Fußball

Der Kampf um jeden Schiri geht weiter

Robin Braun setzt seine Unterschrift auf den Ball, der am Ende des Lehrgangs an den erfolgreichsten Teilnehmer geht. Fotos: Schiri-Vereinigung
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Robin Braun setzt seine Unterschrift auf den Ball, der am Ende des Lehrgangs an den erfolgreichsten Teilnehmer geht.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Analyse: Der Anwärter-Lehrgang ist mit 23 Teilnehmern gut besucht

Der aktuelle Schiedsrichter-Anwärterlehrgang des Fußballkreises Remscheid ist vor gut einer Woche gestartet. Ein wichtiges Instrument, um neue Unparteiische für eine immer schwieriger werdende Tätigkeit zu gewinnen. Ist man beim Ausrichter mit dem Interesse zufrieden? Und warum ist es überhaupt so schwierig, Personen für Spielleitungen zu begeistern? Diesen und anderen Fragen widmen wir uns in unserer Dienstagsanalyse.

Wie viele Teilnehmer konnten die Verantwortlichen der Kreis-Schiedsrichtervereinigung am Montag vergangener Woche begrüßen?

23 Anwärter sind zum ersten Treffen im Kreis-Jugendheim Am Hagen erschienen. Dazu gehörten auch drei aus dem Nachbarkreis Solingen. Damit bewegt man sich auf einem üblichen Niveau.

Vorausgesetzt, alle beenden den Lehrgang erfolgreich: Welche Bereiche können mit den Schiri-Frischlingen künftig abgedeckt werden?

Überwiegend wird es sich um Juniorenspiele handeln. Ein Großteil der Anwärter ist selbst noch sehr jung. Im Seniorenbereich werden maximal zwei Unparteiische dazukommen. Eindeutig zu wenige, um die Personalprobleme im Schiedsrichterwesen nachhaltig zu bekämpfen. Probleme übrigens, mit denen der Kreis Remscheid keinesfalls ein Alleinstellungsmerkmal hat.

Warum kehren immer mehr Schiedsrichter ihrem Hobby den Rücken? Beziehungsweise: Warum kommen so wenige neue dazu?

Die Gründe sind vielschichtig. Gewiss haben sich durch die Coronapandemie und das Mehr an Freizeit Alternativen dargestellt. So manch einer, der sonst Wochenende für Wochenende unterwegs war, hat für sich gemerkt, dass es auch noch andere schöne Möglichkeiten gibt, wie man die Samstage und Sonntage verbringen kann. Wer einmal weg ist, kommt (so schnell) nicht wieder.

Spielt auch die zunehmende Respektlosigkeit den Schiedsrichtern gegenüber eine Rolle?

Dirk Spiegelhauer, Marvin Szlapa, Himmet Ertürk und Vincenzo Tarantino (v.l.) freuen sich über den Besuch von Robin Braun (ganz l.).

Das lässt sich nicht von der Hand weisen. Gerade aktuell hat es beim Spiel zwischen Türkiyemspor und der 1. Spvg. Remscheid Vorfälle gegeben, die als Meisterbeispiel für Abschreckung durchgehen könnten. Nicht umsonst hat es drastische Strafen gegeben. Wer so etwas liest, wird sich zweimal überlegen, ob er sich nicht ein anderes Hobby sucht.

Könnte man die Lehrgänge vielleicht attraktiver gestalten, um (noch) mehr neue Schiedsrichter zu locken?

Da ist der Kreis durchaus kreativ. So wurde gleich am zweiten Abend ein hochkarätiger Gast begrüßt, der aus dem Nähkästchen plauderte und die Schiri-Anwärter mit seinen Erfahrungen in den Bann zog. Robin Braun aus dem Kreis Wuppertal hat bereits in jungen Jahren eine steile Karriere hingelegt, pfeift seit dieser Spielzeit in der 2. Bundesliga und ist vierter Offizieller im Oberhaus. Fast eine Stunde lang beantwortete Braun die Fragen der künftigen Schiedsrichter. Da hörte jeder ganz genau hin. So etwas motiviert. Wie auch das Referat des Remscheider Oberliga-Schiedsrichters Marvin Szlapa, der sich mit Regel 3 (Spieler, Anzahl, Auswechslungen) auseinandersetzte. Braun schrieb übrigens seinen Namen auf einen Ball, den der Lehrgangsbeste Ende November ausgehändigt bekommt.

Wie lange dauert der Anwärter-Lehrgang noch?

An diesem Dienstag wird er fortgesetzt. Die Prüfung ist dann am 25. November. Bis dahin stehen noch diverse Übungsabende an.

Kann man auch nachträglich noch einsteigen?

Nein. Um an der Abschlussprüfung teilnehmen zu können, muss man an allen Unterrichtseinheiten teilgenommen haben.

Schiriausschuss

Der Kreisschiedsrichter-Ausschuss wird von fünf Personen vertreten. Vorsitzender ist Dirk Spiegelhauer. Als dessen Stellvertreter fungiert Sebastian Stein. Dazu kommen zwei Beisitzer. Nämlich Himmet Ertürk und Vincenzo Tarantino. Schließlich kommt auch Mohamed Bahaddou als Schiedsrichter-Ansetzer eine große Bedeutung zu.

Die Lehrgangsteilnehmer machten sich eifrig Notizen. Auf sie kommt in den kommenden zwei Wochen noch viel Arbeit zu.

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