Rollhockey

Das Hintertürchen ist gut für die Psyche

So könnte es gehen: IGR-Cheftrainer Timo Meier will für das Rückspiel in Herringen wieder die richtige Taktik austüfteln. Foto: Michael Sieber
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So könnte es gehen: IGR-Cheftrainer Timo Meier will für das Rückspiel in Herringen wieder die richtige Taktik austüfteln.
  • Andreas Dach
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Die IGR will in die Endspiele um die DM einziehen. Frauen spielen im Pokal-Halbfinale.

Wie gerne würden sie die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft im Rollhockey erreichen, die am 7. und 8. Mai über den neuen Titelgewinner entscheiden. Doch – Floskel hin, Floskel her – vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt. Die Spieler der IGR Remscheid werden reichlich davon vergießen müssen, um sich den Finaltraum zu erfüllen. Gleichwohl: Der Traum lebt, wurde durch den großartigen 8:4 (1:1)-Sieg im ersten Halbfinalspiel gegen den SK Germania Herringen nachhaltig befeuert.

Nun, am Samstag um 15.30 Uhr, kommt es in der Glückauf-Halle in Herringen zum Rückspiel. Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg wäre die IGR durch, hätte die Endspiele erreicht. Klappt es nicht, bleibt da noch ein Hintertürchen. Würde die Germania das zweite Aufeinandertreffen für sich entscheiden, käme es am Sonntag zu einem dritten und entscheidenden Spiel. Wieder um 15.30 Uhr. Wieder in Herringen.

Nachvollziehbar, dass man es bei den Bergischen ungern auf die Doppelbelastung am Wochenende ankommen lassen möchte. Motto: Glückauf statt Glückab. Und das schon am Samstag. Aber da spricht der Gastgeber halt ein entscheidendes Wörtchen mit, der nach der Haue von Hackenberg vor knapp zwei Wochen mit jeder Menge Wut im Bauch in die Spielarena einrollen wird, in welcher die IGR in der jüngeren Vergangenheit nicht unbedingt Sieg an Sieg gereiht hat. Man darf also gespannt sein, welche Taktik besser greift und welches Team sich nervenstärker zeigt.

„Wir haben nicht den Druck, gewinnen zu müssen!“

Timo Meier, IGR-Cheftrainer

Für Timo Meier, den IGR-Cheftrainer, steht fest: „Es ist schön, dass wir nicht den Druck haben, gewinnen zu müssen. Das könnte uns etwas in die Karten spielen.“ Die mentale Stärke wird einen erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Partie am Samstag haben. Im Hinspiel waren die Herringer irgendwann genervt gewesen, gegen die gute Deckung der IGR wenig bis gar keine Mittel gefunden zu haben. Meier: „Sie sind ungeduldiger und nervöser geworden und haben irgendwann die Brechstange ausgepackt.“ Erfolglos, wie man längst weiß. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Die Germania weiß um ihre Heimstärke in dieser Saison, hat erst einmal auf eigenem Boden verloren. Das war gegen Walsum.

Nun kommt die IGR, die auf viele Eventualitäten vorbereitet sein wird. Es gehört zu Meiers Trainingsarbeit, Abläufe im Vorfeld gedanklich mit seiner Mannschaft durchzuspielen. Er sagt: „Sport ist für mich auch ganz viel mentale Arbeit. Es ist immer gut zu wissen, was alles passieren kann.“

Wie vor zwei Wochen, als die Bergischen schon nach 29 Sekunden eine blaue Karte kassierten und wenig später mit 0:1 in Rückstand gerieten. Der Ausgleich durch Fabian Selbach schon zwei Minuten später machte deutlich, dass der Gastgeber vorbereitet gewesen war. Eben auch auf einen solchen Fall.

Selbach ist im Übrigen ein gutes Stichwort. Beziehungsweise kein gutes. Der Mann, der immer wieder in der Lage ist, eine Mannschaft mitzureißen, ist in dieser Woche vorsichtshalber aus dem Training genommen worden. Innerhalb seiner Familie hatte es einen positiven Coronafall gegeben. Bei ihm selbst waren alle bisherigen Tests negativ. Man hofft innig, dass es so bleibt.

Genau so groß ist die Hoffnung, dass Max Richter mitwirken kann. Bei ihm droht eine berufliche Unabkömmlichkeit. Meier: „Er will unbedingt dabeisein.“ Bei den Torhütern hat Jonas Langenohl seine Verletzung nach einer einwöchigen Trainingspause auskuriert.

Relativ kurzfristig terminiert wurde das Pokal-Halbfinale der Frauen, in welchem die IGR Remscheid am Sonntag um 14 Uhr in der Halle Hackenberg den SC Bison Calenberg empfängt. Nachdem man in den Meisterschafts-Play-offs im Halbfinale zweimal gegen die Bisons verloren hat, ist die Favoritenrolle klar verteilt. „Trotzdem sind wir optimistisch, dass wir es schaffen können“, sagt Trainer Thomas Beck. Ein Grund: Der Kader ist komplett. Ein zweiter: Die Gäste müssen am Tag zuvor schon in Cronenberg ran, wo sie ihr erstes Meisterschaftsfinale bestreiten. Die Belastung ist also enorm. Beck: „Wir versuchen alles, um ins Pokalfinale zu kommen.“

Gut zu wissen

Im zweiten Halbfinale hat die RESG Walsum bei den Männern mit einem in der Höhe nicht erwarteten 9:1-Erfolg gegen den RSC Cronenberg vorgelegt. Die Wuppertaler wollen nun in zwei Heimspielen (am Samstag und im Falle eines Sieges auch am Sonntag) jeweils um 15.30 Uhr versuchen, den Spieß noch umzudrehen.

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