewerbe, endlich wieder Tore, Punkte, Meisterschaften und Titelgewinne. Leider: Die Lust auf den (Breiten-)Sport droht noch länger unerfüllt zu bleiben. Fürchterliche Coronazahlen machen die Ausübung über weite Teile auf absehbare Zeit unmöglich. Bitter für die Aktiven, bitter für die Vereine, bitter für die Fans. Umso glücklicher müssen wir uns schätzen, dass in unserer Region wenigstens einige höherklassige Teams ihrer Berufung noch nachkommen können. Wir haben uns umgeschaut.

Warum dürfen Fußballer und Handballer ab einer bestimmten Spielklasse aufwärts spielen?

Ganz einfach: Es handelt sich um Profis. Diese werden getestet. Und zwar regelmäßig. Das ist die Grundlage für jegliches Training und für die Meisterschaftsspiele. Dabei finanzieren die Clubs die Tests aus eigener Tasche.

Wie ist die sportliche Situation bei den Handball-Bundesligisten ?

Es macht derzeit viel Freude, die Partien über Streamingdienste oder über das Bezahlfernsehen zu verfolgen. Der BHC belegt in der Bundesliga den sechsten Rang und spielt eine grandiose Saison. Da ist, trotz personeller Rückschläge, eine echte Mannschaft zusammengewachsen. Eine Liga tiefer scheint der VfL Gummersbach seine kleine Talsohle durchschritten zu haben und behauptet als Tabellenzweiter den Aufstiegsrang. Allerdings lauert mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke nur einen Punkt dahinter ein hartnäckiger Verfolger. Er wartet auf einen Ausrutscher des VfL. Bei den Frauen hat der HSV Gräfrath in Liga zwei vorzeitig den Klassenerhalt gesichert, um welchen der zuletzt krisengeschüttelte TV Beyeröhde noch kämpfen muss. Mit Dieter Trippen als Sportlichem Leiter scheint man aber einen Glücksgriff getan zu haben. Seitdem er da ist, ist wieder mehr Ruhe eingekehrt.

Der VfL Gummersbach ist auf einem guten Weg.

Auch den Wuppertaler SV in der Fußball-Regionalliga muss man erwähnen

Unbedingt. Es sah nicht gut aus für das fußballerische Aushängeschild des Bergischen Landes. Abstiegsangst, finanzielle Turbulenzen – da ist in der ersten Saisonhälfte so einiges zusammengekommen. Mittlerweile herrscht wieder Ruhe, was maßgeblich mit dem Engagement von Friedhelm Runge zu tun hat. Der Unternehmer hat dem Verein seines Herzens zum x-ten Mal aus der Patsche geholfen. Damit einher gingen – auch möglich durch personelle Veränderungen – positive Schlagzeilen im sportlichen Bereich. Der WSV ist, was den Verbleib in der Regionalliga betrifft, noch nicht über den Berg, aber auf gutem Weg.

Der BHC fand in dieser Saison häufig die Lücke in der gegnerischen Abwehr. Wie hier Linus Arnesson gegen Leipzig.

Wie sind die Zukunftsperspektiven für die genannten Vereine?

Unterschiedlich. Der BHC ist dabei, zu einer dauerhaften Größe in der stärksten deutschen Spielklasse zu werden. Alles fußt auf kompetenter und solider Arbeit in allen Bereichen. Das (nicht formulierte) Ziel in den kommenden Jahren könnte es sein, irgendwann mal den internationalen Wettbewerb zu erreichen. Allerdings: Die Hallenfrage ist immer noch nicht geklärt. Über kurz oder lang braucht der Club eine angemessene Heimstätte in Wuppertal, Solingen oder vielleicht auch Remscheid. Beim VfL Gummersbach hängt nicht alles, aber doch sehr viel davon ab, ob in dieser Spielzeit die Rückkehr in die Bundesliga gelingt. Dann wären die Perspektiven angesichts sehr guter Nachwuchsarbeit rosig. Eine weitere Ehrenrunde könnte soeben noch verkraftbar sein. Ob die Frauen des HSV Gräfrath noch einmal eine solch formidable Saison spielen können? Die Erwartungen im Umfeld steigen. Denen gerecht zu werden, ist schwierig. Beim TV Beyeröhde kann es nur damit gehen, die finanzielle Basis für die Zukunft zu legen. Selbst wenn dies eine klasse tiefer der Fall sein würde. Irgendwie fallen die Wuppertalerinnen immer wieder auf die Füße. Gespannt sein darf man auf das, was beim WSV so kommt. Friedhelm Runge ist längst im Herbst seines Lebens angekommen, wird nicht ewig seine schützende Hand über den Verein halten. Er träumt davon, noch einmal mit dem WSV in der 2. Liga zu spielen. Dafür hat er sich den umtriebigen Manager Stephan Küsters (früher FCR) ins Boot geholt. Der weiß, was von ihm erwartet wird.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns auch heute gerne wieder an. Diesmal geht es um die wenigen Vereine im Bergischen Land, die in Coronazeiten überhaupt noch Sport ausüben dürfen. Dies tun sie überwiegend sehr erfolgreich.

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