Interview

Kurs in Richtung Bezirksliga: Der RGA-Sport ist nicht ganz unbeteiligt

Matthias Winkler ist mit den Fußballern der SG Hackenberg bis auf den ersten Platz der Kreisliga A abgehoben. Dort fühlen sich die Gelb-Schwarzen sehr wohl.Foto: Michael Sieber
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Matthias Winkler ist mit den Fußballern der SG Hackenberg bis auf den ersten Platz der Kreisliga A abgehoben. Dort fühlen sich die Gelb-Schwarzen sehr wohl.
  • Andreas Dach
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Matthias Winkler ist als Trainer mit den Fußballern der SG Hackenberg auf Kurs in Richtung Bezirksliga.

Das Gespräch führte Andreas Dach

Die SG Hackenberg führt in der Fußball-Kreisliga A nach 13 Spieltagen die Tabelle an. Wird das auch am Ende der Saison noch so sein?

Matthias Winkler: Das wäre schön. Aber die Saison ist noch lang, vielleicht aber ja auch nicht.

Sie spielen damit auf die massiv ansteigenden Coronazahlen an. Wenn die Saison vorzeitig abgebrochen werden müsste . . .

Winkler: . . . dann müssten 50 Prozent aller Spiele absolviert sein, damit es zu einer Wertung käme. So glaube ich es, gelesen zu haben. Und wir sind auch noch weit davon entfernt. Die Hälfte der Saison ist erst am 19. Dezember vorbei, wobei ich mir so einen langen Lockdown ohnehin nicht wirklich mehr vorstellen könnte. Letztlich können wir all das nicht beeinflussen und müssen abwarten, was passiert.

Zurück zu einem erfreulichen Thema – zu Ihrer Mannschaft. Was muss passieren, damit am Saisonende wirklich der Aufstieg in die Bezirksliga steht?

Winkler: Zunächst einmal müssen wir doch festhalten, dass wir noch eine sehr junge Mannschaft haben und in eine Saison gestartet sind, in welcher uns niemand auf der Rechnung hatte. Vielleicht mal vom eigenen Trainer abgesehen . . . Im Hinterkopf hatte ich schon, dass wir vielleicht oben mitmischen können. Und wenn man jetzt einmal vorne dabei ist, schaut man vielleicht auch schon ein wenig in die Ferne. Aktuell sind vier Teams des Kreises Remscheid in der Bezirksliga abstiegsgefährdet. Man stelle sich vor, sie alle müssten absteigen. Dann würde es in der kommenden Spielzeit deutlich schwieriger, den Sprung nach oben zu schaffen.

Also geben Sie weiter Vollgas mit der SG Hackenberg.

Winkler: Das ist sicher so. Wir wissen aber, dass die Erwartungshaltung mit unseren Erfolgen gestiegen ist. Jeder tritt jetzt an, um uns endlich die erste Niederlage in dieser Spielzeit beizufügen. Wir haben elfmal gewonnen und zweimal Remis gespielt. Nur fünf Gegentore in bislang 13 Partien sind auch kein schlechter Wert. Das einzige Manko liegt darin, dass wir aus meiner Sicht locker 20 Tore mehr hätten schießen können. Ach was: Schießen müssen.

Wie bewerten Sie insgesamt die Bedingungen in Hackenberg?

Winkler: Es handelt sich um einen sehr familiären Verein, den ich schon seit Jahren kenne, weil ich selbst in der Jugend und bei den Senioren eine Zeit dort gespielt habe. Wegen des Geldes, das bei uns nicht bezahlt wird, und wegen des Platzes, der erst im Sommer kommenden Jahres Kunstrasen bekommt, ist sicher niemand zur SGH gegangen. Nach Hackenberg geht man wegen der engen Verbindungen untereinander. So ist die 1. Mannschaft ein verschworener Haufen. Manchmal vergleiche ich uns ein wenig mit dem SSV Dhünn. Dort hat sich auch sehr viel über das Kameradschaftliche und die Gemeinschaft entwickelt. Der bestehende Stamm, die zehn Jungs, die aus der A-Jugend aufgerückt sind und vier Spieler von Born II haben gut und schnell zusammengefunden. Die Jungs sind ehrgeizig, haben Talent und wollen etwas erreichen.

Sie waren ein paar Jahre aus dem Geschäft und klingen jetzt so, als hätten Sie wieder richtig Bock.

Winkler: Sonst hätte ich auch nicht zugesagt. Jedes Angebot hätte ich nicht angenommen. Bei der SG Hackenberg hat es in vielerlei Hinsicht gepasst. Ich möchte sportlichen Erfolg. Das ist die eine Sache. Reizvoll ist aber sicher auch, dass wir bald einen Kunstrasen haben und der Verein im Jahr 2023 seinen 50. Geburtstag feiert. Das ist eine gute Basis, und da kann einiges entstehen. Auch dass es eine Jugendabteilung gibt und ein schönes Vereinsleben, hat mich in meiner Entscheidung für die SGH beeinflusst. Ihr beim RGA wisst, dass ihr nicht ganz unbeteiligt seid, dass ich in Hackenberg gelandet bin?

Wie das?

Winkler: Ihr hattet damals berichtet, dass ich meine Laufbahn im E-Sports beim FC Schalke 04 beendet habe und mir wieder vorstellen kann, als Trainer zu arbeiten. Wenige Tage später hat sich die SGH gemeldet . . .

Wenn sehen Sie denn als die ärgsten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg?

Winkler: Es ist und bleibt ein Vierkampf. Ich glaube, dass das Ding erst ganz am Ende zwischen dem BV Burscheid, der TG Hilgen, den TS Struck und uns entschieden wird. Es kann noch viel passieren.

Im Kreispokal steht die SGH im Viertelfinale.

Winkler: Der Pokal hat für mich nicht so einen großen Stellenwert. Natürlich würden wir in der kommenden Wochen gerne gegen den SC Ayyildiz gewinnen. Aber noch lieber wäre mir fünf Tage später in der Meisterschaft ein Erfolg bei den TS Struck. Wenn ich also die Wahl hätte . . .

Persönlich

Matthias Winkler wurde am 1. März 1983 in Hindenburg/Oberschlesien geboren. Mit seiner Lebensgefährtin Inna zieht er in nächster Zeit auf dem Rath in Remscheid zusammen. Winkler arbeitet als Erzieher in der OGS Mannesmann, hat dort die Teamleitung inne. Aktiv war er unter anderem für die SGH, den SV 09/35 und den SC 08 Rade. Zu den Trainerstationen gehörten VfL Lennep, SC 08 Rade und SV 09/35 II.

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