Rollhockey

Das Ziel ist die Deutsche Meisterschaft

Marcus Franken will sein Engagement an der Bande in der Bundesliga in Zukunft ein wenig zügeln. Archivfoto: Holger Battefeld
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Marcus Franken will sein Engagement an der Bande in der Bundesliga in Zukunft ein wenig zügeln.
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Marcus Franken ist neuer Co-Trainer beim Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid.

Von Peter Kuhlendahl

Marcus Franken ist zurück im Rollhockey-Geschäft. Sie übernehmen einen Trainerposten beim Bundesligisten IGR Remscheid. Wie kam es dazu?

Marcus Franken: Es war irgendwie genau der richtige Zeitpunkt, als die Anfrage kam.

Das dürfte aber doch nicht der einzige Grund gewesen sein, oder?

Franken: Natürlich nicht. Da gibt es eine ganze Reihe von Gründen. In erster Linie habe ich bei mir selbst gemerkt, dass etwas fehlt. Gerade in der Zeit des sportlichen Lockdowns. Da findet man sich viel zu oft abends auf dem Sofa vor dem Fernseher wieder.

Gab es denn eigentlich auch Anfragen von anderen Vereinen?

Franken: In den vergangenen Jahren immer mal wieder. Aber ich habe stets dankend abgelehnt. Das spricht sich rum. Und irgendwann kommen dann keine mehr.

Bedeutet, die IGR hat Glück gehabt. Wie ist der Kontakt überhaupt zustande gekommen?

Franken: Trainer Timo Meier hat mich angesprochen. Wir haben ja in den letzten Jahren zusammen eine Laufgruppe in Radevormwald betreut und die Aktiven für den Start beim Röntgenlauf fit gemacht. Mittlerweile sind wir auch befreundet. Er hat mich auf einen Spaziergang mit unseren Hunden eingeladen und dann gefragt, ob ich ins Trainerteam einsteigen möchte.

Und? Haben Sie gleich zugesagt?

Franken (lacht): Da musste ich mir erst mal das Okay von meiner Frau geben lassen. Mit der Übernahme des Amtes habe ich wieder feste terminliche Verpflichtungen in der Woche und am Wochenende. Wir haben darüber gesprochen, ich habe die eine oder andere Nacht darüber geschlafen, und dann habe ich zugesagt.

Sie haben von mehreren Gründen für Ihr Engagement gesprochen . . .

Franken: Für die IGR sprach natürlich auch, dass es die Rückkehr zu dem Verein ist, bei dem für mich alles losging. Außerdem steckt in der aktuellen Mannschaft unglaublich viel Potenzial. Und nicht zuletzt hat mich auch die Arbeit von Timo überzeugt.

Als er vor zwei Jahren das Traineramt übernommen hatte, gab es auch den einen oder anderen, der sich gewundert hat, weil er mit der Sportart Rollhockey gar nichts am Hut hatte.

Franken: Aber viele haben sich auch an das Beispiel Sven Steup in Cronenberg erinnert. Der kam vom Fußball und hat mit dem RSC dann fünf Titel geholt. Timo hatte es bisher wahrlich nicht einfach. Zweimal ist die Meisterschaftsrunde abgebrochen worden. Und gleich in seiner Anfangszeit gab es ein unglaubliches Verletzungspech im Team. Damals hat mich zum Beispiel extrem beeindruckt, mit welcher tollen defensiven Taktik da unglaublich viel herausgekommen ist.

Sie selbst sind ein absoluter Rollhockey-Fachmann, haben ja auch die Remscheider schon in der Bundesliga trainiert und waren zudem Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft an der Seite von Johan van Diejen. Wie wird die Zusammenarbeit mit Timo Meier aussehen?

Franken: Klar ist, dass Timo der Chef im Ring ist. Ich werde ihn in der Trainingsarbeit unterstützen und beraten.

Die Arbeit im Training ist das eine. Dann gibt es ja auch die Spiele. Wer Sie und Timo kennt, weiß, dass es an der Bande schon mal laut werden kann, wenn auf dem Spielfeld etwas nicht so umgesetzt wird, wie es vorgegeben wurde. Gibt es dann zwei Lautsprecher?

Franken: Ich glaube, dass ich mich da ein wenig zurücknehmen muss. Auch da hat Timo selbstverständlich das Sagen.

Gibt es aufgrund Ihrer jahrzehntelangen Erfahrung eine bestimmte Philosophie für Ihre Trainingsarbeit?

Franken: Wichtig ist zum einen, die Mannschaft körperlich fit zu machen. Zum anderen muss man ihr aber auch den Spaß am Rollhockey vermitteln. Dann kommt vieles andere von alleine. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie hart die Einheiten in Cronenberg unter dem damaligen Trainer Andreas Thiel waren. Als ich in einem DM-Finale gegen Ende des Spiels dann das entscheidende Tor gemacht hatte, weil ich eben den entscheidenden Tick schneller war, wusste ich, warum wir so hart trainiert hatten.

Die Spieler werden sich also auf einiges einstellen müssen. Wie war die Reaktion der Jungs, dass Sie zum Trainerstab gehören?

Franken: Aufgrund der aktuellen Situation konnten wir es ihnen ja nicht persönlich mitteilen. Das ging über die entsprechende WhatsApp-Gruppe. Die Reaktion war durch die Bank positiv.

Sie haben die aktuelle Situation gerade angesprochen. Normale Trainingseinheiten sind weiter nicht möglich. Ab wann sind Sie denn überhaupt offiziell dabei?

Franken: Im Grunde ab sofort. In diesem Monat ruht komplett der Betrieb, und es gibt auch keine gemeinsamen Einheiten per Videokonferenzen. Wenn es im Mai wieder losgeht, bin ich dabei.

Und dann haben Sie alle gemeinsam ein großes Ziel. Wie es auch Timo Meier bereits gesagt hat.

Franken: Wir wollen Deutscher Meister werden. Die Mannschaft hat das drauf. Und das ist auch mein Anspruch und mein ganz klares Ziel.

Zur Person

Marcus Franken wurde am 24. November 1970 in Remscheid geboren. Dort lebt der Bankkaufmann mit seiner Ehefrau. Franken ist durch seine Eltern – sein Vater war Rollhockey-Torhüter, seine Mutter Rollkunstläuferin – zum Rollhockey gekommen. Bei der damaligen IG hat er alle Jugendteams durchlaufen. Anfang der 1990er-Jahre hat er mit den Senioren dann zwei Deutsche Meisterschaften gewonnen. Da ihm die anschließende Vereinsarbeit in Remscheid nicht gefiel, wechselte er nach Wuppertal. Zehn Jahre spielte er für den RSC Cronenberg und gewann unter anderem sechs weitere Titel.

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