Judo

Der Auftakt ist im hohen Norden

Sami Chouchi gehört zu den Neuerwerbungen des RTV-JUDOTEAMS. Der Vize-Europameister von 2018 kommt vom Süd-Bundesligisten TSV Abensberg nach Remscheid. Foto: Carlos Ferreira
+
Sami Chouchi gehört zu den Neuerwerbungen des RTV-JUDOTEAMS. Der Vize-Europameister von 2018 kommt vom Süd-Bundesligisten TSV Abensberg nach Remscheid.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Ab April sorgt das RTV-JUDOTEAM beim Konzert der Großen mit für die Musik.

Der Aufstieg in die Bundesliga liegt noch gar nicht so weit zurück. Im Oktober des zurückliegenden Jahres schaffte das JUDOTEAM des Remscheider TV den Sprung in die Bundesliga, wurde von 600 Zuschauer begeistert gefeiert. Seitdem sind knapp drei Monate vergangenen. Ausgeruht haben sich die Macher in dieser Zeit nicht. Gilt es doch, am 2. April als ernstzunehmender Gegner in der Staffel Nord der Bundesliga an den Start zu gehen. Gleich zum Auftakt geht es zu einem der Favoriten – zum Hamburger JT.

Schon jetzt lässt sich sagen: Die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Und zwar in jeder Beziehung. In den Wochen nach dem Aufstieg hat man einen riesigen Schritt nach vorne getan, indem man die 1. Mannschaft des JUDOTEAMS aus dem Remscheider TV ausgegliedert hat, um der Gemeinnützigkeit nicht zu schaden. In Form einer Unternehmergesellschaft, einer Sonderform der GmbH. René Endres fungiert als Geschäftsführer dieser UG, der RTV als Gesamtverein ist Gesellschafter, vertreten durch Joachim Hartenstein und Bernd Fiedler.

So konnte man sich mit einem guten Gefühl in die Aufgaben stürzen, die unter anderem darin bestanden, personell aufzurüsten für sieben Kampftage. Die Gegner lauten: Hamburger JT (2.4., A), UJKC Potsdam (7.5., H), JT Hannover (14.5., H), Hertha Walheim (18.6., A), KSC Asahi Spremberg (25.6., H), JC Bottrop (24.9., A), SUA Witten (1.10., H). Die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für das Final Four. Das Schlusslicht steigt ab. Was man wissen muss: Sieben Kampftage entsprechen im Prinzip der doppelten Anzahl. Die Kontrahenten stehen sich bei dem jeweiligen Aufeinandertreffen sogar zweimal gegenüber, bestreiten also zweimal sieben Kämpfe. Das ist gut für die Zuschauer, die sich auf 14 oft packende Auseinandersetzungen in den unterschiedlichsten Gewichtsklassen freuen können. Aber das bedeutet auch, dass die Teams ihre Kader breit aufstellen müssen. Sehen doch die Regularien vor, dass beim zweiten Aufeinandertreffen eines Tages mindestens drei Pflichtwechsel vorgenommen werden müssen. Zudem dürfen in den 14 Kämpfen nur viermal Nicht-Deutsche eingesetzt werden.

Die Favoriten sind Hamburg und Potsdam!

Cedric Pick, Manager

Wo nun sieht sich der Aufsteiger bezüglich seiner Leistungsstärke? „Die Favoriten sind Hamburg und Potsdam“, legt sich Manager Cedric Pick fest. Gegen beide muss der RTV gleich zu Beginn ran, weiß dann, wo er steht. Gegen Walheim, Bottrop und Witten könnte viel von der Tagesform abhängen – in etwa bewegen sich die Mannschaften auf Augenhöhe. Am ehesten wird man sich möglicherweise gegen Spremberg und Hannover etwas ausrechnen. Doch erst einmal abwarten.

Stolz präsentiert Cedric Pick den neuen Kalender.

Grundsätzlich geht es darum, sich in der Bundesliga zu etablieren, um dann vielleicht in zwei, drei Jahren realistisch das Final Four als Ziel aufrufen zu können. „Wir müssen uns in allen Bereichen gut aufstellen“, sagt Pick. Und denkt beispielhaft an Infrastruktur, Kaderzusammenstellung und Sponsorenpool. Die Judo-Bundesliga gilt als die stärkste der Welt, Laufkundschaft sucht man dort vergeblich. Acht Teams gehören der Nordgruppe an, zehn sind es im Süden. Qualität pur.

Der Kader, mit dem man in die kommende Saison geht, ist stark. Wie stark, das wird man sehen. In fast allen Altersklassen neue Leute hinzugekommen – vom Riesentalent bis zum gestandenen Nationalmannschaftskämpfer. In der Klasse bis 60 kg ist der Wermelskirchener Luke Cabecana dazugekommen. Ein Kaderathlet, der alle Zeit erhält, sich zu entwickeln und an die raue Bundesligaluft zu gewöhnen. David Ickes und Viktor Wandtke haben bislang für den JC Gelsenkirchen gekämpft, sind in der Klasse bis 66 kg aktiv und gehören der Junioren-Nationalmannschaft an.

Ein echter Coup ist mit der Zusage von Alexander Gabler (bis 73 kg) gelungen. Er ist die aktuelle Nummer zwei in Deutschland und bekommt auch das Einzelstartrecht des RTV. Pick: „Ein bärenstarker Kämpfer.“ Der Niederländer Sam van´t Westende und der Belgier Sami Chouchi sind in der Klasse bis 81 kg neu. Ersterer war zuletzt für SUA Witten aktiv, Letzterer für den TSV Abensberg.

Schließlich steigt künftig auch Jesper Smink aus den Niederlanden für das RTV-JUDOTEAM auf die Matte. Er besetzt die Klasse bis 90 kg und kommt ebenfalls aus Witten. Dass neben Johannes Frey (+100 kg) nun auch sein Bruder Karl-Richard (bis 100 kg) für die Remscheider um Bundesligapunkte kämpft, ist schon länger bekannt, aber unbedingt noch einmal eine Erwähnung wert.

Geblieben sind: Christos Pintsis, Tjado Ganders (beide bis 60 kg), Jasper Lefevere, Bas Koffiijberg (beide bis 66 kg), Rodel Arnolds, Junior Degen (beide bis 73 kg), Andreas Buscher, Philip Mähler, Eicke Boden (alle bis 81 kg), Cedric Thyssen, Arthur Hass (beide bis 90 kg), Sascha Schmitz, Adnan Khankan (beide bis 100 kg), Johannes Frey und Jelle van der Berg (beide über 100 kg).

Cedric Pick (Manager und Gründer), René Endres (Geschäftsführer), Peter Degen (Cheftrainer), Philip Mähler (Co-Trainer), Dr. Kaweh Scheida (Mannschaftsarzt) und Jana Eisenkopf (vormals Böhnisch, Physiotherapeutin) bilden das Gerüst drumherum.

Und was hat sich sonst noch getan oder tut sich? Tobias Riemann und seine Crew werden sich an den Kampftagen um das VIP-Catering kümmern, als einziger Sportverein in Remscheid kann man eine LED-Bandenwerbung anbieten, und eine neue Homepage gibt es auch: rtvjudoteam.de. Schließlich hat sich ein Fanclub („Schwarzweiße Freunde“) gegründet. Basierend auf den Kumpels von Christos Pintsis aus Wuppertal, die schon zuletzt bei den Aufstiegskämpfen für eine prima Stimmung sorgten. Sie werden mit Trommeln und Fahnen ausgestattet, zudem zentral auf der Tribüne platziert. Als Pausenattraktion ist vorgesehen, die Artistic Jumpers an allen vier Heimkampftagen eng einzubinden.

Schließlich ist der neue Kalender des RTV-JUDOTEAMS raus. Einige Exemplare gibt es noch kostenfrei in der Geschäftsstelle des RTV.

Südgruppe

Auch in der Südgruppe der Bundesliga müssen zwei Qualifikanten für das Final Four und ein Absteiger ermittelt werden. Das sind die Teams: TSV Abensberg, KSV Esslingen, JC Leipzig, 1. JT Heidelberg Mannheim, VfL Sindelfingen, TV 1848 Erlangen, TSG Backnang, JSV Speyer, JC Rüsselsheim, JC Samurai Offenbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Handball-Drittligist verlängert Verträge
Handball-Drittligist verlängert Verträge
Handball-Drittligist verlängert Verträge
Handballer trauern um Guido Masmeier
Handballer trauern um Guido Masmeier
TS Struck trauert um Manfred Beinersdorf
TS Struck trauert um Manfred Beinersdorf
Panther stehen vor Nachholbegegnungen
Panther stehen vor Nachholbegegnungen

Kommentare