Laufen

ChampionChip hat (nicht) ausgedient

Viele Aktive unseres Verbreitungsgebiets schwören auf den ChampionsChip als zuverlässigen Begleiter bei vielen Laufveranstaltungen. Wie Michael Scholz vom LTV, der seinen nach eigenen Angaben „schon mehr als 20 Jahre“ nutzt
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Viele Aktive unseres Verbreitungsgebiets schwören auf den ChampionsChip als zuverlässigen Begleiter bei vielen Laufveranstaltungen. Wie Michael Scholz vom LTV, der seinen nach eigenen Angaben „schon mehr als 20 Jahre“ nutzt
  • Andreas Dach
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Die Zeitmessung bei Laufveranstaltungen wird vielerorts revolutioniert.

Von Andreas Dach

Der ChampionChip hat ausgedient. Nur noch bis Ende des Jahres 2023 ist diese Form der Zeitmessung für Läuferinnen und Läufer aktuell. Dann neigt sich eine Ära dem Ende entgegen. Millionen dieser zuverlässigen Plastikteile können nicht mehr genutzt beziehungsweise müssen vernichtet werden.

So ist die Kunde bei vielen Aktiven angekommen. Was aber nur der halben Wahrheit entspricht. Denn: Die Firma Mika-Timing (Veranstaltungstechnik-Dienstleister aus Bergisch Gladbach) wird diese Form der Messung perspektivisch nicht mehr anbieten. Das ist richtig. Doch es gibt Anbieter, die weiterhin auf die kleinen Plastikdinger setzen. Bedeutet: Sie sind Ende 2023 nicht komplett vom Markt verschwunden.

Wir beantworten diesbezüglich die wichtigsten offenen Fragen. Auch die, was die Veränderungen für den Röntgenlauf bedeutet, der auch zu den Nutzern dieser Technologie gehört (hatte).

Warum ist plötzlich Schluss damit? Zumal sie durch die Wiederverwertung des Transponders einen Beitrag zum nachhaltigen Handeln geleistet hat.

So sehen die kleinen Plastikteile aus nächster Nähe aus.

Im Markt der Zeitmessung sind in den letzten Jahren verstärkt Entwicklungen in anderen Technologien vorangetrieben worden. Die Weiterentwicklung der ChampionChip-Technologie wurde vom Hersteller in der jüngsten Vergangenheit im gleichen Zug eher ein wenig stiefmütterlich behandelt.

Welches sind denn künftig die Alternativen?

Die UHF-Technologie ist auf dem Vormarsch und weltweit sehr stark vertreten. Sie erlaubt es, einen dünnen Transponder auf der Rückseite der Startnummer zu befestigen.

Es gibt Läuferinnen und Läufer, die ChampionChip schon seit Jahrzehnten nutzen und zufrieden sind. Was sagt mika:timing denen?

Man passt sich der globalen Entwicklung im Bereich der Zeitmessung an und hat sich deshalb entschieden, diese Technologie ab 2024 nicht mehr zu nutzen.

Welche Laufveranstaltungen werden dann beispielsweise „gezwungen“, sich mit einem anderen Messverfahren auseinanderzusetzen?

Man denke an den Berlin-Marathon, ein riesengroßes Laufereignis mit vielen tausend Aktiven. Für sie alle wird die kommende Veranstaltung die letzte in bewährter Manier, und sie alle müssen sich überlegen, wie sie ihre kleinen Messgeräte entsorgen werden. Vorausgesetzt, sie sind alleinig bei Läufen von mika:timing unterwegs.

Ein gutes Thema. Ist doch der Umweltschutz eins der Hauptthemen dieser Zeit.

mika:timing hat angeboten, die fachgerechte Entsorgung zu übernehmen. Dazu müssen die Plastikteile postalisch an den Anbieter weitergeleitet werden. Aber es besteht genauso auch die Möglichkeit, eine Rückgabestation für Elektromüll im Einzelhandel oder im Wertstoffhof zu nutzen.

Muss man Bedenken wegen des Datenschutzes haben?

Absolut nicht. Auf dem kleinen Chip ist nur die siebenstellige ID gespeichert, die auch auf der Kunststoffhülle aufgedruckt ist. Es sind keine persönlichen Daten gespeichert.

Denken wir mal regional. Was bedeuten diese Änderungen für Laufveranstaltungen in unserem Verbreitungsgebiet? Man denke an den Osterlauf, den Silvesterlauf und vor allen Dingen den Röntgenlauf?

Bei den beiden erstgenannten sportlichen Ereignissen muss und wird sich nichts ändern, weil man dort ohnehin nicht mit dem ChampionsChip gearbeitet hat. Beim Röntgenlauf hingegen schon. Dort ist das kleine Plastikteil seit vielen Jahren ein treuer Wegbegleiter gewesen. Aber: Man arbeitet nicht mit mika:timing zusammen, sondern mit Frielingsdorf Datenservice. Zuverlässig und vertrauensvoll.

Der ChampionChip wird also auch beim Röntgenlauf am 29. Oktober wieder zum Einsatz kommen?

Nein! An der Zusammenarbeit mit Frielingsdorf ändert sich zwar nichts. Bei den Verantwortlichen des Röntgensportclubs hat man sich aber entschieden, sich den neuesten technischen Entwicklungen gegenüber nicht zu verschließen. Es wird der sogenannte RSID-Chip zum Einsatz kommen. Also der, der schon auf der Rückseite der Startnummer befestigt ist.

Noch einmal: Warum genau geht der Röntgensportclub diesen Schritt? Zumal ja zusätzliche Kosten auf den Veranstalter zukommen.

Man will auf diese Weise die Abläufe verschlanken und erhofft, logistisch Vorteile daraus zu schöpfen.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, die noch unbeantwortet sind? Oder Dinge, die einsortiert werden müssen? Dem gehen wir ausführlich nach. In dieser Analyse geht es um die Zeitmessung bei Laufveranstaltungen, bei der es wesentliche Änderungen gibt.

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