Sportlicher Adventskalender

CR7? Was Trautvetter besser kann

Sophie Trautvetter
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Sophie Trautvetter
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Nächstes Türchen in unserem Rückennummer-Adventskalender mit der TGH-Torjägerin.

Von den Starallüren eines Cristiano Ronaldo ist sie so weit entfernt wie der frühere portugiesische Weltfußballer von seiner einstigen Form. Mit aller Macht ein Tor für sich beanspruchen, was (wahrscheinlich) von einer Mitspielerin erzielt wurde, käme Sophie Trautvetter nie in den Sinn. „Es ist ja egal, wer die Treffer am Ende macht“, sagt die sympathische Torjägerin des Fußball-Bezirksligisten TG Hilgen, die in 16 Spielen schon 32 Mal getroffen und großen Anteil an der bislang perfekten Saison des verlustpunktfreien Spitzenreiters hat. „Ich stand halt öfter richtig.“

Mit ihrer Leistungsexplosion steht die 21-Jährige exemplarisch für die der gesamten Mannschaft. Vergangene Saison hatte die Turngemeinde als Tabellenfünfter in 22 Partien zwölf Siege eingefahren. In dieser Spielzeit sind es jetzt schon 16 – in 16 ausgetragenen Begegnungen. Auch Trautvetter weiß kaum, wie ihr geschieht. „So eine Saison habe ich noch nie gespielt“, gibt die Remscheiderin zu, die mit acht Jahren bei TuRa Süd mit dem Fußballspielen angefangen hat und über den Hastener TV, FC Remscheid und die SG Hackenberg vor zweieinhalb Jahren auf die Kuno-Hendrichs-Anlage gekommen ist.

Dort wurde im vergangenen Sommer aber einiges auf Links gedreht. Mit Tim Klammer als neuem Trainer weht ein komplett neuer Wind, der unter anderem das System veränderte und Trautvetter als bisherige rechte Mittelfeldspielerin an der Seite von Alena Tenel ins Sturmzentrum beorderte. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt Sophie Trautvetter, die vor allem mit ihrer Schnelligkeit auftrumpft. Den direkten Zweikämpfen geht sie mit ihren 1,66 Metern und etwa 50 Kilogramm nach Möglichkeit aus dem Weg. „Mich kann man halt leicht wegschubsen“, sagt sie lächelnd.

Dass es in dieser Saison so überragend für die Hilgenerinnen läuft, hat für die Torjägerin einen simplen Grund: „Ich schreibe das unserem Trainer zu.“ Klammer habe viel bewegt – was durchaus auch wörtlich zu verstehen ist. „Ich war noch nie so fit“, sagt Trautvetter, die beeindruckt davon ist, wie intensiv sich der Coach seiner neuen Aufgabe angenommen hat: „Er kniet sich voll rein.“ Dies übertrage sich automatisch auf die Motivation aller Spielerinnen. „Wir wollen es jetzt auch durchziehen“, verdeutlicht die Remscheiderin, die ein weiteres Erfolgsrezept in der selbstkritischen Herangehensweise ihres Teams sieht: „Wir geben uns mit schlechteren Leistungen, selbst wenn wir gewinnen, nicht zufrieden.“

Wovon es wahrlich noch nicht viele in dieser Saison gegeben hat. Spötter würden behaupten, dass die Torjägerin diesbezüglich von ihrem Lieblingsclub anderes gewöhnt ist. Wie es sich im Hause Trautvetter – Bruder Fabian spielt beim VfB Marathon – gehört, wird dem FC Schalke 04 zugejubelt. Oder eben mit dem Bundesliga-Schlusslicht gelitten. „Die letzten Jahre waren schon ein ordentliches Auf und Ab“, findet die 21-Jährige. „Aber das ist kein Grund, den Lieblingsverein zu wechseln.“

Auch sie selbst hegt keine Ambitionen, den Lockrufen anderer Teams zu erliegen. Jüngst klopfte ein Landesligist bei ihr an, ob sie sich einen Wechsel vorstellen könnte. Aber alleine schon aufgrund ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Firma Heyco, die sie Ende Januar abschließen möchte, halten sich die Wechsel-Ambitionen in Grenzen. Außerdem fühlt sie sich in Hilgen sehr wohl. „Wir sind extrem gut zusammen gewachsen und ein tolles Team.“ Worauf standesgemäß nach den Spielen mit einem Kölsch angestoßen wird.

Bleibt die Frage, warum Sophie Trautvetter die Nummer 7 trägt? „Die hatte ich schon mal beim FCR, und es läuft ja gut mit der“, sagt die Angreiferin, die in dieser Saison auch schon mal mit der Nummer 8 aufgelaufen ist. Im Auswärtsspiel bei Fortuna Wuppertal II traf sie trotzdem doppelt. „Das war, um beim Gegner Verwirrung zu stiften.“ Generell mache sie sich aber nicht allzu viel aus der Nummer. Was Cristiano Ronaldo definitiv auch anders sieht.

Serie

In unserem Adventskalender stellen wir an den Erscheinungstagen des Remscheider General-Anzeigers bis Heiligabend Sportlerinnen und Sportler etwas näher vor, die die entsprechende Nummer auf dem Rücken tragen. Im nächsten Teil am morgigen Donnerstag steht ein Handballer des Drittligisten Bergische Panther im Mittelpunkt unserer Serie.

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